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Via Schadsoftware Münchner Student wegen jahrelanger Online-Spannerei verurteilt

Ein 23-jähriger Student aus München ist wegen unerlaubten Ausspähens von Daten, der Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen sowie wegen Besitzes jugendpornografischer Schriften nach dem Jugendstrafrecht verurteilt worden.

Von: Christof Dicke

Stand: 19.10.2016

Webcam | Bild: picture-alliance/dpa

Das Amtsgericht München teilte wegen des Jugendschutzes keine Einzelheiten mit - auch nicht das Strafmaß. Der junge Mann hatte mittels Schadsoftware laut Gerichtsprecherin rund zehn fremde Computer mit einem Trojaner infiziert. Damit hatte er unbemerkt vollen Zugang auf die Rechner, Webcams - und damit auf alle Dokumente, privaten Fotos, Filme und Internet-Aktivitäten der gehackten Personen.

Alle zwei Sekunden ein Foto geschossen

In zwei Fällen hat der junge Mann laut Anklage die Webcams der Rechner so gesteuert, dass sie alle zwei Sekunden Fotos geschossen und an ihn übermittelt haben. Insgesamt waren das pro Rechner über 16.000 Fotos. In einem anderen Fall hatte der Mann laut Anklageschrift unbemerkt rund 1.000 Screenshots vom Bildschirm eines fremden Rechners gemacht.

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelt

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Durch das im PC eingebaute Mikrofon hat er offenbar Gespräche aufgenommen. Mit der Online-Spannerei hatte er schon begonnen, als er noch unter 18 Jahre alt war. Deswegen fand die Verhandlung vor dem Münchner Amtsgericht auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Offenbar war der junge Mann vor allem auf der Suche nach Intimfotos, Nacktfotos und -filmen, denn die Hacker-Angriffe auf die Daten der Computer waren ihm nicht genug.Der Mann hat laut Anklage über vier Jahre lang mit seinen eigenen Kameras immer wieder in München, Erding und andernorts - zum Teil durch das Schlüsselloch - heimlich Frauen in Badezimmern gefilmt und fotografiert. Dies geschah zum Teil in seiner eigenen Wohnung, aber auch in fremden Wohnungen, wozu er meistens offenbar Zutritt hatte.


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