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Weltweit einmalig Spatenstich für Öko-Wasserkraftwerk in Großweil (Lkr. Garmisch-Partenkirchen)

In Großweil an der Loisach war heute Mittag Spatenstich für das weltweit erste Schachtkraftwerk, ein Wasserkraftwerk, das ökologisch und effektiv sein soll. An der TU München wurde dafür jahrelang geforscht.

Von: Martin Breitkopf

Stand: 10.11.2017

Spatenstich für Wasserkraftwerk Großweil  | Bild: BR/Martin Breitkopf

Es ist das Leuchtturmprojekt - auf jeden Fall für die Forscher der TU München: Das Schachtkraftwerk in Großweil an der Loisach.

Wirkungsvoll und umweltfreundlich

Jahrelang haben Wissenschaftler an der neuen Wasserkrafttechnik geforscht – sie soll ökologisch sein, aber trotzdem effektiv. Heute war Spatenstich für das weltweit erste Wasserkraftwerk dieser Art - mitten in einem FFH Schutzgebiet. Es ist die Bewährungsprobe für die neue Technologie - hier wird sich herausstellen, ob das Schachtkraftwerk wirklich so fischschonend ist, wie es die Entwickler der TU München nach jahrelanger Forschung versprechen.

Seltene Fischarten sollen geschont werden

Der Standort bei Großweil an der rauhen Rampe an der Loisach ist ökologisch kritisch. Seltene Fischarten kommen hier vor. Trotzdem haben sich Bund Naturschutz und Landesfischereiverband der neuen Methode der Stromgewinnung nicht verwehrt - auch wenn es den Vertretern schwer gefallen ist, wurde nicht geklagt. Im Gegenzug wurde ein ausführliches Monitoring verlangt.

Ein Wasserkraftwerk für die Fischer

Lena Meier, Referentin beim Landesfischereiverband, ist gespannt, wie sich die Wildfische mit der Anlage vertragen und vor allem mit den hydraulischen Gegebenheiten zurecht kommen. Auf der anderen Seite fordern die Fischer schon seit langer Zeit fischfreundlichere Wasserkraftwerke. Deshalb haben sie sich nicht gegen das Projekt gestellt.

Öko-Strom für Großweil

Das Schachtkraftwerk in Großweil soll den ganzen Ort autark machen. Bürgermeister Manfred Sporer hofft auf saubere Energie für seine 1.500 Einwohner und ist stolz darauf, dass sein Ort mit gutem Beispiel vorangeht und wenigstens einen kleinen Beitrag zur Energiewende beiträgt. Die Idee vom Wasserkraftwerk gleich nebenan kommt auch bei Wirtschaftsministerin Ilse Aigner an. Sie hoffte beim Spatenstich in Großweil drauf, dass sich die bayerische Innovation weltweit durchsetzt und Energie aus Wasserkraft mit dieser Methode wirklich ökologisch wird.

Arbeit am Vorzeigeprojekt im Winter

Die Bauarbeiten starten in den nächsten Wochen - den ganzen Winter soll durchgearbeitet werden. Laut Günther Rösch, dem Geschäftsführer der Großweil Wasserkraft, sei das die ideale Zeit, um am Wasser zu bauen, da die Hochwassergefahr dann am geringsten sei. Rund 5,6 Millionen Euro kostet das Vorzeigeprojekt an der Loisach. Schon bald wird sich herausstellen ob die Erfindung der TU München die Wasserkraft revolutioniert und sie in Zukunft ökologischer macht.


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Einheimischer, Samstag, 11.November, 07:47 Uhr

3. Dezentral und Fortschrittlich

Jetzt wird endlich eine Versuchsanlage gebaut und es kommt schon wieder Skepsis aus einschlägigen Richtungen. Das AKW und Kohle KW muss in Zukunft weg - aber wo kommt die wichtige Grundlast her ?? Mit dieser Technik könnte ohne große Staustufen die Fließenergie in der wasserreichen Voralpenregion genutzt werden und die Grundlast zu einem Teil dezentral erzeugt werden. Diese Technik sollte auch bei uns in Bad Reichenhall eingebaut werden (übrigens über das 100 Jahre alte Saalachkraftwerk der DB Energie zum Großteil mit Ökostrom versorgt) - aber die Bedenkenträger im Stadtrat wollten nicht einmal ein Schalthaus für die Verkabelung genehmigen. Die Leute die nur von Solar + Windstrom träumen, sollten in der Dunkelflaute mit Ihren Wärmepumpen ohne Strom auskommen müssen !! Im benachbarten Österreich wird die Salzach in unzähligen Staustufen aufgestaut und so der Strom erzeugt, der dann an uns verkauft wird - wo sind dort die Umweltschützer ???

  • Antwort von Wolfgang, Samstag, 11.November, 12:19 Uhr

    Andere Idee, den Saalch-See deutlcih vergrößern, auch als Unterbecken für ein Pumpspeicherkraftwerk und ein Oberbecken auf der Reiteralp bei der Dalsen-Alm.

    Für die Bundeswehr bliebe dort trotzdem genügend Fläche für Gebirgsausbildung.

    700m Gefälle liessen sich dort realisieren! Saalachstausee Seeoberfläche 486m, Unterjettenberg bei 500m, 13m mehr Stauhöhe wären etliche Mio m³ zusätzliches Stauvolumen.

    Und für Braunkohlegruben werden noch viel größere Flächen umgebaut.

Wolfgang, Freitag, 10.November, 21:12 Uhr

2. Lohnt das, Baukosten, Materialaufwand, Jahresertrag, Schwankung, Hochwasser?

wäre auf die bereitgestellte Kilowattstunde anteilig Windkraft mit 4-MW-Analgen plus weitere Pumspeicherkraftwerke wie Goldistahl witschaftlich effektiver und auch anteilig ökoligishc weniger beeinträchtigend?

Auf anderen Interentseiten wird von 2,5 GWh Jahresertrag ausgegangen. EINE 3-MW-Windkraftanlage liefert aber schon ca. 6GWh jährlich. Windkraftanlagen kosten ca. 1000€/kW, für 2,5GWh Jahresertrag also ca. 1,3Mio€. an der Loisach soll das 5,6 Mio€ kosten, bleibt noch viel Geld für anteilig Pumpspeicherkraftwerk...

  • Antwort von Superfrog, Sonntag, 12.November, 14:56 Uhr

    Um Wirtschaftlichkeit geht es bei diesem Pilotprojekt auch vorrangig. Mal davon abgesehen, dass Windkraftanlagen in Bayern aufgrund der extremen Gesetzeslage kaum noch realisierbar sind.

Mr. Ed, Freitag, 10.November, 15:59 Uhr

1. Rückbau nicht ausgeschlossen......

Die Fische in der Loisach und der Auerhan ( bzw. das Wild ) am Riedberger Horn müssen halt umdenken und mit der Zeit gehen. Es ist doch erwiesen , überall wo der Mensch Hand an der Natur angelegt hat ist bisher nur Bockmist herausgekommen.