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Mutmaßlicher Schütze von Unterföhring Vorstrafen offenbaren keinen Hang zu Gewalt

US-Medien nennen Details zu Vorstrafen des mutmaßlichen Schützen von Unterföhring. Allerdings ist darunter keine Tat, die auf eine erhöhte Gewaltbereitschaft hinweist. Der Zustand der 26-jährigen Polizistin, die bei der Schießerei am S-Bahnhof lebensgefährlich verletzt wurde, ist weiter kritisch.

Von: Kilian Geiser und Günther Rehm

Stand: 15.06.2017

Polizeieinsatz in Unterföhring vor dem S-Bahnhof  | Bild: picture-alliance/dpa/ Sven Hoppe

Der US-Sender "Denver 7" meldet online, dass der 37-Jährige im US-Bundesstaat Colorado mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten sei. Dabei ging es um Verkehrsdelikte, auch unter Alkoholeinfluss, Diebstahl und ein fahrlässiges Körperverletzungsvergehen ("3rd degree assault"). Von Waffenvergehen oder einer psychischen Erkrankung ist nicht die Rede.

Wie die Tageszeitung "The Coloradoan" online berichtet, sind die Eltern des mutmaßlichen Schützen 1981 in die USA ausgewandert. Der Vater stamme aus Bayern, die Mutter komme aus Südafrika und habe griechische Wurzeln. Beide lernten sich dem Blatt zufolge als Musiker in München kennen. 1995 zogen sie nach Fort Collin in Colorado. Das Paar hat drei Söhne und betreibt einen deutschen Imbiss.

Der Sender "Denver 7" zitiert den Vater des mutmaßlichen Schützen zu der Festnahme seines Sohnes mit den Worten: "Wir selbst wissen nichts." Einer der Brüder bestätigte die Festnahme, wollte sich aber nicht weiter äußern.

Bangen um angeschossene Polizistin

"Die Kollegin schwebt noch immer in Lebensgefahr", sagte ein Sprecher der Münchner Polizei am Morgen. Bei der Schießerei am Dienstag am S-Bahnsteig war die Polizistin am Kopf verletzt worden. Der 37-Jährige hatte dem Kollegen der Beamtin die Waffe entrissen und um sich geschossen. Auch zwei Passanten wurden verletzt. Sie erlitten Schussverletzungen am Arm und am Bein.

Der mutmaßliche Täter, der in Oberbayern geboren ist, aber bei seinem Vater in den Staaten lebt, wurde gestern in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Der zuständige Richter hatte den Antrag der Staatsanwaltschaft auf reguläre Untersuchungshaft abgelehnt. Der Vorwurf lautet auf versuchten Mord. Bislang schweigt der 37-Jährige. Die Ermittlungen ergaben, dass er sich auf einer Europareise befand und am Dienstagmorgen auf dem Weg in die Münchner Innenstadt war.


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