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Oktoberfest-Essen Konventionelle Hendl werden wie Bio bewertet

Kurz vor dem Beginn des Oktoberfestes gibt es handfesten Streit um die Frage, wie Bio-Hendl & Co auf der Wiesn und anderen Münchner Festen gefördert werden sollen. Bürgermeister Josef Schmid will auch konventionelle Lebensmittel aus Bayern pushen.

Von: Michael Bartmann

Stand: 14.09.2017

Brathühner auf einem Spieß (Symbolbild) | Bild: picture-alliance/dpa/CHROMORANGE / August Forkel

Das Aktionsbündnis "Artgerechtes München" wirft Schmid eine "dreifache Rolle-Rückwärts" bei der Förderung von Bio-Lebensmitteln vor. Hintergrund der Kritik ist eine Beschlussvorlage von Schmids Wirtschaftsreferat, die am kommenden Dienstag dem Stadtrat vorgelegt werden soll. Darin wird das Punktesystem angepasst, mit dem Wirte bei einer Bewerbung für die Feste bewertet werden.

Auch "Geprüfte Qualität aus Bayern" soll zählen

Die Neufassung sieht beim Kriterium "Ökologie" vor, dass neben Bio-Produkten mit langen Transportwegen auch Produkte aus konventioneller Herkunft zwei Öko-Punkte bekommen, sofern sie aus Bayern kommen und das Siegel "Geprüfte Qualität – Bayern" tragen.

Öko-Punkte für Massentierhaltung?

Stephanie Weigel vom Aktionsbündnis bezeichnet dies als "Skandal". Damit würden auf dem Oktoberfest etwa Hendl aus bayerischer Massentierhaltung Öko-Punkte bekommen – und zwar genauso viele wie Bio-Lebensmittel von außerhalb Bayerns. Die Bio-Förderung auf dem Oktoberfest werde damit konterkariert. Rita Rottenwallner, Leiterin des Münchner Tollwood-Festivals, hat aus Protest gegen Schmids Pläne ihren Münchner Umweltpreis zurückgegeben, den sie 2007 bekommen hatte.

Bürgermeister Schmid verteidigt seine Beschlussvorlage. Eine Förderung von Bio-Produkten finde nach wie vor statt. Erfülle das Hauptsortiment eines Wirtes die Qualität des Siegels "Bio-Bayern", bekomme er vier Punkte. Anders zertifizierte Bio-Produkte aus Bayern bekommen drei Punkte. Dadurch finde eine Lenkung hin zu mehr Bio sehr wohl statt, so Schmid.

Wiesn-Chef verteidigt neue Regelung

Dass auch konventionelle, regionale Produkte aus Bayern zwei Punkte im Bewertungssystem erhalten, ist laut Schmid dem Wunsch vieler Menschen nach regionalen Produkten aus Bayern geschuldet. "Da kann auch Massentierhaltung dabei sein, das räume ich ein", so Schmid zum Bayerischen Rundfunk. Er müsse aber auch abwägen und daran denken, dass die Wiesn für Familien bezahlbar bleibe. Mit dem Siegel "Geprüfte Qualität – Bayern" habe der Verbraucher immerhin die Sicherheit, dass die Qualität auch bei den konventionellen Produkten stimme.

Schmid will seine Beschlussvorlage dem Stadtrat unverändert vorlegen.


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Zwiesel, Donnerstag, 14.September, 17:49 Uhr

16. Preisfrage

Schmid sagt: "...dass die Wiesn für Familien bezahlbar bleibe."
Ich frage mich, ob die Wirte dann nicht einen höheren Biopreis auch für Hendl aus bayerischer Massentierhaltung berechnen, ohne Rücksicht auf Familien. Oder führen die dann einen "Familienpreis" ein? Billiger einkaufen und teurer verkaufen, so richtet es der Schmid den Spezln.

Brezen, Donnerstag, 14.September, 16:24 Uhr

15. Sachlich Betrachten 2

Wie ich im vorherigen Beitrag schon ausgeführt habe hat die Politik hier langfristig eine Verantwortung aber geneell und nicht temporär und eventbezogen. Sie darf allerdings auch nicht in den Wettbewerb eingreifen. Ansonsten ist die Nachfrage der Konsuemnten das entscheidende, wenn man sich die Speisekarten heute anschaut und vergleicht stellt man nicht nur konstante Preiserhöhungen fest sondern man sieht auch das verschiedene Ernährungsformen und Vorlieben dort mittlerweile berücksichtigung finden. Heißt wenn die Konsumenten ihren wunsch entsprechend klar deutlich machen wird man darauf auch eingehen, da braucht es kein politisches Bewertungssystem. Sicherlich ist auch vielen auf der Wiesen zunehmend wichtig woher die Lebensmittel kommen aber im Kern ist es ein ritualisiertes Massenbesäufnis mit ergänzenden Partyaspekten, da steht die Biologische Erzeugung von Lebensmittel noch nicht so im Vordergrund.

Brezen, Donnerstag, 14.September, 16:19 Uhr

14. Sachliche betrachten A

Also ganz im Ernst, man sollte das schon realistisch sehen. Ich selbst bin ein großer Fan des Münchner Oktoberfestes und ich befürworte auch ein Umsteuerung oder um Denken in der Landwirtschaft und der Fleischindustrie. Nachfrage bildet den Markt und verschiedene Ernährungsformen werden immer wichtiger, da die Konsumenten diese verlangen. Das ist zum einen die vegane und vegetarische Ernährung, die wenn man sie genaubetrachtet auch vieles nicht verbessert, sowie ein Trend hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft und Ernährung. Regional, Ökologisch usw. Was wenn man es gut macht ganz gut ist. Also ich denke die Politik muss generell unabhängig von diesem Event da einen bestärkenden Einfluss bewirken.

Retailthunder, Donnerstag, 14.September, 13:45 Uhr

13. Skandal!

Als ob wir keine anderen Probleme hätten hier. Ich arbeite im Einzelhandel, wenn ihr wüßtet, wie die Kunden tagtäglich mit Psychotricks an der Nase herumgeführt werden,... mei

Hans L. Regensburg, Donnerstag, 14.September, 13:25 Uhr

12.

Ähnlich wie "unser" Landwirtschaftsminister Schmidt versucht hier Bgm. Schmid mit Etikettenschwindel sich hervorzutun.
Zum Thema Preis: Bioware muss nicht unbezahlbar teuer sein. Wer meint, sie sich trotzdem nicht leisten zu können, darf aber nicht mit falschen Bezeichnungen betrogen werden.