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Nach Dönerladen-Überfall Wohnungsdurchsuchungen in Ebersberg

Nach dem ausländerfeindlichen Überfall auf einen Dönerimbiss am Ebersberger Bahnhof laufen die Ermittlungen. Vier Tage nach dem Vorfall wurden jetzt die Wohnungen der vier mutmaßlichen Haupttäter durchsucht.

Von: Henning Pfeifer

Stand: 01.10.2015

Dabei stellten die Beamten nicht nur Handys, Tablets und Datenträger sicher, sondern auch ein Messer und zwei Hämmer: Bei den Hämmern handelt es sich laut Polizei mit großer Wahrscheinlichkeit um die Tatwaffen, die auch am vergangenen Freitag zum Einsatz gekommen sind.

Acht Angreifer waren der Polizei schon bekannt

Die Rechtsradikalen hatten mit Hämmern und einem Baseballschläger erst die Scheibe zertrümmert und dann in dem Dönerimbiss am Ebersberger Bahnhof auf Menschen und Mobiliar eingeschlagen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und Bildung einer bewaffneten Gruppe – der Vorwurf des besonders schweren Landfriedensbruchs wird hingegen nicht weiterverfolgt.

Laut Polizeisprecher Kammerer waren einige der insgesamt acht Angreifer der Polizei bereits bekannt, allerdings nicht mit ausländerfeindlichem oder rechtsradikalem Hintergrund. In den kommenden Wochen werten die Ermittler nun die sichergestellten Datenträger aus. Dass bis zur Hausdurchsuchung vier Tage vergangen sind, hatte laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft Ken Heidenreich organisatorische Gründe, da man mehrere Objekte gleichzeitig durchsuchen musste.

Zwei Verletzte, zertrümmertes Mobiliar

In Ebersberg hatten nach dem Überfall etwa 80 Bürger gegen Neonazis demonstriert. Die Ebersberger Grünen hatten zu der Mahnwache aufgerufen. Bei dem ausländerfeindlichen Überfall auf den Döner-Imbiss waren in der Nacht auf Samstag (26.09.15) zwei Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei hatten zunächst nur zwei Täter am Bahnhofsplatz in Ebersberg gezielt Ausländer beschimpft und herumgeschubst. Der Besitzer eines Dönerstandes und ein Mitarbeiter konnten die Lage beruhigen. Als die Polizei eintraf, waren Täter und Opfer verschwunden. Rund eine halbe Stunde später kehrte dann eine ganze Gruppe von Neonazis zurück - bewaffnet mit Hämmern und einer Holzstange. Die Rechtsradikalen riefen ausländerfeindliche Parolen, zerschlugen die Eingangstür des Dönergeschäfts sowie eine Vitrine und gingen auf die Betreiber los. Dabei wurden zwei junge Afghanen verletzt. Einer von ihnen erlitt Schnittwunden an der Hand, konnte am Wochenende aber wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Das zweite Opfer ist schwer verletzt und befindet sich noch in ärztlicher Behandlung.

Der überfallene Döner-Imbiss

Die Polizei ermittelte acht Tatverdächtige im Alter zwischen 19 und 34 Jahren, unter ihnen eine Frau. Die Verdächtigen konnten kurze Zeit später festgenommen werden. Alle waren stark alkoholisiert.

Bitte melden Sie sich!

Die Polizei bittet Zeugen, die die Vorgänge am Ebersberger Bahnhofsplatz beobachtet haben, sich zu melden. Kriminalpolizei Erding, Tel. 08122 - 9680 oder Polizeiinspektion Ebersberg, Tel. 08092 - 82680. Oder jede andere Polizeidienststelle.

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