40

Ein Anwalt und Behördenkritik OEZ-Attentat: Streit über "rechte" Motive

"Sind bayerische Behörden auf dem rechten Auge blind?" Thema eines Fachgesprächs im Bayerischen Landtag. Anlass für einen Anwalt, der sagt, die Behörden wollten rechte Motive des Münchner OEZ-Attentats nicht aufklären.

Von: Michael Bartmann

Stand: 20.09.2017

Kerzen und Bilder der Opfer liegen vor dem Olympia-Einkaufszentrum | Bild: BR,Michael Bartmann

Im Bayerischen Landtag fand am Dienstag ein Fachgespräch zum Thema "Sind bayerische Behörden auf dem rechten Auge blind?" statt. Dabei ging es um die Rolle der Ermittlungsbehörden beim Oktoberfest-Attentat von 1980, bei der Mordserie des NSU und auch beim Attentat am Olympia-Einkaufzentrum am 22. Juli 2017.

Was glauben die Behörden über das OEZ-Attentat?

Yavuz Narin

Mit dabei war auch Rechtsanwalt Yavuz Narin, der einige Nebenkläger im Prozess gegen den mutmaßlichen Waffenverkäufer für das OEZ-Attentat vertritt. Und dieser Anwalt erhob auch in diesem Zusammenhang schwere Vorwürfe gegen das Münchner Landgericht und die Staatsanwaltschaft.

So werde der rechtsextreme Hintergrund des OEZ-Attentats bis heute nicht ausreichend ernst genommen, sagt Narin.

Er berichtete etwa von neuen Erkenntnissen aus dem Prozess gegen den verdächtigen Waffenverkäufer Philipp K., die aber seiner Meinung nach vom Gericht und der Staatsanwaltschaft ignoriert würden. So soll der OEZ-Täter David S. unmittelbar vor der Tat einem Freund anvertraut haben, er wolle Deutschland vor einer Schwemme von Wirtschaftsflüchtlingen bewahren. Außerdem soll er darüber nachgedacht haben, das Attentat am Stachus durchzuführen, da er dort noch mehr Leute mit Migrationshintergrund vermutete.

Behörden sagen, Mobbing sei das entscheidende Motiv

Das alles habe der Freund von David S. noch am Tag des Amoklaufs der Polizei mitgeteilt. Trotzdem nennen die Ermittler immer noch Mobbing als entscheidendes Motiv für die Tat. Er vermisse im Prozess gegen den Waffenverkäufer den Willen, diese Hintergründe konsequent aufzuklären, so Narin.


40

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Truderinger, Mittwoch, 20.September, 16:59 Uhr

5. Ist doch ganz einfach

Er wurde von Sunniten gemobbt weil er ein Iraner war. Das war rassistisch von den Sunniten.
Und dann hat er sich gedacht: Als Iraner bin ich ein Arier! Und als Arier in Deutschland müsste ich doch die anderen fertig machen! Und dann wurde er auch zum Rassist.

Und anstatt den alltäglichen Rassismus in Deutschland anzuprangern sagen die einen: "Das Mobbing bla bla!" und die anderen "Die Rechtsradikalen bla bla!"
Mobbing und Rechtsradikale sind doch nur Symptome...

Otto , Mittwoch, 20.September, 13:37 Uhr

4. Gehört dieser Artikkel auch zu der Anti-AfD-Propaganda?

Was soll dieser Schnee von Vorgestern 4 Tage vor der Wahl? Lieber die Wahlprogramme der Parteien richtig analysieren, unter die Lupe nehmen!

  • Antwort von Leo Bronstein, Mittwoch, 20.September, 16:48 Uhr

    @ Otto
    >Gehört dieser Artikkel auch zu der Anti-AfD-Propaganda?<

    .
    Wohl kaum.
    Da die Voraussetzungen nicht gegeben sind. Oder propagiert die AfD etwa Gewalt jedweder Form gegen Ausländer?
    Nein.
    Auch wenn einigen Kommentarschreiber/_*Innen anscheinend jedes Konstrukt recht ist den Anschein erwecken zu lassen.
    (Truderinger: >Mir ist eigentlich auch fast jedes Mittel recht, ... < br(de); 20.05.17 >Klausur in Schwarzenfeld CSU fordert Steuerentlastungen< Antwort auf Kommentar 12)

    Da wird das Zitieren geltenden deutschen Rechts (Gesetz über den unmittelbaren Zwang bei Ausübung öffentlicher Gewalt durch Vollzugsbeamte des Bundes - UZwG) als Schießbefehl gedeutet und Aussagen die MdB J. Kahrs (SPD), MdB S. Gabriel (SPD) vor Jahren verwendeten mutieren 2017 zu rassistischen Aussagen, wenn sie von anderen Personen verwendet werden.

