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600.000 Wiesn-Besucher zum Startwochenende Freundliche Bilanz zum Oktoberfestauftakt

Der Auftakt des Münchner Oktoberfests ist trotz des durchwachsenen Wetters gelungen. Die Wiesn 2017 zählt bereits nach dem ersten Wochenende rund 600.000 Besucher

Von: Birgit Grundner

Stand: 17.09.2017

Münchens 2. Bürgermeister und Wiesn-Chef Josef Schmid wurde heute fast ein bisschen pathetisch.

"Die Liebe zur Wiesn kehrt zurück!"

Wiesn-Chef Josef Schmid

Über 600.000 Besucher sollen es am ersten Wiesnwochenende gewesen sein – 100.000 mehr als im vergangenen Jahr.

"Das Bemühen von uns, dass wir die Sicherheit hochhalten, hat sich gelohnt. Und das find' ich pfundig, weil wirklich die Wiesn das schönste Volksfest der Welt ist. Und da gfreit’s mi einfach, wenn wir wieder leichte Zuwächse haben."

Josef Schmid

Josef Schmid

Am Eröffnungstag hätten das viele noch nicht zu hoffen gewagt. Pünktlich zum Anstich hatte es geregnet, und es war recht kühl - schlechte Nachricht vor allem für die Standlbesitzer und Schausteller, inzwischen: aufatmen.

"Am Abend war’s dann doch einigermaßen erträglich für alle. Heute schaut’s gut aus. Druck mer die Dauma, dass es so bleibt."

Schausteller

Das sonnige Wetter heute haben viele aus München und dem Umland für einen ersten Wiesnausflug genutzt.

"Rundgang, Maßtrinken, bei dem Wetter haben wir spontan gsagt: Geh‘ mer raus.  - Wir fahren heute so Dinge wie Parcours oder so. Breakdance, eher wildere Sachen. - Ich bin aus dem Allgäu, das sind die Kinder von meinem Bruder, wir gehen rum. Wir sind erst einmal Karussell gefahren, dann sind wir Riesenrad gefahren, dann haben wir Zuckerwatte gekauft, dann a Maß Bier, das heißt zwei Maß und halbes Hendl, es war rundum ein schöner Tag. Hat länger gedauert, als wir gedacht haben."

Besucher am ersten Wiesn-Sonntag

Zelte blieben lange offen

Die Zelte waren am Nachmittag gut voll, aber nicht schon wegen Überfüllung gesperrt. Die Festwirte sind mit dem ersten Wochenende zufrieden – ein rundum gelungener Einstand, freut sich Sprecher Toini Roiderer. Wie viele Maß Bier bis jetzt ausgeschenkt worden sind, sagt noch keiner. Aber: Elf Ochsen wurden schon verspeist. In jedem Fall rekordverdächtig war wieder der Trachten- und Schützenzug heute Vormittag: sieben Kilometer lang - 60 Gruppen mit 9000  Teilnehmern aus dem In- und Ausland.

Die Polizei musste öfter als vergangenes Jahr ausrücken – 200 Einsätze waren es bis gestern Abend.  Die gute Nachricht: Im Wesentlichen waren es die klassischen – aber leichteren – Wiesndelikte,  so Münchens Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins.

"Das ist natürlich alles rund ums Eigentum. Diebstahl, Sachbeschädigung. Dann sind es Körperverletzungsdelikte in der einfachen Art und in Form der gefährlichen Körperverletzung. Wir haben natürlich gestern auch die ersten Fälle von Maßkrugschlägereien gehabt. Die ganz großen Dinge, davon sind wir gestern verschont geblieben."

Polizeisprecher Markus da Gloria Martins

Auf der Wiesn-Sanitätsstation mussten die Helfer und Ärzte allein gestern rund 480 Patienten versorgen - das ist eine Steigerung um fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die meisten kamen mit Schnittverletzungen an Händen und Füßen und mit Alkoholvergiftungen. Lange Warteschlangen gab‘s beim Fundamt.

"Wir haben von einer Armbrustschützentracht den Hut verloren. Im Zelt ist er irgendwie weggekommen, jetzt hoffen wir, dass ihn irgendjemand gefunden hat. Das ist ein Stück, das man nicht nachkaufen kann. – Ich habe meine gesamte Tasche verloren, da ist mein Pass drin und ein Schal und der Rest ist mir noch nicht klar. Ich hab’s einfach liegenlassen."

Besucher auf dem Oktoberfest


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