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"Botschaft für die ganze Welt" Kardinal Marx sendet Sternsinger aus

In Garmisch-Partenkirchen hat Kardinal Reinhard Marx die Sternsinger Aktion für das Erzbistum München und Freising eröffnet. Marx dankte den Sternsingern für ihr großes Engagement in den kommenden Tagen.

Stand: 30.12.2015

Zur Eröffnung  der Aktion in Garmisch-Partenkirchen waren mehrere hundert Buben und Mädchen gekommen, stellvertretend für die rund 20.000 Sternsinger im Erzbistum. Nach einem Gottesdienst zogen die Sternsinger mit ihren festlichen Gewändern, Kronen und Sternen zum Rathaus. Den Nachmittag verbrachten sie mit einem bunten Festprogramm in und um Garmisch-Partenkirchen.

Mit Blick auf das diesjährige Motto "Respekt für dich, für mich, für andere", sagte der Kardinal, es gehe um "viel mehr als Respekt: Es geht um die Liebe." Besonders deutlich werde dies in der biblischen Geschichte vom barmherzigen Samariter. Der Erzbischof betonte mit Blick auf die Flüchtlingskrise:

"Egal, ob jemand gläubig ist oder nicht, jeder in Europa sollte diese Geschichte kennen."

Kardinal Marx

"Jesus ist Bruder aller Menschen"

Das Verhalten des Samariters gegenüber dem Verletzten zeige die Frage auf, "die Europa prägen muss", so Marx: "Was wird aus ihm, wenn ich vorübergehe?" Das Sternsingen sei eine "unvergleichliche und faszinierende Aktion, die die Kinder und Jugendlichen in der Welt miteinander verbindet". "Jeder soll davon wissen, dass Jesus der Bruder aller Menschen ist, besonders der Armen und Schwachen", so Marx.

Über die Würdigung des Sternsingens als Weltkulturerbe durch die UNESCO habe er sich sehr gefreut, sagte Marx. Das Sternsingen sei aber nichts "aus dem Museum, aus der Vergangenheit", so der Erzbischof zu den Kindern: "Ihr zeigt, dass es Zukunft hat, dass es heute wichtig ist, dass es auch ausstrahlt auf unsere Kultur."    

Auch im Bistum Eichstätt wurden am Mittwoch die Sternsinger ausgesandt, im Bistum Augsburg schon am Vortag.

Wissenswertes

Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising (l) zieht in Garmisch-Partenkirchen mit Sternsingern zum Rathaus.

Die Sternsinger ziehen jedes Jahr um Heilig-Drei-König (6. Januar) von Haus zu Haus und bitten um Geld für Hilfsprojekte in aller Welt. An die Türen schreiben sie mit Kreide den Segensspruch "20*C+M+B+16". Die drei Buchstaben zwischen der jeweiligen Jahreszahl stehen für das lateinische "Christus mansionem benedicat", zu deutsch "Christus segne dieses Haus".

Im Volksmund symbolisieren sie aber auch die Namen der Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar. Die Aussendung der Sternsinger im Freistaat ist Teil der 1959 gegründeten bundesweiten Aktion Dreikönigssingen. 2016 steht sie unter dem Motto "Segen bringen, Segen sein. Respekt für dich, für mich, für andere - in Bolivien und weltweit". Träger sind das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Vor einem Jahr sammelten die Sternsinger bundesweit 45 Millionen Euro für caritative Zwecke.


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