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Urteil im Missbrauchsprozess Täter muss ins Gefängnis - Bewährung für die Mutter

Sechs Jahre und zehn Monate Haft für den Täter, Bewährungsstrafe für die Mutter: So lautet das Urteil des Landgerichts Landshut in einem beispiellos grausamen Missbrauchsfall.

Stand: 21.09.2016

Eine Mutter hatte ihr eigenes Kind betäubt, damit ihr Bekannter die Kleine sexuell missbrauchen konnte.

Jetzt muss der 46-Jährige, der sich an dem damals sechs Jahre alten Mädchen vergangen hatte, ins Gefängnis. Am Landgericht Landshut war die Öffentlichkeit während der Plädoyers ausgeschlossen worden.

Den Strafanträgen waren Verständigungsgespräche zwischen den Prozessbeteiligten vorausgegangen. Für umfassende Geständnisse hatte man den Angeklagten mildere Strafen versprochen.

Internetbekanntschaft missbraucht Mädchen

Das Paar hatte sich 2005 über das Internet kennengelernt. Gleich zu Beginn der Beziehung hatte der heute 46-Jährige aus Moosinning im Landkreis Erding der Mutter seine sexuellen Fantasien mit Kindern mitgeteilt. Laut Anklage hatte der Mann in den Jahren 2006 und 2007 in insgesamt sieben Fällen die damals Sechsjährige schwer sexuell missbraucht. Zuvor hatte die heute 43 Jahre alte Mutter ihrem Kind Schlaf- und Betäubungsmittel gegeben. Bei den Übergriffen war die Mutter anwesend. Zudem wurden der Missbrauch gefilmt.

Fahnder entdecken Missbrauch

Ins Visier der Fahnder war das Paar bei Ermittlungen gegen den 46-Jährigen im Zusammenhang mit dem sexuellen Missbrauch einer 13 Jahre alten Schülerin geraten. Auf dem Computer des Angeklagten hatten die Ermittler Details zum jetzigen Missbrauchsfall entdeckt. Für die Taten an der 13-Jährigen war der Mann zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden, die er derzeit noch verbüßt.


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