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Etappensieg für Münchner Mieterverein Luxus-Sanierer wird eingebremst

Das Amtsgericht München hat im Sinne des Münchner Mietervereins entschieden - und damit gegen einen Münchner Luxus-Sanierer. Zumindest in einem Fall musste dieser jetzt seine Ankündigung von Modernisierung und Mieterhöhung zurücknehmen.

Von: Sabine Weis und Matthias Lauer

Stand: 16.02.2017

Symbolbild Mietpreisbremse: Schlüssel mit Eurozeichen-Schlüsselanhänger | Bild: picture-alliance/dpa

Immobilien-Besitzer Rainer Beck geht laut Mieterverein immer gleich vor: Seine Firma am Münchner Viktualienmarkt kauft ein Mietshaus und verschickt kurz darauf – teils wortgleiche - Briefe an die Mieter.

Mieterhöhung um 400 Euro

Beck hatte in den Schreiben ankündigt, neue Heizkörper und Türen einzubauen oder die Wohnung energetisch sanieren zu wollen. Die klagende Mieterin hätte nach der Sanierung künftig 400 Euro pro Monat mehr zahlen sollen. Laut Mieterverein, der noch mehr Mieter von Rainer Beck betreut, sind aber auch Erhöhungen um 700 Euro und mehr keine Seltenheit.
Viele Mieter ziehen dann eingeschüchtert aus, weil sie den Umbau und die psychische Belastung durch Lärm und Kosten scheuen.

Gericht fordert zum Einlenken auf

Das Amtsgericht München fand nun die Art und Weise der Sanierungsankündigung formell unrichtig. Das Gericht forderte den Luxus-Sanierer auf einzulenken – zumindest in diesem Fall. Der Mieterverein kündigte am Donnerstag weitere Klagen an, falls Vermieter Beck erneut inhaltsgleiche Briefe verschicken würde.


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