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Ende eines Wahrzeichens Paulaner-Schornstein planmäßig gesprengt

Der Schornstein der Paulaner-Brauerei am Münchner Nockherberg ist Geschichte: Die Sprengung um 11 Uhr verlief planmäßig und ohne Zwischenfälle.

Von: Birgit Grunder

Stand: 15.07.2017

Sprengung des Paulaner-Kamins am 15.07.2017 | Bild: Bayerische Hausbau

Wumms! - da lag der Schornstein da.

75 Meter hoch ragt der Kamin des ehemaligen Kesselhauses im Stadtteil Au in den Himmel. Die Polizei sperrt kurz vor der Sprengung um 11.00 Uhr die Straßen am Nockherberg ab. Eigentümer der etwa neun Hektar großen Fläche ist die Bayerische Hausbau – wie Paulaner ein Unternehmen der Schörghuber-Gruppe. Innerhalb weniger Sekunden neigt sich der 75 Meter  hohe Schornstein zuerst leicht zur Seite, fällt dann in sich zusammen und verschwindet in einer riesigen Staubwolke. Die Feuerwehr sorgt mit einem "Wasservorhang" dafür, dass der Staub größtenteils gebunden wurde.

Die Sprengung im Rückwärtslauf

Zehn Kilogramm Sprengstoff

Die Brauerei ist von ihrem Traditions-Standort schon teilweise weggezogen. Die Zentrale bleibt zwar am Ort, gebraut wird aber bereits in Langwied im Münchner Westen.

Alles nach Plan: Sprengmeister Martin Hopfe.

Technisch verantwortlich für die Durchführung der Sprengung des Kamins war Sprengmeister Martin Hopfe. Der 64-Jährige ist erfahren. Zehn Kilogramm Sprengstoff hatten Sprengmeister Martin Hopfe und sein Team in gut 50 Bohrlöchern in dem Bauwerk verteilt. Mit den Worten "3 – 2 – 1 – Zündung" gab Hopfe dann das Signal für die Sprengung.

Joachim Müller hatte in den 60er Jahren an der Errichtung des Turms mitgearbeitet.

Zahlreiche Schaulustige verfolgten das Spektakel. Unter ihnen auch  Joachim Müller. Er hatte in den 1960er Jahren bei der Errichtung des Bauwerks mitgearbeitet. Schon am Montag kehren die Bauarbeiter auf das ehemaligen Brauereigelände zurück. Die Bayerische Hausbau errichtet dort Wohnungen.

Platz für 1.500 Wohnungen

Platz für viele Wohnungen.

Auf dem größten Teil der Fläche entstehen rund 1.500 Eigentums- und Mietwohnungen. Ein Drittel davon ist für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen. Jahrelang gab es Streit, weil in dem beliebten Wohnviertel die Angst vor teuren Luxusappartements groß war - und ist. Schon vor knapp 400 Jahren haben Mönche ihr Bier im Dreieck Giesing-Au-Haidhausen gebraut.

Journalisten, Schaulustige, Einsatzkräfte.

Ein altes Gebäude, in dem noch eine Eismaschine aus dem Jahr 1881 von Carl von Linde steht, soll in eine Minibrauerei für Spezialbiere umgewandelt werden.


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