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Pegida in München Sitzblockade, Leichtverletzte und jede Menge Polizei

Die erste Pegida-Kundgebung in München nach den Vorkommnissen von Köln hatte am Montagabend mehr Zulauf als üblich. Allerdings waren die Gegendemonstranten deutlich in der Überzahl. Es gab Festnahmen - und Leichtverletzte bei Gegner und Polizei.

Von: Oliver Bendixen

Stand: 12.01.2016

Die Pegida-Demo stand unter dem Motto "Merkel muss weg!". Etwa 400 Anhänger der rechtspopulistischen Bewegung nahmen teil - unter ihnen laut Polizei etwa 25 Neonazis der gewaltbereiten Münchner Szene.

Die Zahl der Gegner schätzt die Polizei auf etwa 600 bis 1.000. Ihr Motto lautete: "Flüchtlinge bleiben, Nazis vertreiben". Mit Transparenten, Trillerpfeifen und Sprechchören protestierten sie gegen Pegida. Die Polizei war mit 500 Kräften im Einsatz. Drei Polizisten wurden leicht verletzt; einer von ihnen wurde von einem Pegida-Anhänger in den Arm gebissen.

"Es ist zum Glück nicht so schlimm gekommen, wie es hätte kommen können. Aber es ist auch nicht so friedlich gewesen, wie wir es uns gewünscht hätten. Das kann München besser. Das kann Münchens Demonstrationskultur besser. Wir hoffen auf das nächste Mal."

Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins am Montagabend im BR-Interview

Kurzes Chaos nach Änderung der Route

Grund für die Festnahmen waren verschiedene Delikte aus dem Bereich des Veranstaltungsrechts. Außerdem wurden einige Menschen leicht verletzt, wie ein Polizeisprecher am Abend dem BR mitteilte. Dazu kam es, nachdem etwa 140 Menschen an der Brienner Straße am Platz der Opfer des Nationalsozialismus den geplanten Zug der Rechtspopulisten blockiert hatten.

Daraufhin leitete die Polizei die Pegida-Anhänger an der Blockade vorbei. Als die Blockierer das bemerkten, sprangen sie auf und versuchten, den Pegida-Anhängern hinterherzulaufen. Dabei wurde einige noch am Boden Sitzende von den aufspringenden Menschen überrannt und leicht verletzt. Nähere Angaben zu den Verletzungen konnte die Polizei nicht machen.

Die Pegida-Demo ging gegen 21.15 Uhr auf dem Odeonsplatz zu Ende. Die Schlusskundgebung löste sich schnell auf, da die Gegendemonstranten mit Trillerpfeiffen dagegen hielten.

Mahnwachen auf dem Marienplatz angekündigt


Der Protestmarsch war Auftakt zu einer Reihe von Aktionen, die Pegida in München plant: So soll jeden Montagabend vor der Feldherrnhalle und an vier Tagen pro Woche auf dem Marienplatz demonstriert werden - jeweils drei Stunden während der Geschäftszeiten.

Die Kundgebungen am historisch belasteten Ort Feldherrnhalle - vor dem Bauwerk endete 1923 der Hitlerputsch blutig - wollen weder die Bürgerbewegung noch die autonome Szene dulden. Das Bündnis "München ist bunt" will auch auf die Mahnwachen auf dem Marienplatz mit Gegenaktionen reagieren.


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