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Sparkassen-Fusion light Eichstätt und Ingolstadt wagen's ohne Pfaffenhofen

Die Mega-Sparkasse Ingolstadt-Eichstätt-Pfaffenhofen ist offiziell gescheitert. Am Dienstagabend hat sich der Verwaltungsrat der Sparkasse Pfaffenhofen gegen die Fusion ausgesprochen. Jetzt wollen es zumindest Ingolstadt und Eichstätt gemeinsam versuchen.

Von: Susanne Pfaller

Stand: 17.02.2016

Logo der Sparkasse an einer Hauswand; im Vordergrund Ampelsignal auf Rot (Symbolbild) | Bild: picture-alliance/dpa/Stefan Puchner

Da waren es nur noch zwei: Der Beschluss des Verwaltungsrats war reine Formsache. Die Stadt Pfaffenhofen hatte bereits vor Wochen die Fusionsverhandlungen abgebrochen. Die anderen Anteilseigner der Sparkasse - der Landkreis und die Gemeinden Geisenfeld und Wolnzach - sind nicht glücklich mit der Entscheidung. Sie befürchten, dass die Verweigerungshaltung der Stadt ihre Sparkasse noch teuer zu stehen kommen wird.

"Wenn die Zinslandschaft so bleibt in den nächsten fünf Jahren, dann gibt es erhebliche Einbrüche auf der Erlösseite. Dann muss man auf der Kostenseite natürlich auch etwas machen. Ich denke, in der Relation wird der Personalabbau bei der Sparkasse Pfaffenhofen bei der Eigenständigkeit massiver sein als in der Fusion."

Geisenfelds Bürgermeister Christian Staudter zu den möglichen Folgen der gescheiterten Fusion

Die Pfaffenhofener Sparkasse weist eine Bilanzsumme von einer Milliarde Euro aus. Über sechs Milliarden Euro Bilanzsumme sollte die fusionierte Mega-Sparkasse haben. Unter einem Dach sollte sich das neue Rieseninstitut trotz Zinsflaute wettbewerbsfähig halten. Darum bemühen sich nun die beiden Sparkassen Ingolstadt und Eichstätt in einer schlichten Zweier-Beziehung. Sie wollen noch im ersten Halbjahr fusionieren.

Unterkühlter Verwaltungsrat

Geplatzt: der Traum der Mega-Sparkasse mit Ingolstadt, Pfaffenhofen und Eichstätt.

Im Nachgang zum Scheitern der Mega-Fusion ist unter den Anteilseignern der Sparkasse Pfaffenhofen ein Streit um die Verteilung der Gewerbesteuer entbrannt. Bislang erhält die Kreisstadt mit 75 Prozent den Löwenanteil.

Das wollen die anderen Anteilseigner nun ändern. Der Kreis und die Gemeinden Wolnzach und Geisenfeld erhalten derzeit insgesamt nur 25 Prozent der Gewerbesteuer, obwohl ihnen 60 Prozent der Anteile an der Sparkasse gehören. In der Sitzung des Verwaltungsrates hätten die Beteiligten deshalb einen neuen Verteilungsschlüssel gefordert, erklärte Landrat Martin Wolf dem BR.

"Es war heute sehr unterkühlt im Verwaltungsrat."

Pfaffenhofens Landrat Martin Wolf nach der Sitzung am 16. Februar 2016


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