6

Menschenaffen-Baby im Tierpark Hellabrunn Nachwuchs bei den Orang-Utans

Die Nachwuchs-Welle im Tierpark Hellabrunn bricht nicht ab: Am Tag der Deutschen Einheit brachte Orang-Utan-Dame Matra einen gesunden kleinen Jungen zur Welt, berichtet der Tierpark Hellabrunn. Er ist das siebte Mitglied der Hellabrunner Orang-Utan-Gang.

Stand: 19.10.2016

Orang-Utan-Mama Matra mit Baby | Bild: Michael Thomas

Man muss schon ganz genau hinsehen, um zwischen dem rötlichen und wuscheligen Fell von Matra das kleine Köpfchen zu entdecken – fest an den Bauch gedrückt, schützt die Mama ihren Sohn vor den neugierigen Blicken der Besucher.

Schlafen, säugen, schlafen

Davon scheint der Kleine jedoch nicht viel mitzubekommen, denn warm eingekuschelt an Matras Brust schläft er noch sehr viel und bewegt sich allerhöchstens, um gesäugt zu werden.

Vor den neugierigen Blicken von den beiden jüngsten Orang-Utan-Damen der Gruppe, Jolie und Isalie, kann Matra den Nachwuchs aber kaum verstecken: Immer wieder leisten die beiden der frischgebackenen Mama Gesellschaft und begutachten den Spross – schließlich muss man ja im Auge behalten, wie sich der neue Spielkamerad entwickelt. Papa Bruno hingegen versucht lieber, die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich zu ziehen, denn immerhin ist er der Chef im Ring der Hellabrunner Orang-Utan-Frauen.

Kinderliebe Affenmama

Zoodirektor Rasem Baban freut sich über den Nachwuchs bei den Menschenaffen:

"Es ist schön, zu beobachten, wie sorgsam sich die erfahrene Mutter Matra um ihr Kleines kümmert. Auch die anderen Mitglieder der Gruppe haben sich inzwischen schon bestens mit der neuen Situation angefreundet."

Tierpark-Direktor Rasem Baban

Damit sich Matra ungestört um den Nachwuchs kümmern kann, wurde eine Scheibe der Anlage vorübergehend mit einer blickdichten Folie abgeklebt.

"Wir wollen so eine weitere Rückzugsmöglichkeit für Matra und das Baby schaffen. ... Die ersten Lebenswochen sind wegen einer Infektionsgefahr noch kritisch, doch wir sind optimistisch, dass sich alles gut weiterentwickelt."

Kuratorin Beatrix Köhler

Paten helfen Orang-Utans retten

Für die 41-jährige Matra ist es bereits ihr fünftes Kind. Gemeinsam mit ihr lebt auch ihre Tochter Jolie im Tierpark. Hellabrunns ältester Orang-Utan Bruno ist bereits über dreißig Mal Vater geworden, er ist auch der Vater von Jolie und Isalie. Einen Namen hat Brunos jüngstes Kind noch nicht. Im Rahmen einer Jungtier-Patenschaft darf der Pate oder die Patin den Namen des kleinen Orang-Utans bestimmen.

Damit wird nicht nur der Tierpark bei der Pflege und Versorgung der Tiere unterstützt, mit einer Patenschaft engagiert man sich auch nachhaltig für den Artenschutz.

Zuhause auf Sumatra

Der natürliche Lebensraum der Sumatra-Orang-Utans ist einzig die indonesische Insel Sumatra. Sie zählen zu den am stärksten gefährdeten Affenarten auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN. Sie sind Meister im Klettern und bewegen sich dank ihrer sehr langen Arme, die eine Spannweite von etwa 2,20 Meter erreichen können, sicher von Baum zu Baum. Hellabrunn engagiert sich seit vielen Jahren für ein Projekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, die auf Sumatra, im Nationalpark Bukit Tigapuluh, eine Auswilderungsstation betreibt.
Die Station liegt im Zentrum Sumatras, wo seit mehr als 150 Jahren keine Orang-Utans mehr leben. Ziel des Projekts ist es, in Bukit Tigapuluh durch Auswilderungen eine sogenannteRettungsboot-Population für Sumatra-Orang-Utans aufzubauen. Beschlagnahmte und verwaiste Tiere werden monatelang auf die Auswilderung vorbereitet. Mit großem Erfolg: Bis heute konnten bereits mehr als 160 Orang-Utans ausgewildert werden.


6

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Claudia, Mittwoch, 19.Oktober, 15:42 Uhr

1. Orang-Utan-Baby in Hellabrunn

Es ist zwar einerseits schön zu wissen, dass sich die Orang-Utans auch in Gefangenschaft vermehren, aber das macht das Drama dieser bedauernswerten Geschöpfe nicht besser!
Wie kann sich ein Mensch darüber freuen, einen eingesperrten Orang-Utan zu betrachten... und ganz offensichtlich dabei vergessen, wie die Tiere in Freiheit leben würden.
Oder WILL der Mensch einfach in seiner egoistischen Sensationslust nicht daran denken, dass diese Tiere eigentlich einen sehr, sehr großen Aktionsradius haben und in einem Zoo lebenslänglich weggesperrt sind.
Und diesem armen Baby blüht nun genau dieses Schicksal!
Sooo traurig!

Und Sie finden tatsächlich, dass es sich dabei um eine schöne Nachricht handelt!
Ebenso traurig!!!