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Haftort Hitlers und KZ-Außenlager Landsberg will ein NS-Dokuzentrum

In Landsberg soll ein Dokumentationsort entstehen, um an die bewegte Vergangenheit der Stadt vor, während und nach der Nazizeit zu erinnern. Das beschloss der Stadtrat am Mittwochabend.

Von: Thies Marsen

Stand: 06.04.2017

Einstimmig beschloss die Stadt Landsberg, eine Arbeitsgemeinschaft unter Vorsitz des CSU-Landtagsabgeordneten und Präsidenten des Landesdenkmalrates Thomas Goppel einzusetzen, die ein genaues Konzept erarbeiten soll. Außerdem wurde die Verwaltung beauftragt, geeignete Orte zu prüfen.

Hier schrieb Hitler an "Mein Kampf"

Nur wenige Städte sind derart mit der Geschichte des Nationalsozialismus verwoben wie Landsberg. Hier schrieb Adolf Hitler während seiner Festungshaft Teile seines Buches "Mein Kampf", rund um Landsberg errichteten die Nationalsozialisten in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs den größten KZ-Außenlagerkomplex überhaupt, in dem über 6.000 jüdische Zwangsarbeiter ermordet wurden.

Hunderte NS-Täter hingerichtet

Nach der Befreiung vom NS-Regime beherbergte Landsberg eines der größten Lager für Überlebende des Holocaust, und die US-Amerikaner installierten in der Haftanstalt ihr zentrales Kriegsverbrechergefängnis, in dem Hunderte NS-Täter hingerichtet wurden.

Museum oder Internetauftritt

Im Auftrag der Stiftung Bayerische Gedenkstätten hat ein Planungsbüro jüngst eine Studie erarbeitet, wie diese komplexe Geschichte angemessen dargestellt werden kann. Angestoßen wurde die Studie von der Europäischen Holocaustgedenkstätten Stiftung e.V., einer Initiative Landsberger Bürger.

Die Vorschläge reichen von einer reinen Internet-Dokumention bis hin zu einem museumsähnlichen Lernort auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers VII südwestlich von Landsberg. Dort besteht dank der Initiative Landsberger Bürger seit Jahrzehnten eine Gedenkstätte.

Politiker und Bürger für Dokumentationsort

Bei der Vorstellung der Studie am Mittwochabend im Stadtrat wurde deutlich, dass sowohl die Stiftung als auch viele engagierte Bürger und Kommunalpolitiker sich für einen Dokumentationsort aussprechen. Außerdem könnte im Stadtzentrum eine Informationsstelle als Anlaufpunkt insbesondere für Touristen entstehen.

"Es kommen viele zu uns, um mehr über die Zeitgeschichte in Landsberg zu erfahren. Es gibt hier viele Orte, die an die schreckliche NS-Herrschaft erinnern."

Oberbürgermeister Mathias Neuner

Finanzierung unklar

Wie die Erinnerung an die Landsberger Zeitgeschichte konkret umgesetzt werden könnte, soll nun die Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Thomas Goppel bis Ende des Jahres klären. Unklar ist bislang allerdings, wie ein solcher Dokumentationsort in Landsberg betrieben und finanziert werden soll.


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Ebert, Montag, 10.April, 11:56 Uhr

6. Randbemerkungen

Alle Kommentare, liebe Leser, die ich hier lese beeindrucken mich in keinster Weise.

Tatsache ist, dass das Nationalsozialistische System eben und für alle Zeiten Deutsche Geschichte ist, genau so, wie die Gräueltaten anderer Völker an anderen Volksgruppen.

Wir müssten nur etwas entspannter damit umgehen, realistischer, sachlicher, ohne dass gleich die Emotionen hochkochen, egal aus welchem Lager.

Die Deutschen neigen dazu, in Schuld- Schock starre zu verfallen, wird dieses Thema auch nur angesprochen und das finde ich sehr falsch.Selbstverständlich war es furchtbar was geschehen ist, aber man kann doch ohne ins Extreme zu verfallen darüber diskutieren.

Solche Mahnmale oder Gedenkstätten sind Ausdruck unserer gefestigten Demokratie, unserer Lebensart sich dem zu stellen was war, auch als Mahnung für die Zukunft.

