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Oktoberfest 2017 Großer Besucherandrang zum Wiesn-Ende

Das Münchner Oktoberfest hat an seinem letzten Wochenende zahlreiche Besucher angelockt. Zuvor hatten die Veranstalter bereits vorhergesagt, dass die Wiesn zu ihrer alten Besucherstärke zurückkehren werde.

Stand: 02.10.2017

Das letzte Wiesn-Wochenende ist traditionell das stärkste. Das hat sich auch in diesem Jahr bestätigt. Das milde und trockene Wetter lockte wieder unzählige Besucher an.

Am Samstagmorgen bildeten sich laut Polizei schon vor sieben Uhr morgens lange Schlangen entlang der Absperrungen am Festgelände. Nach Öffnung der Eingänge um neun Uhr gab es bis zum Mittag regen Zustrom zu den Bierzelten und Fahrgeschäften. Am Sonntag war der Andrang weniger groß. Am Nachmittag konnten die Besucher noch gemütlich auf der Wirtsbudenstraße schlendern, ohne gequetscht zu werden.

Viel Arbeit für die Polizei

Die Münchner Polizei musste wiederholt ausrücken. Der Grund waren vor allem Maßkrugschlägereien und sexuelle Belästigungen. Besonders tragisch war ein Vorfall am Freitag kurz nach Mitternacht: In einem Café in der Schillerstraße kam ein betrunkener Wiesnbesucher bei einem Sturz ums Leben. Eine Putzfrau sah den Feuerwehrmann aus Norwegen leblos am Fuße einer Treppe liegen. Ein Notarzt konnte den 63-Jährigen reanimieren, er starb aber wenige Stunden später im Krankenhaus. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann unglücklich gestürzt war, er hatte 2,5 Promille intus. Zuvor war er mit seinen Freunden auf der Wiesn unterwegs gewesen.

Zwei Maßkrugschlägereien beschäftigten die Polizei am Wochenende - eine am Freitagabend im Schottenhamel und eine am Samstagabend im Hacker-Festzelt. Beide Opfer - ein 19-Jähriger Münchner und ein 26 Jahre alter Spanier - erlitten stark blutende Kopfplatzwunden. Die beiden deutschen Täter erhielten Anzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung. Gegen vier Briten wurde Haftbefehl beantragt - sie haben am Samstagabend einen 23-jährigen Italiener zusammen geschlagen. Der Mann erlitt wahrscheinlich ein Schädel-Hirn-Trauma.

Mehrfach versuchten Besucher, mit gefälschten Geldscheinen zu bezahlen. Aufmerksame Bedienungen verständigten die Polizei. Insgesamt sei die Zahl der Einsätze am letzten Wochenende auf dem Niveau von 2015, sagte der Polizeisprecher.

Bundespolizei war auch gefordert

Auch die Bundespolizei hatte an diesem Wiesnwochenende viel zu tun: Freitagnacht liefen an verschiedenen Orten in der Stadt immer wieder Betrunkene in die Gleisbereiche. Um die Männer aufzugreifen, musste zum Teil sogar ein Hubschrauber eingesetzt werden. S-Bahnen und Züge verspäteten sich deshalb. Verletzt wurde glücklicherweise keiner. Samstagabend nahm die Bundespolizei noch einen Polen fest, der sich vor drei 16-Jährigen in einer S-Bahn befriedigt hatte. Die Teenager reagierten aber schnell, sie stiegen gleich aus und riefen die Polizei. So gelang es den Beamten, den Mann zu fassen.

Festleitung zufrieden

Vor Beginn des Endspurts hatten die Verantwortlichen bereits vorhergesagt, dass die Wiesn in diesem Jahr zu ihrer alten Besucherstärke zurückkehren werde. Festleiter Josef Schmid (CSU) prognostizierte am Freitag mehr als sechs Millionen Besucher. Im vergangenen Jahr hatten schlechtes Wetter und Terrorsorgen die Gästezahl auf 5,6 Millionen Menschen sinken lassen. Das Oktoberfest endet morgen.


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