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Einsatzkommando stürmt Haus Polizei bei mutmaßlichem Reichsbürger in Vohburg

Einsatz für ein 30-köpfiges Polizei-Kommando in Vohburg an der Donau: Sie stürmten das Haus eines mutmaßlichen Reichsbürgers. Bei der Aktion am Donnerstag wurden mehrere Gegenstände sichergestellt, wie jetzt bekannt wurde.

Von: Susanne Pfaller

Stand: 01.09.2017

Symbolbild: Eine Polizistin in Schutz-Ausrüstung | Bild: picture-alliance/dpa

Bei dem 65-jährigen Rentner entdeckte das Einsatzkommando gestern mehrere Präzisionsschleudern und drei Springmesser sowie weitere Waffen, allerdings keine funktionstüchtigen Feuerwaffen. Das erklärte Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer dem Bayerischen Rundfunk.

Dokumente belegen rechte Gesinnung

In dem Haus fanden sich auch Dokumente, die die Reichsbürgerschaft des Rentners belegen sowie Belege für seine rechte Gesinnung wie etwa eine Hitler-Büste. Ausgelöst wurde der Einsatz durch eine Anzeige gegen den Rentner und seine 64 Jahre alte Lebensgefährtin. Die beiden sollen die 92-jährige Anzeige-Erstatterin betrogen und ihr mehrere wertvolle Möbel gestohlen haben. Tatsächlich fanden sich in dem erstürmten Haus teure Möbel, die offenbar nicht dem Paar gehören.

Ermittlung wegen Diebstahl und Betrug

Laut Polizeisprecher Kammerer ist der Rentner als Rechtsaktivist bekannt. In der Szene der Reichsbürger hat er nach polizeilichen Kenntnissen keine Führungsfunktion, sondern "gilt als eher passives Mitglied". Bei der Durchsuchung wurde unter anderem ein selbstausgestellter Staatsangehörigkeitsausweis entdeckt, wie er typisch für die Reichsbürger ist.

Die Lebensgefährtin des Mannes gilt nicht als Reichsbürgerin. Gegen das Paar ermittelt die Polizei nun wegen Diebstahls und Betrugs. Gegen den Rentner zusätzlich wegen Verstoß gegen das Waffengesetz, Urkundenfälschung und Amtsanmaßung. Da kein Haftgrund vorliegt, befindet sich das Paar auf freiem Fuß. Beide sollen demnächst von der Polizei vernommen werden.


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