5

Münchner Tierpark Stadt stoppt Planungen für neues Parkhaus

Rund zwei Millionen Besucher im Jahr zählt der Tierpark Hellabrunn, ein knappes Drittel kommt mit dem Auto. Ein neues Parkhaus wird es vorerst aber nicht geben, denn der Bauplatz liegt in einem Naturschutzgebiet.

Von: Moritz Steinbacher und Ute Rauscher

Stand: 21.04.2017

Elefantenhauses im Tierpark Hellabrunn  | Bild: picture-alliance/dpa/ Felix Hörhager

Das vom Tierpark Hellabrunn geplante Parkhaus sollte teils in einem so genannten Fauna-Flora-Habitat-Gebiet entstehen. Dagegen hatte das Planungsreferat der Stadt Bedenken angemeldet. Der Aufsichtsrat des Tierparks, dessen Vorsitzende Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) ist, stoppte daraufhin die Vorplanungen. Der Parkhaus-Neubau am Rande des Tierpark-Geländes sollte mit 1200 Stellplätzen 300 mehr bieten als der aktuelle Parkplatz.

Neue Expressbuslinie vom Hauptbahnhof zum Tierpark

Die CSU -Fraktion des Münchner Stadtrates plädiert für den Neubau. Die Grünen im Rathaus dagegen begrüßen, dass die Parkhauspläne nun auf Eis liegen. Sie gehen davon aus, dass die neue Expressbuslinie, die ab Samstag (22.04.) vom Hauptbahnhof nach Hellabrunn führt, die Verkehrssituation entlastet.

Zu viele Autos - vor allem an besucherstarken Tagen

Der Zoo begründet seine Parkhauswünsche mit verschiedenen Gutachten. Danach reisen von den rund zwei Millionen Besuchern im Jahr bis zu 70 Prozent mit Fahrrad oder ÖPNV an. Die Übrigen kämen mit dem Auto. Vor allem an besucherstarken Tagen seien es viel  zu viele, die dann in den umliegenden Wohnviertel parken. Wie es jetzt weitergeht, soll möglichst bald in einer Aufsichtsratssitzung der Tierpark AG besprochen werden.

Streit ums Parkhaus entzweit die SPD

Der Streit um ein Parkhaus am Tierpark entzweit die SPD schon seit längerem. Während Bürgermeisterin Christine Strobl als Aufsichtsratsvorsitzende des Tierparks für einen Neubau stimmt, wehren sich die Genossen aus dem Münchner Süden gegen das Projekt: zu teuer für die wenigen Tage, an denen der Parkraum tatsächlich gebraucht werde und zu nah am Naturschutzgebiet.


5