Isabell Speidel, Mittwoch, 20.September, 10:48 Uhr

3. Religionsstreit

Ich glaube eher, dass unsere Behörden und Politiker blind im Bezug auf den Streit unter Muslimen sind. Schiiten mobben Sunniten und umgekehrt und diese Religionskriege transportiert man wunter weiter in unser Land, deren erkämpften Werte auf dem Prüfstand stehen.

  • Antwort von Truderinger, Mittwoch, 20.September, 12:04 Uhr

    Und ich weiß, dass Sie auf dem rechten Auge bilnd sind!

  • Antwort von Leonia, Mittwoch, 20.September, 12:14 Uhr

    Frau Speidel, in diesem Fall ist von einer schiitisch-sunnitischen Auseinandersetzung aber nichts zu finden, dafür aber von Erklärungen des Täters, die eindeutig fremdenfeindlicher Art sind, da er sich selbst als "arisch" betrachtete. Was das mit innermuslimischen Auseinandersetzungen zu tun haben soll, können Sie uns vermutlich nicht erklären?

  • Antwort von T3fan, Mittwoch, 20.September, 12:58 Uhr

    Der Amokläufer war von persischer Herkunft.
    Die Perser bezeichnen sich seit jeher(über 2000Jahren) als "arisch". Das hat mit Nazis (die übrigens meine Vorfahren verfolgten) zunächst nichts zu run!

  • Antwort von Don Kamilo , Mittwoch, 20.September, 13:42 Uhr

    @Truderinger ist auf dem linken Auge total blind.
    Vegetarier sollen auch Nazis sein, Veget-Arier.

  • Antwort von Leonia, Mittwoch, 20.September, 15:13 Uhr

    T3fan, das ist richtig, aber sich auf den "Arier" zu berufen, wenn man junge Leute mit etwas dunklerem Teint abknallt, legt nahe, dass es aus eben diesem rechtsradikalen Gedankengut heraus geschah.

  • Antwort von Leo Bronstein, Mittwoch, 20.September, 15:13 Uhr

    @ Leonia
    >Frau Speidel, in d. Fall ist v. e. schiitisch-sunnitischen Auseinandersetzung aber nichts zu finden,<

    .
    Der Täter, ein Schiit, wurde ausnahmslos von Sunniten gemobbt
    egal
    war wegen des Mobbings in stationärer Behandlung.
    egal
    war anschließend in ambulanter Behandlung.
    egal
    nahm deswegen verschriebene Antidepressiva,
    egal.
    die bei der Obduktion in seinem Körper nachgewiesen wurden.
    egal
    Die Opfer ähnelten optisch stark der Tätergruppe des Mobbingopfers.
    ergal
    Im Nachlass des Täters wurde ein Buch des Psychologen Langman > Amok im Kopf: Warum Schüler töten<
    egal

    .
    Würde der Amoklauf als e. ordinäres Verbrechen gewertet, würden die Opfer Forderungen nur an die Eltern des Täters richten können und entsprechend deren finanziellen Möglichkeiten entschädigt und maximal zusätzl. noch vom Weißen Ring e. Entschädigung erhalten,

    würde der Amoklauf als ein politisch motiviertes Verbrechen gewertet würden die Opfer weitreichend aus d. Opferfonds Cura entschädigt.

Alexander K., Mittwoch, 20.September, 09:12 Uhr

2. Rechtsblindheit

Ich glaube, dass da schon was Wahres dran ist - an der Rechtsblindheit der Executive.

Erich, Mittwoch, 20.September, 08:07 Uhr

1. Ein Sohn

eines iranischen Flücjhtlingsehepaares zum deutschen Rechten zu machen, dürfte selbst den Behörden zu blöd sein.

  • Antwort von Lesen-denken-posten, Mittwoch, 20.September, 08:26 Uhr

    Zu einem _deutschen_ Rechten soll niemand gemacht werden. Rechtsextremistisches, rassistisches Gedankengut zu hegen und ggf. gewaltsam auszuleben ist nicht exklusiv "Biodeutschen" vorbehalten.

  • Antwort von Leonia, Mittwoch, 20.September, 09:38 Uhr

    Ein Mensch, der fremdenfeindliche Taten begeht, sogar Morde, ist ein Fremdenfeind (und zwar selbst dann, wenn er selbst eigentlich kein Einheimischer von Geburt her ist). Der Streit geht eigentlich darum, ob fremdenfeindliche Taten gleichzeitig rechtsextreme Taten sind. Um eine tatsächliche Auseinandersetzung mit dieser eher akademischen Auseinandersetzung eiern bayerische Behörden seit jeher herum. Sofern sie keine eindeutig rechtsextremen Äußerungen entdecken, behaupten sie dann gern, es sei kein Rechtsextremismus. Hat halt Tradition: zwischen die CSU und rechtsaußen dürfe kein Blatt Papier passen, sagte einst ein bayerischer Ministerpräsident und Parteivorsitzender.

  • Antwort von Erich, Mittwoch, 20.September, 09:55 Uhr

    Der Eindruck soll aber vermittelt werden!