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Warteraum Asyl in Erding Erstmals wieder Neuankömmlinge

Am Mittwoch sind am Münchner Flughafen rund 150 syrische und irakische Flüchtlinge gelandet, die aus Griechenland ausgeflogen worden waren. Mit Bussen wurden sie in den Warteraum Asyl in Erding gebracht, der seit Monaten leerstand.

Von: Gabriele Uitz

Stand: 07.09.2016

Außenansicht einer Unterkunft im Aufnahmezentrum Erding | Bild: BR/Birgit Grundner

Die Flüchtlinge bleiben maximal 48 Stunden im Warteraum Asyl, bevor sie nach dem "Königsteiner Schlüssel" auf alle Bundesländer verteilt werden.

500 Flüchtlinge pro Woche erwartet

Das Camp in Erding umfasst mehrere Gebäude.

Alle Flüchtlinge, die eintrafen, sind bereits registriert und haben eine hohe Anerkennungswahrscheinlichkeit. Weitere 150 Flüchtlinge folgen bald. Das Ganze ist als Testlauf gedacht, weil ab Herbst wöchentlich 500 Menschen in den Warteraum Asyl kommen sollen.

Griechenland und Italien sollen entlastet werden

Die Bundesregierung setzt damit zwei EU-Ratsbeschlüsse vom vergangenen Jahr um, wonach alle EU-Staaten insgesamt 160.000 Asylsuchende aufnehmen werden, um Griechenland und dann auch Italien zu entlasten. Der deutsche Anteil liegt bei 27.000 Asylsuchenden, die umgesiedelt werden. Diese EU-Abkommen haben nichts mit dem "Türkei-Deal" zu tun. Es handelt sich um ein davon unabhängiges Abkommen.

Chaos ist möglich

Ärger bahnt sich bereits an, weil die Menschen den Warteraum Asyl jederzeit auf eigene Faust verlassen können. Nach Ansicht des stellvertretenden Vorsitzenden der CSU Oberbayern, dem Erdinger Landrat Martin Bayerstorfer, könnten deshalb erneut keinerlei Aussagen darüber gemacht werden, wer sich wo aufhalte.


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