Wir gehen eben so mit unserem " Erbe " um, andere Völker halt anders.

Ebert

R.B., Sonntag, 09.April, 13:21 Uhr

5. NS-Dokumentationszentrum

@thorie, 11:08 Uhr: Hätten Sie den Geschichtsunterricht nicht "intervallmäßig" besucht, würden Sie derartige Kommentare nicht schreiben.
@Stefania, 08:45 Uhr: ...Wer kommt dann? Na wenn es nach einigen Kommentatoren hier geht "Hitler 2.0"
@trau mich nicht, 09:46 Uhr: Zitat: "Ich war nicht dabei / Ich bin nicht Schuld". Und wenn Sie froh waren, dass dieses Thema ein Tabu war, dann ist es genau diese Einstellung, die autokratische Systeme, Diktaturen entstehen lassen. Und was die "Stasi" betrifft, schlage ich vor mal nach Leipzig zu fahren. Dort kann man sich sowohl in der Nikolai Kirche, aber auch im Stadtgeschichtlichen Museum erkundigen.

Und allen Anderen, die der Meinung sind "irgendwann muss ja mal gut sein", möchte ich schreiben, dass es hier vor allem darum zu "MAHNEN",den Opfern der NS Herrschaft zu Gedenken und vor allem sich konstruktiv mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen.
Hier empfehle ich mal den Kontakt zu einem Holocaust überlebenden.

  • Antwort von Stephania, Montag, 10.April, 12:12 Uhr

    Man kann sich auf zu Tode "mahnen"

  • Antwort von R.B., Montag, 10.April, 16:19 Uhr

    @Stephania, 12:12 Uhr: Ihrem Kommentar würde ich evtl. zustimmen, wenn es keine "Höcke's" geben würde. Der Kommentar von @Ebert, 11:56 Uhr beschreibt es ebenfalls sehr gut.

thorie, Donnerstag, 06.April, 11:08 Uhr

4. zumindest zeigen grüne zensoren

hier, das man hoeness hier mit nem ps-auto täglich hin und herfahren durfte.

hoffentl. fuhren die auf der autobahn nicht schneller als 73,5

sonst wärs doch tödlich für andere!!!

  • Antwort von Leonia, Sonntag, 09.April, 08:52 Uhr

    Thema verfehlt, Sie missbrauchen das Leserforum.

thorie, Donnerstag, 06.April, 10:24 Uhr

3. landsberg

ist ein momument für offenen-amigo-strafvollzug eines mio-steuerbetrügers!

setzen die deeeem jetzt dann auch noch ein denkmal?

thorie, Donnerstag, 06.April, 10:19 Uhr

2. müß dem wahlvolk

immer wieder aufgezeigt und erklärt werden, warum WIR??? immernoch für "angerichteten schaden" bezahlen, und an schurkenstaaten, die gezielt in ihrer region unfrieden stiften, u-boote verschenken?
es reicht!!!

der depp war ein oesterreicher....warum ist das nicht auch deren problem?

  • Antwort von eingebürgert, Donnerstag, 06.April, 11:12 Uhr

    Später war er Deutscher.

  • Antwort von Leonia, Sonntag, 09.April, 08:51 Uhr

    Thorie, wenn Sie im Geschichtsunterricht aufgepasst haben sollten, dann sollte Ihnen bekannt sein, dass nicht die Österreicher Europa und die Welt mit Krieg überzogen haben, sondern die Deutschen. Ob der Typ, dem sie zugejubelt haben, ursprünglich Österreicher war, hat damit nun herzlich wenig zu tun.
    Geschichtliche Ereignisse, die man (nach dem Tod derer, die sie noch selbst erlebten) nicht mehr als mahnendes Warnzeichen erinnert, kann sich wiederholen, egal ob politische Geschichte oder Naturgeschichte. Den Japanern fiel auch erst nach dem verheerenden Tsunami wieder ein, dass es an einigen Hängen zum Meer Steine mit Warninschriften gab, die älter waren als drei Generationen. Aber da von denen, die davor noch einen Tsunami erlebt hatten, keiner mehr lebte, war die Erinnerung an die Gefahr verloren gegangen.
    Landsbergs Pläne sind daher zu begrüßen, zumal dort viele Aspekte (auch der Nachkriegszeit) zum Tragen kommen.