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Aktivisten führen Polizei in die Irre Fingierte Hausbesetzung in München

Unbekannte haben München-Maxvorstadt eine Hausbesetzung vorgetäuscht. Polizei und Feuerwehr rückten mit zahlreichen Einsatzkräften an, um dann festzustellen, dass außer bemalten Bannern gegen den Leerstand in München nichts auffällig war.

Von: Martin Breitkopf

Stand: 09.09.2017

Polizeiaktion um fingierte Hausbesetzung in der Münchner Seidlstraße.  | Bild: News5

Über Twitter hatte die Aktivistengruppe "Für Lau Haus" für Samstagnachmittag eine Hausbesetzung in der ehemaligen "MeinBurk" in der Seidlstraße in der Münchner Innenstadt verkündet. Per Fotos und Tweets begannen sie eine Schnitzeljagd mit der Polizei.

Die Polizei wurde hellhörig, weil die Aktivisten gewalttätige Sprüche twitterten wie "10 leere Flaschen können schnell 10 Molis sein " oder "Wir haben unsere Bettlakensammlung durch eine Bombenwerkstatt erweitert". Außerdem veröffentlichten sie Fotos von Molotowcocktails und verbarrikadierten Zugängen mit dem Aufkleber "Lebensgefahr für Bullen".

Haus-Durchsuchung ohne Ergebnis

Nach Angaben einer Polizeisprecherin rückte die Polizei deshalb mit zwei Unterstützungskommandos an, um die Lage zu sichern. Ausgerüstet mit Helm, Schutzanzug und Schild wurde die Lage erkundet. Doch vor Ort fanden die Beamten nichts Auffälliges vor, außer zwei Bannern, die auf den Leerstand von Häusern in München aufmerksam machten und die am angeblich besetzten Haus angebracht waren.

Da die Gruppe "Für Lau Haus" zum "Cornern" im Internet aufrief, was soviel bedeutet wie an der "Ecke herumlungern", wurden Personen im Umfeld der Aktion kontrolliert. Jedoch auch hierbei konnten die Beamten, laut der Sprecherin, nichts Auffälliges feststellen.

Auf Twitter hat sich der Aktivist mit dem Pseudonym "Für Lau Haus" aber noch verabschiedet: "Als das vermummte USK in mein neues Zuhause gestürmt ist, musste ich leider schon wieder gehen. Aber ich komme wieder!"

Vorgetäuschte Hausbesetzung hat juristisches Nachspiel

Auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks bestätigte eine Sprecherin, dass dies ein Nachspiel haben werde. Eine Hausbesetzung gegen den Willen der Eigentümer gilt juristisch als Hausfriedensbruch. Der Zugang zum Haus wurde von der Feuerwehr wieder zugenagelt, und die Polizisten rückten ab.

Nicht die erste Hausbesetzung

Schon im Juli war es zu einer ähnlichen Aktion im Münchner Westend gekommen. Per Mail und auf ihrer Internetseite hatte die Gruppe die Öffentlichkeit über die Protest-Aktion gegen Leerstand in München informiert. Als die Polizei anrückte, war die Hausbesetzung aber schon wieder vorbei.


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Martin H., Montag, 11.September, 15:53 Uhr

3. Wie man es nimmt...

Ach Gottchen. Mal wieder "Aktivisten" am Werk. Gegen das böse Establishment, also mit vollem Beifall der Journalie. Und unsere Polizei hat ja nix zu tun, die sind über jede Unterbrechung ihres trögen Arbeitstages dankbar... Ironie aus: Diese Leute sind Unruhestifter und keine Aktivisten. Basta.

  • Antwort von Wolf, Montag, 11.September, 18:43 Uhr

    Eine Aktion geht mit einer gewissen Unruhe einher....solches ist Sinn des Ganzen. Unruhestifter ist also ein Lob.

Sabine S., Sonntag, 10.September, 13:00 Uhr

2. Es ist einfach nur noch pervers!

Das ist mal wieder typisch für die Politik in Deutschland: Gegen die Abzocke der Bürgerinnen und Bürger durch irrsinnige Mieten und Wohnungspreise tut die Politik nichts. Wenn gierige Spekulanten Recht und Gesetz mit Füßen treten und denkmalgeschützte Häuser abreißen, kommt die Polizei erst, wenn nur noch ein Schuttberg da liegt. Aber wenn einige engagierte Menschen auf die Probleme aufmerksam machen und ein paar linke Sprüche vom Stapel lassen, stehen sofort Hundertschaften der Polizei da und es wird ein "juristisches Nachspiel" angedroht. Es ist einfach nur noch pervers!

  • Antwort von Leergefegter Wohnungsmarkt !, Sonntag, 10.September, 17:19 Uhr

    Sabine S.
    Wie recht Sie haben.

  • Antwort von Zooooom, Sonntag, 10.September, 18:32 Uhr

    Egal ob SPD oder CSU, das sind alles Stiefellecker der Besitzenden, die sich mit den explodierten Mieten und Immobilienpreisen in München eine goldene Nase verdienen. Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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Cosi , Samstag, 09.September, 21:23 Uhr

1. Dreist!

Dumme Idee von Aktivisten. , und wer muss es zahlen? Der Steuerzahler.
Die Polizei hat eh schon genug zu tun mit Rechten und Linken Aktivisten und Terroristen.

  • Antwort von Klopp, Montag, 11.September, 01:32 Uhr

    Bei Bundesligaspielen hat die Bullizei noch viel mehr zu tun … zahlt der Steuerzahler auch.

  • Antwort von Wolf, Montag, 11.September, 18:38 Uhr

    Mal vorher ne Streife vorbeizuschicken kost fast nix!