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Nach Flüchtlings-Hetze auf Facebook Moosburger CSU-Funktionär tritt zurück

Wieder musste ein oberbayerischer CSU-Funktionär wegen Hetze gegen Flüchtlinge zurücktreten: Der Schatzmeister der Moosburger CSU hat am Donnerstagabend nach seinem umstrittenen Facebook-Eintrag die Konsequenz gezogen. Erst vor einer Woche hatte es einen ähnlichen Fall in Zorneding gegeben.

Stand: 13.11.2015

CSU-Fahnen vor dunklen Wolken (Symbolbild) | Bild: picture-alliance/dpa/Oliver Weiken

Gerhard-Michael Welter ist nicht länger Schatzmeister des CSU-Ortsverbandes in Moosburg an der Isar. Das teilte die Partei am Donnerstagabend dem Bayerischen Rundfunk mit.

Laut Medienberichten hatte Welter sich auf seiner Facebook-Seite abfällig über Flüchtlinge geäußert:

"Ich bin ein Nazi und das sehr gerne, und zwar so: Nicht An Zuwanderung Interessiert."

Gerhard-Michael Welter auf seiner Facebook-Seite

Die Anfangsbuchstaben der Wörter des Satzes "Nicht An Zuwanderung Interessiert" ergeben das Wort "NAZI". Die Äußerung hatte dem CSU-Schatzmeister großen Ärger eingebracht. Kurz darauf hat Welter die Botschaft gelöscht.

"Unglaubliche Dummheit"

Von einer "unglaublichen Dummheit" sprach danach der CSU-Ortsvorsitzende Florian Bichlmeier. Es tue Welter leid, sagte er. Der Ex-Schatzmeister selbst war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Bichlmeier versicherte, Welter sei nicht rechtsradikal, sondern engagiere sich seit Jahren für die Integration von Flüchtlingen. Der Spruch sei wohl aus Wut darüber entstanden, fälschlicherweise immer wieder in die rechte Ecke gerückt zu werden.

"So etwas kann man nicht bringen, das weiß er selber."

Florian Bichlmeier, Chef der CSU in Moosburg  

Die Moosburger CSU distanziere sich jedenfalls aufs Schärfste von der Äußerung.

Vorfälle in Zorneding

Erst vor gut einer Woche waren in Zorneding die Vorsitzende der CSU, Sylvia Boher, und ihr Stellvertreter Johann Haindl nach fremdenfeindlichen und rassistischen Äußerungen von ihren Ämtern zurückgetreten.

Besonders Haindl war mit seinen Worten aus der Reihe getanzt. Er hatte den dunkelhäutigen Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende als "Neger" bezeichnet, sich dafür aber inzwischen entschuldigt. Dafür verzichtet der Pfarrer auf eine Anzeige.

Diskussion gibt es noch um Boher. Die Oppositionsparteien im Gemeinderat fordern auch ihren Rücktritt als Gemeinderätin. SPD-Politiker in Landtag und Bundestag gehen noch einen Schritt weiter. Sie drängen darauf, dass sie auch als Mitglied im Kreis- und Bezirksvorstand zurücktritt.

Ob sich Ilse Aigner in ihrer Funktion als CSU-Bezirksvorsitzende diesen Forderungen anschließt, wird sich auf der Klausurtagung der Oberbayern-CSU, die heute in Berchtesgaden beginnt, zeigen. Die Mitglieder werden vermutlich auch über die Vorgänge in Moosburg sprechen.


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