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Geburtshilfe Klinikum Neuperlach Münchner Familien protestieren gegen Schließung

Immer mehr Geburtsstationen werden geschlossen: nach Bad Tölz, Schrobenhausen oder der Wolfartklinik in Gräfelfing, jetzt auch in der Millionenstadt München. Dagegen haben Familien rund 5.200 Unterschriften gesammelt. Am Mittwoch haben sie die Listen OB Reiter überreicht.

Von: Christine Gaupp

Stand: 03.05.2017

Initiatoren des Protestes vor dem Münchner Rathaus | Bild: BR/ Christine Gaupp

In Münchens städtischen Kliniken werden Hochschwangere abgewiesen, weil die Geburtsstationen voll belegt sind. In den kommenden Jahren sollen die Geburtenzahlen um über zehn Prozent ansteigen. Und trotzdem wird die Geburtshilfe am Klinikum Neuperlach geschlossen. "Wie passt das zusammen?", fragen die Initiatoren des Protests. Im neuen Medizinkonzept der Stadt "gehe es doch nur ums Geld“, kritisieren sie. Eine Geburt sei eben nicht planbar und müsse sich nicht rechnen.

Stadt München: Geburtshilfe wird ausgebaut

Insgesamt werde die Geburtshilfe der städtischen Kliniken sogar ausgebaut, sagt dagegen ein Sprecher der Stadt, und zwar von derzeit 6.000 auf 7.500 Geburten im Jahr. Und wenn die städtische Geburtshilfe mittelfristig auf die Klinik-Standorte Schwabing und Harlaching konzentriert werde, steige dort sogar die Qualität und die Sicherheit - dank der angeschlossenen Kinderklinik und Frühchenstation.

Kritiker fürchten längere Anfahrtswege und schlechtere Betreuung

Die Kritiker fordern, dass auch kleinere Kreißsäle erhalten bleiben. Sie fürchten durch die Schließung der Geburtsstation Neuperlach längere Anfahrtswege und schlechtere Betreuung. Rund 5.200 Unterschriften haben die Familien gegen die Schließung gesammelt und im Münchner Rathaus an Oberbürgermeister Dieter Reiter übergeben.

  • Christine Gaupp, Redaktion Oberbayern, BR | Bild: BR Christine Gaupp

    Autorin, Moderatorin und Reporterin für den BR, Schwerpunkte Oberbayern; seine Menschen und Geschichten.


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websaurier, Mittwoch, 03.Mai, 11:53 Uhr

4. Kinderkriegen in Deutschland...


"Es rechnet sich nicht mehr !"

Das Endstadium für die "deutsche Gesellschaft" dürfte bald erreicht sein...
Armseliger geht es nicht mehr!

Wolfgang, Mittwoch, 03.Mai, 11:18 Uhr

3. Weite Wege? Anspruchsvolle verwöhnte Münchner!

Weite Wege, für die Wöchnerinnen ist die Anfahrt zur Geburtsklinik sowieso kein Problem, das macht die Münchner Feuerwehr ganz hervorragend und proffessionell.

Und für Besucher? 10min-U-Bahn-Takt, 7 Tage die Woche von 6:00 bis 22:00.

Da sieht es im Spessart, Oberland, Oberfranken oder Bayrischen Wald ganz anders aus. Nichtmals 2-stündlich ein Bus ( nach 19:00, Samstag und Sonntag meistens garnicht ) und Entfernungen 4-mal weiter als im Stadtgebiet München.

Isabell Speidel, Mittwoch, 03.Mai, 09:56 Uhr

2. Jammertal

Typisch für die Münchner. Was muss eine werdende Mutter auf dem Land auf sich nehmen um zig Kilometer zum nächsten Krankenhaus zu kommen. Jammern auf hohem Niveau.

  • Antwort von Kum, Mittwoch, 03.Mai, 11:07 Uhr

    Da wird eine Station geschlossen die 2010/2011 für sündhaft teures Geld saniert und modernisiert wurde.

  • Antwort von Barbara , Mittwoch, 03.Mai, 14:38 Uhr

    In München haben wir zwar nicht so viele Kilometer, dafür aber Staus im Berufsverkehr über viele Stunden des Tages. Und wenn man es dann endlich im Stop-and-Go-Verkehr geschafft hat, die Klinik zu erreichen, sind - wenn man Pech hat - die Kreißsäle voll! Kapazitäten abbauen geht daher gar nicht! Die Kreißsäle müssen in München gut verteilt sein, damit jede Frau es rechtzeitig, auch im Berufsverkehr, in die Klinik schaffen kann. Nicht die Kilometer zählen, sondern die Zeit!
    Wer in Wehen abgewiesen wurde von dr Klinik, den bittet Oberbürgermeister Dieter Reiter um Bericht an ihn persönlich! Gerne auch via Telefon. Dies hat er im heutigen Gespräch bei der Übergabe der Unterschriften gesagt.

  • Antwort von Nadine, Donnerstag, 04.Mai, 05:00 Uhr

    Ja genau... nur weil anderswo Dinge vielleicht noch schlechter laufen, hält man einfach die Klappe und lässt sich widerspruchslos alles gefallen, oder? Mit der Argumentationsweise könnte man auch die Leute auf dem Land auf die Zustände in Nordschweden, Afrika oder sonstwo verweisen. Es ist nunmal Fakt, dass bei Anreise über 20 Minuten das Risiko für Mutter und Kind steigt, dass etwas schief geht. Wenn in einem wohlhabenden Land wie Deutschland angeblich keine Mittel mehr für flächendeckende Versorgung mit Geburts- oder auch Notfallstationen mehr da sein sollen, fragt man sich echt... Aber eine möglichst entspannt ablaufende Geburt wird ja auch überbewertet, oder, raus kommen sie ja immer...

Leonia, Mittwoch, 03.Mai, 09:37 Uhr

1. Ignoranz

Bei der Schließung von Geburtsstationen und der Situation der Hebammen zeigt sich, welchen Stellenwert das Kinderkriegen in der Gesellschaft hat: nicht viel besser als zu Adenauers Zeiten, als es hieß "Kinder kriegen die Leute sowieso" (sollte heißen, darum braucht sich die Politik nicht kümmern). Und dann irgendwann wieder jammern über Geburtenrückgänge als Folge, wenn Frauen angesichts derartiger Umstände sich das Kinderkriegen lieber verkneifen, weil sie selbst stets das Risiko zu tragen haben.