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Artenreichtum Fische brauchen Flussauen dringender als sauberes Wasser

Um möglichst viele Arten in Flüssen zu erhalten, ist der Schutz von Flussauen besonders wichtig. Die tolle Wasserqualität in Oberbayern hilft dagegen nur bedingt, so die Technische Universität München, die an der Moosach geforscht hat.

Von: David Herting

Stand: 28.09.2017

Hecht / (Esox lucius) | Bild: picture-alliance/dpa /Arco Images / F. Schneider

Die Münchner Wissenschaftler haben für ihre Studie zum Artenreichtum in Flüssen die Situation an der Moosach, einem Zufluss der Isar, untersucht.

Tief unten in Flüssen tut sich was

Wissenschaftler sprechen von "The Hidden Half" – der versteckten Hälfte. Denn die meisten Lebewesen leben da, wo man sie gar nicht sieht, unter der Erde – so auch in Flüssen, wo sich unzählige Kleinstorganismen tummeln. Aber auch der Nachwuchs der meisten Fische, ihre Eier, liegen dort unten. Um zu überleben brauchen die viel sauerstoffreiches Wasser.

Verschlammte Flüsse schaden Organismen

Die Lücken zwischen dem Kies am Flussgrund sind oft verstopft durch Ablagerungen, durch Erosion. Aber auch die Erosion zu verhindern half am Ende den Kleinstlebewesen nicht. Die Wissenschaftler der TU München stellten fest: Weil Flüsse begradigt und kanalisiert werden, können die Erosionsrückstände nicht mehr weggespült werden.

Durch Flussauen wird Schlamm beseitigt

Ein Hauptproblem: Es fehlen die natürlichen Flussauen. Wenn die überflutet werden und das Wasser irgendwann zurückströmt, wird der Flussboden ebenfalls wieder von Ablagerungen gereinigt. Die Forderung der Münchner Wissenschaftler lautet deshalb: Auenlandschaften müssen bei Renaturierungsmaßnahmen erhalten bleiben und sind unbedingt zu schützen.


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