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Größtes Volkfest der Welt Oktoberfest und Oide Wiesn starten

Das 184. Oktoberfest ist eine "große Wiesn": Denn das größte Volksfest der Welt dauert satte 18 Tage – vom 16. September bis zum 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit. Und: Es gibt wieder die Oide Wiesn!

Von: Christoph Dicke

Stand: 16.09.2017

Bis zum Schluss wird gehämmert, gestrichen, geprobt: Wenn heute Schlag zwölf Uhr Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter zum Hammer greift, muss alles laufen wie am Schnürchen. Denn dann wird nicht nur gezählt, wie viele Schläge der OB diesmal für den Anstich des ersten Wiesn-Fasses braucht, sondern auch untersucht, ob nicht wieder zu viel Schaum in der Oktoberfest-Maß ist.

Wiesnpreise steigen erneut deutlich über Inflation

Bereit für die Massen: die Ochsenbraterei.

Viele Wiesnfreunde schäumen auch wegen der Preisentwicklung auf dem Festgelände an der Bavaria: Eine Steigerung von durchschnittlich 3,1 Prozent hat der Chefvolkswirt der italienischen Bank Unicredit für heuer ermittelt – deutlich über der allgemeinen Preisentwicklung. Aber das hat auf der Wiesn ja Tradition. Eine Bierpreisbremse war im Münchner Stadtrat gescheitert. 2016 war die Wiesn-Inflation sogar auf 3,5 Prozent geklettert. Die Maß liegt heuer zwischen 10,60 und 10,95 Euro.

Bierkonsum 2016 erstmals rückläufig

Geht deshalb der Bierkonsum zurück? Laut Unicredit-Analyse ist der Pro-Kopf-Konsum von 1985 bis 2015 kontinuierlich von rund 0,9 Litern auf einen Spitzenwert von 1,3 Litern gestiegen. Vergangenes Jahr aber waren es durchschnittlich nur noch 1,18 Liter pro Mann beziehungsweise Frau.

Die Besucherzahlen waren 2016 mit 5,6 Millionen fast so niedrig wie 2001 – unmittelbar nach den Anschlägen in den USA. Der Höchstwert seither wurde 2011 mit 6,9 Millionen erreicht – bei 17 Tagen Dauer. Von diesen Werten träumt man bei der Stadt.

Mehr Sammelstellen für Taschen und Rucksäcke

Immerhin ist aufgrund gestiegender Sicherheitsanforderungen die Zahl der Sammelstellen für Rucksäcke und Taschen erhöht worden. Alles, was größer ist als drei Liter Fassungsvermögen, darf nicht mit aufs Fest. Kinderwägen allerdings auch nicht – und zwar an allen Samstagen und am Einheitsfeiertag (3. Oktober).

Mehr Sicherheit: Lieferverkehr nur außerhalb der Öffnungszeiten

Der Lieferverkehr auf der Theresienwiese ist aus Sicherheitsgründen nun erstmals vom Besucherverkehr getrennt: Bisher durfte dieser bis 10 Uhr aufs Festgelände, Einlass für die Besucher war aber schon ab 8 Uhr. Nun müssen sich die Gäste eine Stunde länger gedulden: Erst um 9 Uhr wird das Oktoberfest öffnen. Da müssen die Lieferanten definitiv wieder weg sein. Neu ist auch: Alle Fahrer und Beifahrer müssen überprüft und registriert sein.

Und noch etwas dürfte dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis der Festbesucher entsprechen: Im Notfall kann die Polizei per zentraler Lautsprecheranlage sogar in jedem Festzelt einzeln Durchsagen machen. Bestehen bleiben der Zaun ums gesamte Gelände, abschnittsweise ein flexibler Maschendrahtzaun, und die hochfahrbaren Poller gegen Fahrzeuge an den kontrollierten Eingängen. Mehr Einsatzkräfte, mehr Überwachungskameras und mehr Taschenkontrollen tun ihr Übriges.

Oide Wiesn mit neuem Volkssänger-Zelt

Da kein Zentral-Landwirtschaftsfest stattfindet, kann die Oide Wiesn nun zum sechsten Mal ihre Tore öffnen. Diese historische Wiesn ist für alle, denen der Rummel auf der normalen Wiesn zu groß und zu laut ist. Neu dabei: das "Original Münchner Volkssängerzelt – Zur Schönheitskönigin". Hier soll die Wirtshauskultur der satirisch-bissigen Volkssänger(innen) neu belebt werden.

Karusselltürme jetzt noch höher

70 Meter hoch: Wenig später hängen die Karussellsitze schräg in der Luft.

Im Gegensatz dazu das lärmende, tosende "Schneller, höher, weiter!" vieler Schausteller auf der großen Wiesn: Beim "XXL Raver" fällt man kopfüber sogar aus 55 Metern Höhe in die Tiefe – an einem langen Greifarm, der einen kräftig durchschüttelt. Nichts für volle Mägen.

Im "Jules Vernes Tower" dreht sich ein Kettenflieger sogar auf 70 Metern Höhe – in der Schräglage gar 65 Stundenkilometer schnell. Neu ist auch der "Drifting Coaster": Hier sitzt man in den Gondeln einer Achterbahn, die allerdings in jeder Kurve ausschwenken, sodass man wirklich den Boden unter den Füßen verliert.

