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Verrohung der Sprache stoppen Politiker unterstützen Lehrer-Initiative

Aus Sorge um ihre Schüler haben bayerische Lehrkräfte vor drei Monaten ein Manifest verfasst, mit dem sie gegen eine zunehmend verrohte, hasserfüllte Sprache protestieren. Nun haben die Lehrer prominente Unterstützer bekommen. Von Birgit Frank

Von: Birgit Frank

Stand: 29.11.2016

Das Manifest "Haltung zählt" des BLLV | Bild: picture-alliance/dpa/Peter Kneffel

In den sozialen Medien, aber auch in den alltäglichen Umgangsformen hat sich die Stimmung verändert: Das beklagen die Mitglieder des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) in ihrem Manifest, das den Titel "Für unsere Demokratie: Haltung zählt" hat. Sie sehen hier häufig Vorurteile, Ablehnung und sogar Hetze. Die Art, mit der zum Beispiel die Debatte um die Flüchtlingspolitik geführt werde, habe auch Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche, so die BLLV-Mitglieder.

"Als besorgte Lehrerinnen und Lehrer appellieren wir deshalb an alle, unsere Gesellschaft vor Spaltung, Brutalität, Rücksichtslosigkeit und Radikalisierung zu schützen und so unsere Demokratie zu bewahren. Lassen wir uns nicht einschüchtern und setzen wir uns selbstbewusst und kompromisslos ein."

Auszug aus dem BLLV-Manifest

Manifest online unterschreiben

Inzwischen gibt es rund 50 neue Unterzeichner(innen), darunter hochrangige Verbandsvertreter und Politiker wie Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU), der SPD-Fraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher oder die grüne Fraktionsvorsitzende Margarete Bause.

"Verrohung und Radikalisierung unserer Gesellschaft nehmen zu. Sie beginnen mit der Sprache. Und deswegen haben Politikerinnen und Politiker hier eine wichtige Aufgabe, auf ihre eigene Sprache zu achten. Wir haben hier eine Vorbildfunktion."

Margarete Bause, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag

Mit seinem Manifest gegen diese Verrohung und für Respekt und Wertschätzung will der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband eine gesellschaftliche Debatte anstoßen. Ab heute soll das Manifest jeder unterzeichnen können - auf der Homepage des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes.


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Barbara, Dienstag, 29.November, 20:20 Uhr

9. Wer ist für die Verrohung und Verwahrlosung der Sprache verantwortlich?

Man braucht nur einige Schriften von Martin Luther lesen, um zu wissen, auf welchem Niveau dieser Mann sich ausgedrückt hat! Da sind die heutigen Ausdrücke unserer Jugendlichen gelinde gesagt noch ganz harmlos!

Franz, Dienstag, 29.November, 15:33 Uhr

8. Ein Plädoyer für die Ganztagsschule....

... liebe Politiker. Es ist höchste Zeit endlich zu handeln. Ansonsten steigt die Aggressivität ins Unermessliche.... !!

Berbhardt U., Dienstag, 29.November, 14:06 Uhr

7. Manifest

Im Grunde ein guter Weg. Doch selbst die Schule kann die häuslichen " Umgangsformen " nicht beeinflussen . Was das zu Hause vorlebt, greift auch im Umgang mit dem Umfeld. Die Erwachsenen sind gefragt !! Nur, wenn beide Elternteile arbeiten (müssen) und die Jugend sich selbst überlassen wird, wie soll sich da Positives entwickeln. Die Medien tragen mit div. Sendungen auch nicht gerade dazu bei, sowie Gewaltspiele, die letztendlich wieder von den Eltern geschenkt werden. Es bleibt viel zu tun, wie es so schön heißt.

Anna, Dienstag, 29.November, 11:56 Uhr

6. Sprache

Wenn ich zum Einkaufen/ Arzt gehe und sage: Grüß Gott, bekomme ich als Antwort zu 50% nichts oder ein Hallo. Bitte und Danke sind Fremdwörter geworden. Neulich bei einem Schnellrestaurant was essen wollen, war vor mir ein Kunde, kommt: "Hey Bruder, hey Junge (mit pfiff)". Da fällt man als Kunde vom Glauben ab. Die Sprache fängt mit; hey digger, hey Mann ai, an und es ist doch nur noch toll, auch in der Werbung, mit Akzent, egal welcher Art, zu sprechen, außer es ist bayrisch, die wird dann ins lächerliche gezogen. Der "Ausländerslang" ist hipp und ich finde es nur noch zum ko..... Die Sprache und Umgangsformen fangen im Elternhaus an. Da es nicht mehr hipp ist, seine Kinder zu erziehen, geschweige denn die Eltern können gut und richtig sprechen und haben Umgangsformen, sehe ich schwarz für die Zukunft. Respekt ist auch schon lange verloren gegangen. Wenn sollte man noch Respektieren? Außerdem muß man sich Respekt erarbeiten, Mitleid bekommt man umsonst.

Erich, Dienstag, 29.November, 10:03 Uhr

5. Die Verrohung,

hat mit der Nazikeule begonnen. Völlig sinnfrei hat man berechtigte Kritik an der Flüchtlingspolitik, populistisch mit der Nazikeule geplättet. Der Minister Maas ist der Hauptinitiator derartiger Entwicklungen. Aber jetzt rumheulen!

  • Antwort von Elke, Dienstag, 29.November, 10:52 Uhr

    Wenn wegen der Asylflut neue höhere Steuern, Abgaben und Gebühren kommen, wenn die gesetzliche Krankenkasse GKV immer teurer wird aber der Leistungskatalog reduziert wird, wenn das Sozialnetz wegen den hohen Kosten neu justiert wird, dann werden richtige Verzweiflung, Wutausbrüche und totale Verohung der Gesellschaft kommen. Letzten Endes wird das Leben so unerträglich sein, das nur noch die aller ärmsten Afrikaner kommen wollen. Es braucht die massive Reduktion des Zustroms. Denn das große Problem, das ich sehe, ist die Situation und der Migrationsdruck in Afrika. Derzeit eine Milliarde Menschen, in 20 Jahren zwei Milliarden Menschen, Ende dieses Jahrhunderts vier Milliarden Menschen: Wenn wir unsere Außengrenzen nicht sichern, wenn wir nicht umstellen von einem System der Aufnahme bei uns hin zu einem System der Hilfe vor Ort – was wesentlich nachhaltiger wäre und man mit demselben Geld viel mehr Menschen helfen könnte –, dann wird der Druck einfach immer stärker steigen.

  • Antwort von Gequälte, Dienstag, 29.November, 12:05 Uhr

    @ elke
    Jeden Tage der gleiche Kommentar, manchmal auch öfters.
    Wollen sie ihre Mitforisten nicht überfordern ?
    Ich für meinen Teil, habe ihn verstanden, wenn auch mit Widerwillen.