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Teurer Obersalzberg Ärger über Kostenexplosion beim NS-Dokumentationszentrum

Das NS-Dokumentationszentrum auf Hitlers einstigem Urlaubsberg ist ein Erfolg: Es kommen weit mehr Besucher als ursprünglich erwartet. Doch nun gibt es im Landtag Ärger um die Kosten der Erweiterung.

Von: Lorenz Storch

Stand: 19.02.2016

Obersalzberg | Bild: Institut für Zeitgeschichte München-Berlin / Foto: Max Köstler, Berchtesgaden

Die erste Kostenschätzung für die Erweiterung auf dem Obersalzberg lautete auf neun Millionen Euro, vom Kabinett beschlossen wurden 14 Millionen – und jetzt soll das Ganze gar 21 Millionen Euro kosten. Da sehen wir Diskussionsbedarf, so der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Landtag, Georg Winter (CSU) zum Bayerischen Rundfunk. Die Grünen äußerten sich ähnlich.

Unterirdischer Stein des Anstoßes

Besonders umstritten ist die unterirdische Erschließung der Nazi-Bunker mit einem 35 Meter langen Tunnel – die alleine mehrere Millionen Euro kosten soll, unter anderem wegen des aufwändigen Brandschutzes und der Entlüftung. Zu bedenken geben die Haushaltspolitiker zudem, dass der Obersalzberg ein Täterort ist – auch Opferorte wie die KZ-Gedenkstätten brauchten Investitionen und sollen nicht ins Hintertreffen geraten.

Der Ausbau des Gedenkorts Obersalzberg an sich wird jedoch von allen Parteien unterstützt. Das Museum auf Hitlers einstiger Bergresidenz wird von 170.000 Menschen jährlich besucht und hat damit die Erwartungen weit übertroffen.

Historiker hoffen auf Erweiterung

Das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) hofft, die geplante Erweiterung des Doku-Zentrums auf dem Obersalzberg trotz der erwarteten Kostensteigerung realisieren zu können.

"Der Entwurf ist sehr gut. Eine internationale Jury hat sich beim Wettbewerb einstimmig dafür entschieden."

Axel Drecoll, Leiter der zuständigen Abteilung im IfZ, im Gespräch mit dem BR

Ausdrücklich machen sich die Ausstellungsmacher für die Erschließung des Bunkers stark. Etwa die Hälfte der Besucher sagt in Befragungen ausdrücklich, sie kämen, um die Bunker zu sehen. Das 6,2 Kilometer lange Stollensystem, das ab 1943 errichtet wurde und noch wesentlich größer werden sollte, ist das wichtigste Realexponat auf dem Obersalzberg.

Bunkeranlage am Obersalzberg

Ein kleiner Teil ist bereits zu besichtigen, doch es entstehen schon jetzt häufig Wartezeiten, weil die Besucher auf dem gleichen Weg den Stollen verlassen müssen, auf dem sie hinein gehen. Nach einem Ausbau könnten wegen inzwischen verschärfter feuerschutzrechtlicher Bestimmungen nur noch 50 Menschen gleichzeitig in der Bunkeranlage sein - bei bis zu 1500 Besuchern täglich wären lange Schlangen programmiert. Durch den Ausbau mit dem Zusatztunnel würde ein Rundweg möglich. Auf diese Weise verprechen sich die Historiker vom IfZ auch mehr Aufmerksamkeit für ihre Ausstellung, die zum Teil als "Epilog" an den Ausgang des Tunnelrundgangs angegliedert werden soll.

"Wir können Besuchern nicht sagen, ihr müsst draußen bleiben", sagte Axel Drecoll vom IfZ dem BR. Es bestehe an einem solchen Ort eine Pflicht zur Transparenz. Eine Zugangsbeschränkung riskiere zudem, den Täterort zu überhöhen.


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Ebert, Samstag, 20.Februar, 09:06 Uhr

4. Randbemerkungen

Also, liebe Leser, dieses Dokuzentrum ist eben ein Teil, wenn auch ein unrühmlicher, der Deutschen Geschichte.

Es gab halt mal diesen Hitler, es gab halt mal das 3. Reich, es gab halt mal... also muss das auch, nach meinem Dafürhalten, für die Nachwelt erhalten bleiben. Es wird vom Staat genügend Geld für sinnfreie Aktionen ausgegeben, besser gesagt sinnfrei im Milliardenbereich vernichtet, da kommt es doch auf diese paar Milliönchen auch nicht mehr an.

Im Übrigen kommen da zur Besichtigung immer mehr Besucher, aus welchen Gründen auch immer, sodass sich auf die Dauer sicherlich diese Investition auch finanziell,lohnen wird.

Ebert

Hans Wurst, Freitag, 19.Februar, 20:40 Uhr

3. EH Wurscht

Ist doch EH Wurscht was mit dem Geld der Steuerzahler geschieht. Griechenland war erst der Anfang vom ENDE

I.M., Freitag, 19.Februar, 20:09 Uhr

2. Bunker no go

Lasst doch den Bunker geschlossen ,und dokumentiert es doch mit Photos oder Videos.
Besser wäre das Geld in Prävention gegen Rechts zu verwenden.

Franz, Freitag, 19.Februar, 19:45 Uhr

1. Obersalzberg

Ja auch der bayerische Rundfunk muß sich an die "ewigen Mea culpa mea culpa" Schuldzuweisungen halten in dem er immer in bestimmten Abst#änden vom ach so bösen Obersalzberg berichtet..
Also was soll das ?
Wir leben jetzt in einer anderen Zeit und da gibt es Probleme genug. Warum immer wieder die NAZI-Zeit in Erinnerung rufen ? Gibt es einen Grund dazu ?
Habt ihr beim BR keine anderen Probleme ?