Erstmals App zum bargeld- und kartenlosen Zahlen

Der neue XXL-Raver - Höhenrausch mit Durchschütteln

Ach ja, ganz neu ist die kostenlose Bezahl-App: Sie macht sogar Plastikgeld überflüssig, weil das Besucher-Smartphone und das Kellner-Smartphone per Barcode-Scanner alles unter sich ausmachen. In der App müsseen nur die Bankdaten nebst Einzugsermächtigung gespeichert werden. Sogar das Trinkgeld lässt sich per Tastendruck aus vorgefertigten Buttons auswählen – mit 0,10,15 und 20 Prozent. Dann den Endpreis bestätigen – fertig. Für alle, die schon lange gewusst haben, dass das Smartphone eines Tages die Kontrolle über uns gewinnt ...

Auf zum Trachten- und Festzug

Traditionell marschieren und galoppieren am ersten Wiesn-Sonntag Tausende Trachtler, Schützen, Musikgruppen und Brauereigespanne von der Maximiliansstraße durch die Innenstadt zur Theresienwiese. Um 10 Uhr setzt sich der Zug in Bewegung. Vorneweg reitet stets das Münchner Kindl. Die Prominenz fährt in der Kutsche. Gut, wer auf Papas Schultern sitzen und den Zug von oben anschauen kann.

Na dann: Auf eine friedliche Wiesn!


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Elfriede, Freitag, 15.September, 20:09 Uhr

9. Trachten und Festumzug

Ich wünsche allen Teilnehmern ,trockene und friedliche Zeit. Gerne hätte ich ihn mir live angesehen,aber München ist einfach zu teuer für kleine Rentner aus dem Ruhrgebiet. Werde ihn mir im Fernsehen ansehen, mit Wehmut. Friedliche Wieso!!

Josef aus Weiden, Freitag, 15.September, 16:13 Uhr

8. Oktoberfest 2017

Na endlich,werden manche sagen.Das größte Sauf-und Rauffest der Welt beginnt wieder.

Lasluri, Freitag, 15.September, 13:43 Uhr

7. Wies'n

Wenn ich die Kommentare hier lese,denk ich mir,wieso muß eigentlich immer alles madig gemacht werden .

  • Antwort von waldler, Freitag, 15.September, 14:04 Uhr

    Das mit dem madig machen, das haben schon die Schicki Mickis und die Ballermänner besorgt.

  • Antwort von Lasluri, Freitag, 15.September, 14:22 Uhr

    Ich vermisse auch noch Drudaringa's Kommentar,daß die AfD an allem schuld sei!

Ebert, Freitag, 15.September, 12:13 Uhr

6. Randbemerkungen

Es ist mal wieder so weit, liebe Leser, das weltweit größte Säuferfest wird eröffnet.

Wünsche fröhliches Saufen, lustige Schlägereien, tolles Kot..n, freundliche Sanis in den Ausnüchterungszellen, halbvolle Maßkrüge, BIO - Händel von der Massenzucht und letztendlich Regenwetter, damit man eine gute Ausrede hat und länger im Zelt saufen kann.

Servus Euer Ebert

( Servus ist lateinisch und heust Sklave, für Nichtlateiner )

Frank ebulla, Freitag, 15.September, 12:11 Uhr

5. Ohne mich, den Hochsicherheitstakt werde ich nicht besuchen

Ohne mich, viel zu teuer und viel zu gefährlich.
Ein eingezäunter Hochsicherheitstrakt mit einem noch nie dagewesen Polizei und Securityaufgebot.
Nee danke!

Schöne Grüße aus London!

  • Antwort von Wolf, Freitag, 15.September, 13:28 Uhr

    Prima,wenn die "besorgten Bürger" daheim bleiben ist Platz auf der Wiesen.

  • Antwort von Holgi, Freitag, 15.September, 14:04 Uhr

    Keine Sorge. Der Platz auf der Wiesn wird auch voll, wenn ausschließlich Ignoranten kommen.

  • Antwort von PS_ED, Freitag, 15.September, 15:50 Uhr

    @Holgi; naja Was heißt ignaoranten, es sind wohl eher Realisten!

    Ich denke an '83 (hier geschah etwas), ich denke an 90 (hier gab es aufgrund der "Wirtschaftsflüchtlinge" aus der Ehemaligen DDR Bomebndrohungen, ich denke an die Wiesen nach dem 11.9.01 usw.. !

    D.h. der Zaun bringt in erster Line dem Hersteller und den Arbeitern Geld und den Politikern Wählerstimmen der Besorgten (Realitätsfremden!)

    Der Zaun schützt niemanden an den Bahnhöfen, den Plätzen rund um den Zaun etc... der Zaun schützt auch niedie Zuhausegebliebene die auf dem Weg zur Arbeit oder Einkaufen getroffen werden, wenn ein Idiot meint sich auf diese Weise politisch äußern zu müssen!

    Der Zaun schützt mich auch nicht vor dem noch betrunkenen Autofahrer, der zwar zur Wiesen mit ÖPNV fuhr, aber in die Arbeit am nächsten Tag mit dem Auto!

    Fakt ist wer schaden will, wird Wege finden