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400.000 Euro pro Jahr für die Gemeinde Schliersee will an Zweitwohnungssteuer festhalten

Die Gemeinde Schliersee ist fest entschlossen, die Zweitwohnungssteuer auch 2018 zu erheben und will umgehend die entsprechende Satzung ändern. Das hat der Erste Bürgermeister dem BR bestätigt.

Von: Marco Eisele und Maximilan Burkhart

Stand: 15.12.2017

Schliersee | Bild: picture-alliance/dpa

Schliersee will die Zweitwohnungssteuer auch im neuen Jahr behalten, bestätigt der Erste Bürgermeister der Marktgemeinde Schliersee, Franz Schnitzenbaumer, dem BR: "Wir brauchen die Steuer". Die bislang in Schliersee erhobene Zweitwohnungssteuer hatte das Bundesverwaltungsgericht am Donnerstag als rechtswidrig verworfen. Zirka 400.000 Euro nehme der Markt Schliersee jährlich mit der Steuer ein, die etwa 500 Bürger bezahlten. Ihr Verlust würde ein "tiefes Loch in die Kasse reißen", so Schnitzenbaumer. Man werde den Bescheid daher auch 2018 rausschicken.

Gericht sieht "erhebliche Ungleichbehandlungen"

Der Pressesprecher des Bayerischen Gemeindetages, Wilfried Schober, kündigte an, die Anzahl der Besteuerungsstufen deutlich zu erhöhen. Das bisherige Modell hat fünf bzw. im Markt Schliersee und in Bad Wiessee sieben Stufen. Das Bundesverwaltungsgericht bemängelte den zu großen Abstand zwischen den Stufen und sah "erhebliche Ungleichbehandlungen". Sollte das Gericht jedoch ein lineares Modell fordern, habe die Zweitwohnungssteuer "keine Zukunft", so Schober gegenüber dem BR. Dazu sei der Verwaltungsaufwand zu groß.

Bürgermeister weist Wunsch nach Rückerstattungen zurück

Schober betonte außerdem, dass es keine Chance auf Rückerstattung der bislang gezahlten Zweitwohnungssteuer gebe, da der Bayerische Verwaltungsgerichtshof das Stufenmodell in Bad Wiessee 2016 in zweiter Instanz für rechtens befunden habe.


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Cosi, Sonntag, 17.Dezember, 11:32 Uhr

3. Keine Abzocke

Meine Verwandtschaft wohnt in Schliersee . Einheimische können sich mittlerweile keine Häuser oder Grundstücke leisten. Utopische Preise mittlerweile da zählt nur der Grund die Immobilie ist oft gar nix wert.

Die Pendler wohnen vor Ort ,die Reichen aus München betrifft es nur ,da habe ich kein Mitleid.

  • Antwort von Wolfgang, Sonntag, 17.Dezember, 17:33 Uhr

    @ Cosi: Zitat: Einheimische können sich mittlerweile keine Häuser oder Grundstücke leisten. Utopische Preise..

    Kurz geantwortet selber schuld, wenn ortsansässige Grundeigentümer teuer und geldgierig an Münchener Grundstücke verkaufen stattsich zu bescheiden und Wohnraum für Ort nötige Bevölkerung zu schaffen, es sei Arzthelfer, Gemeindearbeiter, Handwerksgesellen, Bedienungen, Verkäufer usw.

    Niemand ist verpflichtet eine Wiese zu 3000€/m² für eine villa zu verkaufen, an die Gemeinde für öffentliche Wohnungen oder eine gemeinnützige Baugenossenshcaft darf man auch zu 20€/m² verkaufen.

    Oder ähnlich der Jachenau, kein Baurecht für ZUSÄTZLICHE Villen schaffen.

    Also ihr Leute aus Schliersee jammert nicht, selbst schuld, falsche Gemeindepolitik über Jahrzehnte.

A.B. , Samstag, 16.Dezember, 10:03 Uhr

2. Abzocke

Warum Abzocke? Wir reden von einer Abgabe/Steuer auf Zweitwohnungen, die wie der Name schon sagt nicht die Hauptwohnung darstellt, wenig genutzt wird, aber bei vielen Gemeinden den Wohnungsmarkt verschärft bzw. Die Preise teilweise ins absurde steigen lässt. Die Gemeinde muss aber die vollständige Infrastruktur stellen.

  • Antwort von kleinlaut, Samstag, 16.Dezember, 10:19 Uhr

    Traurig nur für die, die ohnehin dadurch gestraft sind, dass sie pendeln (Familie an einem Ort, Arbeitsstelle leider weiter weg) und daher eh schon erhebliche Mehrkosten auf sich nehmen müssen. Da fangen sicherlich viele das rechnen an, ob sich das Annehmen einer Arbeitsstelle überhaupt lohnt ...

  • Antwort von ich habe zu viel Geld, wohin damit?, Samstag, 16.Dezember, 11:45 Uhr

    Die Zweitwohnungen sind doch nicht von Pendlern. Die sind von denen, die genug Geld haben, um sich eine zweite Wohnung/Haus in der schönen Landschaft leisten zu können. Pendler würden näher an Ballungszentren ziehen.

  • Antwort von Barthel, Samstag, 16.Dezember, 22:46 Uhr

    Pendler wären davon doch gar nicht betroffen, da es sich ja dann wohl um den Hauptwohnsitz handelt. auch auf Wochenendheimfahrer trifft es nicht zu, da sich der Zweitwohnsitz am Arbeitsplatz, d.h. in der Stadt befindet.
    Es geht bei Zweitwohnungen in diesen Orten um reine Luxusgüter deren Infrastruktur von der Allgemeinheit mitgetragen wird.

T, Samstag, 16.Dezember, 00:20 Uhr

1.

Abartige widerliche Abzockerei