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Wiesn-Bilanz ein halbes Jahr danach 500.000 Hendl und eine Extrawurst

Rund 7,5 Millionen Maß Bier und eine halbe Million Hendl – das haben die Besucher der letzten Wiesn verspeist. Ein halbes Jahr danach ziehen die Behörden und Institutionen ihre Bilanz fürs Oktoberfest 2015 und erläutern die Veränderungen auf der Wiesn 2016.

Von: Eva Limmer und Anton Rauch

Stand: 08.03.2016

Eine typische "Herbst-Wiesn" sei es 2015 gewesen. Die Stadt München schiebt es teilweise auf das kalte Wetter, dass etwa 400.000 Besucher weniger – nämlich nur 5,9 Millionen  - zur Theresienwiese pilgerten.

Zahl der Wiesnbesucher soll gedeckelt werden


Die Sicherheitskräfte ziehen insgesamt eine positive Bilanz: So wenige Straftaten wie zuletzt im Jahr 2011 seien es gewesen. Eine Obergrenze für die Wiesnzelte – das ist die Empfehlung der Polizei nach der vergangenen Wiesn. Sie will, dass die Zahl der Gäste in den Festzelten gedeckelt werde.

Ausschlaggebend für diese Forderung ist der 3. Oktober. An diesem Tag war schon zur Mittagszeit das Gedränge auf der Wiesn so groß, dass die Ordnungsleute die Lage nicht mehr unter Kontrolle hatten. Weil es zu wenig Personal gab, musste die Polizei ran und die Sperren aufrecht erhalten.

MVV an der Belastungsgrenze

Menschenmassen am U-Bahnhof Theresienwiese

Auch die Münchner Verkehrsgesellschaft klagt: Sie kommt zur Wiesn-Zeit regelmäßig an ihre Belastungsgrenzen. In Zukunft sollen Besucher vermehrt darauf hingewiesen werden, zu Fuß zur Wiesn zu kommen. Wichtige Fußballspiele sollten besser nicht zur Wiesnzeit stattfinden. Denn diese Doppelbelastung – Fußball und Wiesn – sei schlicht nicht zu stemmen.

Sonder-Reservierung für Münchner soll bleiben

Erstmals hat die Stadt bei der Wiesn 2015 von den Wirten der großen Zelte verlangt, ein bestimmtes Kontingent an Plätzen um die Mittagszeit am Wochenende für Münchner zu reservieren. Die umstrittene Möglichkeit wurde häufig genutzt und das Referat für Arbeit und Wirtschaft unter "Wiesnbürgermeister" Josef Schmid zieht eine positive Bilanz:

"Weil die probeweise eingeführte Reservierungsmöglichkeit für Münchnerinnen und Münchner ohne Mindestabnahmeverpflichtung sehr gut ankam, sollte den Festwirten auch in Zukunft die Möglichkeit gegeben werden, an Samstagen, Sonntagen und am Feiertag bis 15.00 Uhr im derzeit reservierungsfreien Bereich maximal 15 Prozent für Münchnerinnen und Münchner ohne Mindestabnahmeverpflichtung zu reservieren."

Stadtratsvorlage für die Sitzung

Im Bericht wird auch betont, dass die Schaustelller und Marktkaufleute zufrieden waren, denn viele der Münchner Besucher sind eben vorher oder nachher noch durch die Wiesnstraßen gezogen und haben Fahrgeschäfte genutzt oder an den Ständen eingekauft.

Selbstkritik: Wiesn 2016 soll familienfreundlicher werden

In der Bilanz weißt die Festleitung daraufhin, dass es kräftige Umsatzeinbußen bei Schaustellern und Marktkaufleuten gegeben hat. Die äußerten sich insgesamt dennoch zufrieden. Eine Schlussfolgerung im Bericht lautet, dass die Wiesn familienfreundlicher werden muss und dass Preissenkungen nötig seien.

Das Teufelsrad - Tradtionsattraktion am Familientag.

"In Zusammenarbeit mit den Schaustellerverbänden muss mehr für familienfreundliche Preise bei den Beschickern geworben werden. Auch sollte mit einer Imagekampagne die Familienwiesn mehr herausgearbeitet werden. Bereits jetzt gibt es hierzu viele positive Angebote von Beschickern an Familien (z.B. Teufelsrad: kostenfreier Eintritt für Kinder am Familientag)."

Stadtratsvorlage

Lautstärke in den Zelten und an der Wiesn

Blasmusik darf lauter sein.

Künftig sollen die Straßenmusiker um die Theresienwiese herum stärker kontrolliert werden. Hier war in einzelnen Straßen bis 1:30 Uhr nachts gespielt worden. Klagen über Lärmbelästigungen finden ihren Niederschlag in Schallmessungen. So ist der Lärmpegel auf der Wiesn enorm. Besonders im Zelt. Hier gilt: Wer bayerische Blasmusik spielt, darf lauter sein: Im Bericht heißt es:

"Folgende Festzelte machten von der Regelung 'Traditionelle Blasmusik', bei der ein Pegel von 90 dB(A) vor 18.00 Uhr zulässig ist, Gebrauch: Hofbräu-Festzelt, Armbrustschützen-Festzelt, Löwenbräu-Festzelt und Ochsenbraterei."

Stadtratsvorlage

Sonst gilt ein Pegel von 85 Dezibel. Messen sollen die Wirte eigenverantwortlich.


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