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4.000 Jahre alte Kupferbarren von Oberding Sensationsfund kommt ins Museum nach Erding

Im Museum Erding ist künftig auch ein archäologischer  Sensationsfund aus dem nahen Oberding zu sehen: Europas größter Spangenbarrenhort aus der frühen Bronzezeit, also beinahe 4.000 Jahre alt. 

Von: Birgit Grundner

Stand: 20.07.2017

Spangenhortfund von Oberding | Bild: Stadt Erding, Pressestelle

Der Bagger hebt die dirca eine Tonne schwere Große Blockbergung aus der Baugrube.

Bei Bauarbeiten war er entdeckt worden, nach gut zweijähriger Restaurierung wird das Ergebnis am Donnerstagnachmittag um 15 Uhr der Öffentlichkeit vorgestellt.

Restaurator Tom Stöckl (BLfD) und der Archäologe Jakob Leicht beratschlagen, wie der Schatz zu heben ist.

Fast 800 spangenförmige Kupferbarren waren in Oberding vergraben, immer zehnerweise und ordentlich verschnürt. Die Experten hatten sie zunächst in zwei großen Bodenblöcken ins Landesamt für Denkmalpflege gebracht, in Computertomografen gescannt und erst dann freigelegt.

Gabe an die Götter oder Wertdepot

Ab sofort ist der Hort in der Vitrine zu sehen.

Weit mehr als 200.000 Euro hat die Stadt Erding in die Forschung und Restaurierung gesteckt. Trotzdem bleiben Fragen offen. Vor allem: Wer hat dieses das Wertdepot der Bronzezeit angelegt – und warum?

"Ob es eine Gabe an die Götter war oder ob es ein Versteck war eines Bronze-Händlers, eines Gießers, werden wir nie mehr rausbekommen. Es gibt keine schriftlichen Urkunden."

Museumsleiter Harald Krause

So wird der Schatz aus der Bronzezeit ausgestellt.

Genug Diskussionsstoff auch für die Experten, die sich am Samstag beim Archäologischen Sommersymposium im Museum treffen. Einziges Thema diesmal: Europas größter Spangenbarrenhort.


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Jürgen Ullmann, Donnerstag, 20.Juli, 16:42 Uhr

2. Schatzfund

mich möchte gerne mehr erfahren, es muss für die damalige zeit ein großer Schatz gewesen sein!

  • Antwort von Harald Krause, Freitag, 21.Juli, 11:46 Uhr

    Wohl wahr. Der kulturgeschichtlich-wissenschaftliche "Schatz" von heute war einst sicher ein großes Wertdepot.
    Aus diesen über 80 kg Kupfer hätte man damals (nach der Legierung mit Zinn, das wohl aus Südengland oder aus dem Erzgebirge stammte) über 260 Bronzebeile gießen und bestimmt "gut an den Mann bringen" können.
    Ein Besuch im Museum Erding lohnt um Ihren Wissensdurst zu stillen!

Norbert Steiner, Donnerstag, 20.Juli, 11:04 Uhr

1. Bronze

Wenn man dem Bericht glauben schenken darf, so ist festzustellen, dass die sog. Bündelung im Dezimalsystem erfolgte.Weshalb?

  • Antwort von Max, Donnerstag, 20.Juli, 12:21 Uhr

    Wie viele Finger haben Sie?
    Könnte ein Hinweis sein. ;-)

    Was soll eine "sog. Bündelung" sein? Glauben Sie, dass das "sog." besonders gebildet oder wissenschaftlich aussieht und gut dazu passt?
    (Bei Wikipedia könnte ich ob des "sog." jedesmal weinen.)

  • Antwort von Krause Harald, Donnerstag, 20.Juli, 12:37 Uhr

    Das ist eine gute Frage. Vermutlich liegen die Ursprünge unseres Dezimalsystems weit in der Vorgeschichte.
    "Einmal zwei Hände voll Kupfer, bitte", so kann man es sich durchaus vorstellen. Das "Zehn-Finger-System" also.
    Auch der "Zehnte", die Abgaben an die Kirche, könnten hier ihren Ursprung haben.

  • Antwort von Harald Krause, Donnerstag, 20.Juli, 12:46 Uhr

    Die Bündelung in "10er-Paketen" ist in Oberding eindeutig nachgewiesen. Die Reste der Baumbastschnürungen haben sich in der Korrosionsschicht erhalten.
    Also diesmal kein "sog."!