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Homepage "offline" Rechte Umtriebe beim Förderverein des Bayerischen Armeemuseums

Der Unterstützerverein des Bayerischen Armeemuseums in Ingolstadt steht wegen rechtsradikaler Inhalte auf seiner Homepage massiv in der Kritik. Die Museumsleitung geht auf Distanz, der Vorsitzende schiebt die Verantwortung weiter.

Von: Michael Bartmann

Stand: 13.10.2017

Armeemuseum in Ingolstadt, Foto: BR/Alexander Krauß | Bild: BR/Alexander Krauß

Es geht unter anderem um Vorträge von bekannten Geschichts-Revisionisten wie Gerd Schultze-Rhonhof oder Franz Seidler, die die deutsche Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg relativieren und leugnen, sowie um antisemitische Werke des britischen Autors Andrew Carrington Hitchcock über eine angebliche zionistische Weltverschwörung – alles das war auf der Homepage der Freunde des Bayerischen Armeemuseums zu finden.

Absurde Verschwörungstheorien von rechts

Der stellvertretende Museumsleiter Tobias Schönauer zeigt sich im BR-Interview entsetzt. Die Inhalte seien "absurd", so Schönauer. Es seien Verschwörungstheorien zu finden, die weit in das rechte Spektrum reichen. Die Museumsmacher wandten sich bereits im April an den Förderverein, sagen sie. Doch der reagierte nicht, dann schrieb der Museumschef im Juli einen offiziellen Brief. Doch auch das habe keine Konsequenzen zur Folge gehabt, so Schönauer.

Der Vorsitzende des Unterstützervereins und Vorgänger des jetzigen Museumsdirektors, Ernst Aichner, beteuert dagegen, erst im Juli von den Inhalten auf der Homepage des Vereins erfahren zu haben. Er habe dann sofort den Justitiar des Vereins eingeschaltet und dränge seitdem darauf, dass die Inhalte von der Seite gelöscht werden.

Administrator gibt sich als Hobby-Wissenschaftler

Die alleinige Verantwortung sieht Aichner allerdings bei seinem Administrator für die Website, einem im Landkreis Miesbach lebenden Ex-Bundeswehr-Soldaten. Dieser beteuert jedoch auf BR-Nachfrage, er habe nur interessante wissenschaftliche Beiträge gesammelt und sie auf die Homepage des Vereins allen Mitglieder zur Verfügung gestellt – zur wissenschaftlichen Diskussion, wie er sagt. Er könne darin nichts Problematisches erkennen, die ganze Aufregung sei für ihn nicht nachvollziehbar.

Die Website des Vereins ist inzwischen offline, kommende Woche soll es eine Krisensitzung des Vorstands geben.


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