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Haftbefehl erlassen Tote vom Feringasee: Lebensgefährte unter Mordverdacht

Der Lebensgefährte der ermordeten Frau vom Feringasee sitzt in Untersuchungshaft. Laut Polizei geschah die Tat vermutlich in der Nacht auf Freitag in der Wohnung des Paares. Die verkohlte Leiche der 35-Jährigen war am Montag entdeckt worden.

Von: Günther Rehm

Stand: 14.09.2017

Ermittler der Polizei stehen am 12.09.2017 am Fundort einer verkohlten Frauenleiche am Feringasee in Unterföhring bei München. | Bild: dpa-Bildfunk/Matthias Balk

Der 35-jährige Münchner, von Beruf kaufmännischer Kundenberater, war am Mittwochnachmittag festgenommen worden. Er hatte seine Freundin, die aus Sachsen stammt und in München arbeitete, in der Nacht auf Montag als vermisst gemeldet. Der Mann wurde am Donnerstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der sogleich einen Haftbefehl erließ. Auf Anraten seines Anwalts machte der 35-Jährige aber keine Angaben zur Sache, so die Polizei.

Obduktionsergebnis widerspricht Angaben zur Vermisstenanzeige

Der Mann hatte Montagmittag Vermisstenanzeige erstattet. Dabei soll er angegeben haben, seine Partnerin habe sich am Sonntag verabschiedet, um eine Arbeitskollegin zu treffen. Eine solche Kollegin hat die Polizei aber nicht ausfindig machen können. Darüber hinaus ergab die Obduktion, dass die Frau am Sonntag bereits tot gewesen sein dürfte. Abgesehen von den Angaben des Lebensgefährten ist sie laut Polizei zum letzten Mal am Freitagabend von einer Bekannten lebend gesehen worden.

Aufgrund einer Reihe weiterer Indizien beantragte die Münchner Staatsanwaltschaft gegen den 32-Jährigen Haftbefehl wegen Mordes. Am Nachmittag schickte ihn ein Ermittlungsrichter in Untersuchungshaft.

Fundort der Leiche sehr wahrscheinlich nicht der Tatort

Fundort der Leiche auf dem Parkplatz des Feringasees

Nach Angaben der Ermittler konnte der Todeszeitpunkt der Frau durch die Obduktion nicht näher eingegrenzt werden. Die Leiche ist stark verkohlt. Ihre Identität konnte nur durch einen Zahnabgleich ermittelt werden. Fest stehe aber, dass es sich beim Fundort am See nicht um den Tatort des Mordes handelt, erklärte die Polizei.

Wie und von wem der Leichnam zum See transportiert wurde, konnte bislang ebenfalls noch nicht geklärt werden. Die umfangreiche Spurensicherung in der gemeinsamen Wohnung laufe noch.

Wagen stand nahe der Arbeitsstelle

Den Wagen der Projekt-Managerin fand die Polizei am Montagnachmittag ordnungsgemäß geparkt und versperrt in der Lilly-Reich-Straße im Münchner Stadtteil Freimann, unweit der Arbeitsstelle der Frau.

Die Leiche der Frau war am Montag bei Mäharbeiten entdeckt worden. Am Fundort fanden sich Spuren von Brandbeschleunigern.


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