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Milchwerke werben um Nachahmer Molkerei Berchtesgadener Land verbietet Glyphosat und andere Spritzmittel

Der Beschluss der Milchwerke Berchtesgadener Land, dass die Milchlieferanten des Unternehmens ab sofort auf Glyphosat und andere Totalherbizide jeglicher Art verzichten müssen, er fiel einstimmig. Jetzt sucht die Molkerei Nachahmer.

Von: Christine Haberlander

Stand: 26.10.2017

Mit dem Paukenschlag hat die Genossenschaftsmolkerei Berchtesgadener Land ein Signal gesetzt, das beim Bauernverband und der Politik gehört wird. Neben viel Zustimmung von Kunden und Verbrauchern kommt auch scharfe Kritik.

Am Vormittag hat sich der Geschäftsführer der Molkerei, Bernhard Pointner, im BR erklärt. Das Unternehmen hätte den Glyphosateinsatz auf Futterwiesen in Traunstein, über den der Bayerische Rundfunk in der vergangenen Woche berichtet hatte, sehr ernst genommen.

"Es gibt ja eine Zulassung für dieses Mittel und es gab aber bei uns nie Veranlassung tätig zu werden, weil wir im Vergleich in Deutschland sicher die Molkerei sind, die am wenigsten von diesen Mitteln braucht, weil das eine ganz andere Wirtschaftsweise bei uns ist. Aber wir haben diesen Fall, der dann aufgetreten ist, natürlich sehr ernst genommen."

Geschäftsführer Bernhard Pointner

Glyphosat und andere chemische Spritzmittel sind verboten

Das Unternehmen habe im Vergleich zur Politik in Lichtgeschwindigkeit gehandelt und das Herbizid-Verbot für die Mitgliedsbauern auf den Weg gebracht, so Bernhard Pointner.

Eine externe Firma wird jeden Genossenschaftslandwirt auch dahingehend kontrollieren. Sollte bei einem ein chemisches Spritzmittel gefunden werden, wird ihm die rote Karte gezeigt und er wird aus der Genossenschaft ausgeschlossen.

Aufklärung in Landwirtschaftsschulen und Hoffnung auf Nachahmer

Glyphosat zeigt schnell Wirkung

Auch wollen die Milchwerke auf Landwirtschaftsschulen und Ämter für Landwirtschaft einwirken, dass man in Sachen Spritzmittel umdenkt und junge und ältere Landwirte aufklärt, dass die Verbraucher den Einsatz nicht haben möchten. Geschäftsführer Pointner hofft nun auf viele Nachahmer der Maßnahme der Milchwerke Berchtesgadener Land:

"Wir bringen da vielleicht schon einen Stein ins Rollen und bauen Druck in Richtung der Politik auf. Wir sagen, bitte helft uns. Wir als Molkerei mit 0,8 Prozent der deutschen Milch. Wir können den Krieg nicht allein gewinnen. Wir brauchen die Unterstützung der Regierung auch auf EU-Ebene. Da muss man sich hinstellen und sagen. wir wollen das in der EU nicht. Wir machen gerne den Schneepflug und bauen Druck gegenüber der Politik auf. Aber umso mehr nachziehen, auch im Interesse der Verbraucher, umso besser ist es."

Geschäftsführer Bernhard Pointner


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Stefan Hartwig, Donnerstag, 26.Oktober, 14:47 Uhr

11. Molkerei Berchtesgadener Land verbietet Glyphosat und andere Spritzmittel

Hut ab für diese Entscheidung, die in Zeiten wachsenden Lobbyismus in allen Bereichen politischer Entscheider und entsprechend zu erwartenden starken Gegenwinds so klar und unmißverständlich im Sinne der Endverbraucher und eigentlich im Sinne aller getroffen wurde.

Bürger, Donnerstag, 26.Oktober, 14:45 Uhr

10.

Super Gelungene PR-Aktion von Berchtesgadner Molkerei!
Die Verbraucher werden es Ihnen mit einen beseren Umsatz danken!
Gesetzlich ist die Molkerei garnicht in der Lage einen Konventionellen Betrieb den Einsatz von Spritzmittel zuverbieten. Und Kontrolieren dürfen nur das Amt für Landwirtschaft und die Vetrinärämter.

  • Antwort von Zwiesel, Donnerstag, 26.Oktober, 15:09 Uhr

    @Bürger:
    Dass es auch eine gelungene PR-Aktion ist, da haben Sie sicher recht.
    Aber dass die Molkerei den Einsatz nicht verbieten und kontrollieren kann, da irren Sie. Die Molkerei ist frei in ihren Verhandlungen und Absprachen mit den Lieferanten und kann natürlich Vorgaben machen. Wer das nicht will, der braucht mit der Molkerei keinen Vertrag schließen. Interessant ist aber, was passieren könnte, wenn es TTIP mit seinen Schiedsgerichten schon gäbe. Könnte und würde dann Monsanto klagen wegen Gewinnminderung? Könnte sich die Molkerei dann eine solche Entscheidung noch erlauben?

  • Antwort von Hrdlicka, Donnerstag, 26.Oktober, 15:16 Uhr

    @ Bürger..Sie sind ein ganz ganz Schlauer...Lesen würde hier wieder einmal eindeutig helfen , und zwar nicht nur die Überschrift in Großbuchstaben, sondern alles !

AS, Donnerstag, 26.Oktober, 14:31 Uhr

9. Ein sehr guter Anfang

aber nicht nur Glyphosat muß weg!
So sieht Verbraucherschutz und Wählerwille aus!
Hoffentlich dringt das nach Obernzenn zu unserem Glyphosat-Schmidt und nach Berlin durch!

Birgit, Donnerstag, 26.Oktober, 14:24 Uhr

8. Danke für Ihre Initiative!

Große Dinge beginnen oft im Kleinen.

werner, Donnerstag, 26.Oktober, 14:19 Uhr

7. Dann soll Sie es auch Trinken

Wir werden uns dafür einsetzen, dass Sie diesen Stoff da, wo es notwendig ist, auch weiterhin anwenden können“, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel den Landwirten noch im Juni auf dem Deutschen Bauerntag versichert. Hört sich nicht nach einen Verbot an,Sie setzt sich ein, das dieses Zeug weiterhin verwendet werden darf.Prima Fein.
Traurig - Traurig- Traurig. Ohne Worte.