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Demos in Freilassing Festnahmen und Anzeigen gegen Linke und Rechte

Zehn kurzzeitige Festnahmen und drei Anzeigen - so die Bilanz der Polizei bei den Demos pro und contra deutsche Flüchtlingspolitik in Freilassing (Lkr. Berchtesgadener Land). Rund 700 Menschen waren in der Grenzstadt in zwei Demo-Zügen aufeinandergetroffen.

Stand: 09.01.2016

Rechtsextreme haben im oberbayerischen Freilassing (Landkreis Berchtesgadener Land) am Samstagnachmittag gegen die deutsche Grenz- und Flüchtlingspolitik demonstriert. Nach Polizeiangaben nahmen etwa 400 Personen teil. Veranstalter war das Bündnis "Wir sind die Grenze", das bereits am 12. Dezember eine ähnliche Aktion organisiert hatte. Rund 300 Gegendemonstranten hatten sich in Freilassing unter dem Motto "Grenzenlos solidarisch statt ausgrenzend menschenfeindlich" versammelt. Aufgerufen zu der Demo hatte das Bündnis "Freilassing setzt Zeichen".

Anzeigen wegen Hitler-Gruß, Festnahmen wegen Beleidigung durch Linke

 Zwei rechtsradikale Männer mit Glatzen warten am 03.03.2001 auf den Beginn ihres Demonstrationszuges durch die Stadt Sonneberg. Einer von ihnen trägt einen Ohrring und die Tätowierung "Skinhead". | Bild: picture-alliance/dpa zur Übersicht BR24-Dossier #rechtsaussen

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Wie die Polizei am späten Nachmittag mitteilte, wurden aus den Reihen der Gegendemonstranten kurzzeitig zehn linksgerichtete Personen festgenommen. Außerdem wurden drei Männer aus dem rechten Lager identifiziert, die bei der Demo im Dezember den "Hitler-Gruß" gezeigt hatten. Gegen sie wurden Anzeigen erstattet. Mehrfach versuchten Gegendemonstranten die Demo der Rechten zu stören, die Protestierer vom Weg abzubringen oder sie zu blockieren. Die Polizei musste schließlich einschreiten und Kleingruppen von der Demonstration fernhalten und abdrängen. Wegen Beleidigungen von Polizeibeamten gab es Festnahmen, ebenso wegen sogenannter "Passivbewaffnung", dem Tragen von Schutzausrüstung während einer Versammlung. Auch wurden zwei Messer bei einem Versammlungsteilnehmer sichergestellt.

Stadt verfasste Aufruf gegen "intolerante Parolen"

Die Teilnehmer der Gegendemo kritisierten das aus ihrer Sicht "menschenverachtende Gedankengut" der "Wir sind Grenze"-Demonstranten. Bürgermeister Josef Flatscher (CSU) und der Stadtrat hatten eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Bürgerinnen und Bürger sollten keinen undemokratischen und intoleranten Parolen folgen, heißt es darin. Die Stadt sei von einer vielseitigen Gemeinschaft geprägt. Menschen aus 80 unterschiedlichen Nationen lebten in der Kleinstadt an der deutsch-österreichischen Grenze friedlich zusammen. Freilassing sei nicht die Schaubühne für extreme politische Agitation.

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