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Hilfe für Kinder suchtkranker Eltern Bayerischer Präventionspreis für Projekt "Kinderleicht"

Wenn die Eltern trinken oder psychisch krank sind, entwickeln deren Kinder oft Angst, Scham- und Schuldgefühle. Ein Projekt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen soll helfen und wird jetzt mit dem "Bayerischen Präventionspreis" ausgezeichnet.

Von: Axel Mölkner-Kappel

Stand: 20.06.2017

Symbolbild Alkoholsucht | Bild: colourbox.com

Experten der Caritas Fachambulanz Garmisch-Partenkirchen schätzen, dass allein in ihrem Landkreis rund 7.500 Kinder psychisch kranke Eltern erleben. Um genau diesen Kindern zu helfen, hat die Caritas seit 2009 das Präventionsprogramm mit dem Namen "Kinderleicht" gestartet. Und tatsächlich ist dieses Projekt bis heute stark nachgefragt. Dort lernen die Kinder, wie sie mit der Krankheit ihrer Eltern umgehen und wie sie selber ihr Selbstwertgefühl stärken können. Denn in vielen Familien wird gar nicht über die Suchterkrankungen der Eltern gesprochen. Vielmehr darf dort auf keinen Fall die Suchtkrankheit der Eltern nach Außen dringen.

Eine Lobby für die Kinder - Öffentlichkeit für ein Tabu

Die Kinder und ihre Eltern werden begleitend zu der Gruppenarbeit auch einzeln beraten. Außerdem wird die Öffentlichkeit über das Problem informiert. Auch Fachkräfte werden mit Hilfe der Caritas auf das Problem aufmerksam gemacht.

Um dieses Projekt zu ehren, hat am Dienstag die Caritas aus der Hand von Gesundheitsministerin Melanie Huml den "Bayerischen Präventionspreis" des Gesundheitsministeriums in der Kategorie Prävention in Familie, Kindertagesstätte und Schule" verliehen. Ausgezeichnet wurden vier Projekte aus Garmisch-Partenkirchen, Bamberg, Nürnberg und Augsburg. Sie erhalten ein Preisgeld in Höhe von je 2.500 Euro. Mehr als 70 Projekte aus ganz Bayern hatten sich beworben.

"Die rege Beteiligung und das große Engagement in diesem Bereich freut mich sehr. Dies zeigt, dass wir gemeinsam mit vielen Akteuren an einem Strang ziehen, um den Risikofaktoren für chronische Erkrankungen wie Bewegungsmangel oder starkes Übergewicht vorzubeugen."

Gesundheitsministerin Melanie Huml

Im Bereich "Ausbildungsstätte und Betrieb" wurde die "Gesundheits-Challenge 2016" geehrt – ein Bewegungsprojekt für Beschäftigte und Bewohner eines Seniorenzentrums der Bamberger Altenhilfe-Sozialstiftung. Den Preis in der Kategorie "Prävention im Alter" erhielt der Frühstückstreff "Gut für die Seele" des Fördervereins ambulante Krisenhilfe in Nürnberg. Im Bereich "Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit" ging der Preis an das Kinder-Ferienprojekt "Insel Delfina" der Stadt Augsburg. Das Gesundheitsministerium vergibt den Präventionspreis gemeinsam mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Bewerben können sich innovative und zukunftsweisende Projekte zur Förderung der Gesundheit der Bevölkerung.


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