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Meridian-Züge ausgebremst? Bayerische Eisenbahngesellschaft schimpft auf die Bahn

Die Betreiber des Meridian sind derzeit mächtig sauer auf die Deutsche Bahn. Sie fühlen sich benachteiligt, weil die Bahn beim Baustellenmanagement die Merdian-Züge systematisch ausbremse und für massive Verspätungen sorge. Auch die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) findet deutliche Worte.

Stand: 19.06.2017

Meridian-Zug  | Bild: picture-alliance/dpa

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) feuert als sogenannte Bestellerorganisation für den bayerischen Schienenpersonalverkehr ordentlich in Richtung Deutsche Bahn.

Unter anderem kritisiert sie, dass es aufgrund von Bauarbeiten auf der Strecke München-Rosenheim-Salzburg zu erheblichen Zugausfällen und Verspätungen bei den Zügen des Meridian komme. Im Vergleich zum vergangenen Jahr habe sich nichts verbessert, so die BEG.

"Die Tatsache, dass es aufgrund von Bauarbeiten auf der Strecke München – Rosenheim – Salzburg wie bereits im Vorjahr erneut zu erheblichen Einschränkungen (u. a. Zugausfälle, Verspätungen) für die Züge des Meridian kommt, ist auch für die BEG nicht akzeptabel."

Bayerische Eisenbahngesellschaft

Meridian-Bertreiber sauer auf die Bahn

Zuvor hatte sich bereits die Bayerische Oberlandbahn (BOB) als Betreiber des Meridian zu Wort gemeldet. Der Vorwurf lautet: Die Bahn bremse beim Baustellenmanagement die Meridian-Züge systematisch aus. Fernzüge der Bahn und der österreichischen Bundesbahn würden bevorzugt. Immer wieder komme es laut den Meridian-Betreibern vor, dass ein eigentlich pünktlicher Meridian-Zug zwischen Rosenheim und München auf Anweisung der Bahn 20 Minuten auf einen verspäteten Fernzug warten muss.

Die Bahn hat bisher lediglich mit einer sehr allgemeinen Stellungnahme reagiert: Auf der Strecke München-Rosenheim-Salzburg seien Bauarbeiten eine große Herausforderung, sagt eine Sprecherin auf BR-Anfrage. Diese Strecke sei hoch frequentiert und es gebe keine adäquaten Umleitungen. Man führe deshalb intensive Gespräche mit allem Beteiligten, außerdem habe man eigens eine Task Force eingerichtet.

BEG verlangt Nachbesserungen von der Bahn

Der BEG reicht diese Erklärung der Deutschen Bahn offenbar nicht. Sie will, dass derart negative Folgen für die Fahrgäste des Meridian künftig nicht mehr vorkommen und fordert unter anderem eine verbesserte Baustellenplanung.

"Wir hatten die DB Netz daher bereits mehrfach schriftlich aufgefordert, kurzfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Betriebsabläufe zu ergreifen. Darüber hinaus haben wir für zukünftige (Groß-)Baumaßnahmen die Bereitstellung einer verbesserten Bauinfrastruktur (z. B. Einbau von Bauweichen) gefordert, um die Auswirkungen auf den Zugbetrieb zu minimieren. Dass bei der aktuellen dreimonatigen Baumaßnahme auf einer derart hoch frequentierten Strecke über einen 16 Kilometer langen eingleisigen Abschnitt keine Überleitstellen und entsprechende Signaltechnik vorhanden sind, trifft bei uns auf völliges Unverständnis."

Bayerische Eisenbahngesellschaft

Die BEG steht zwar in keinem unmittelbaren vertraglichen Verhältnis mit der DB Netz AG. Aber sie sieht sich trotzdem in der Verantwortung und ermutigt in dem Streit ausdrücklich die Bayerische Oberlandbahn (BOB), weiterhin Druck auf die Deutsche Bahn auszuüben.   


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Vielfahrer, Dienstag, 20.Juni, 10:07 Uhr

8. Baustellenbedingte Verspätungen

Interessante Kommentare - aber - so einfach ist es eben nicht!

Fordern kann man Vieles (von der BEG) - z.B. Einbau von Bauweichen.

Man kann Fahrpläne konstruieren wie man will. Irgendein Zug kommt immer zur ungünstigsten Zeit.
Problem ist das "optimierte" Netz und fehlende Überleitstellen auf langen Abschnitten.
Man schaue mal in die Schweiz, da gibt es z.T. alle 5 km solche Weichenverbindungen. Abwarten auf den Gegenzug fällt damit schon mal deutlich kürzer aus.

Extra Ein- u. Ausbau von Bauweichen erfordern aber ebenfalls Voll(!)sperrungen, Softwaretausch in Stellwerken ebenfalls mit Vollsperrung und kosten zusätzlich Planungsvorlauf und v.a. richtig viel Geld. Vom Mangel an Firmen und Fachkräften mal abgesehen.

Nebenbei: Fahren über Mühldorf? eingleisige Strecke, die gut voll ist und woher die zusätzlichen Dieselloks nehmen, die auch noch den Strom für die Klimaanlagen im Sommer liefern? Das Geschrei möchte ich hören!

Das ist die Wahrheit!

Der Vielfahrer

Sepp, Montag, 19.Juni, 18:41 Uhr

7. Chaos bei Bahn und Meridian

Lieber BR,
schaut bitte mal aus euren Fenstern zum Hauptbahnhof Gleis 5 bis 10, und dann wisst ihr, was los ist. Tausend Fahrgäste die permanent mit Falschinformationen hin und her geschickt werden.
An scheena Gruaß
Sepp

Wolfgang, Montag, 19.Juni, 17:40 Uhr

6. München-Salzburg könnte über Mühldorf umgleitet werden.

EC-, IC und Railjet-Fahrgästen von und nach Rosenheim aus München oder Salzburg wäre ein Umsteigen in einen Meridian durchaus zumutbar.

Ampfing bis Tüssling ist inzwischen 2-gleisig fertig ausgebaut.

Evtl. auch Lokwechsel in Markt Schwaben, Hauptbahnhof ausfallen lassen und nur München-Ost und Pasing als Halt für IC/ECE Dann gäbe das nichtmals Fahrzeitverluste..

  • Antwort von Bahnfahrer, Dienstag, 20.Juni, 07:42 Uhr

    Das mag alles stimmen, aber was soll die Strecke München-Mühldorf noch alles bewältigen? Den massiven Güterzugverkehr und die verspäteten Züge im Regionalverkehr. Wenn unter diesen Umständen auch noch IC / EC die Strecke benutzen würden, dann wäre das Chaos perfekt. Ich erinnere an 2013, als IC und EC Züge an den Wochenende über diese besagte Strecke umgeleitet wurden, weil auf der Salzburger Strecke Brückenbauarbeiten waren. Das Nadelöhr ist nach wie vor die Strecke Ampfing-Markt Schwaben und gleichzeitig hat man hier auch noch das Problem, dass die Strecke ab Markt Schwaben Richtung Ostbahnhof nur zweigleisig ist. Das führt zu Fahrzeitverlusten im internationalen, nationalen und regionalen wie auch Güterverkehr.

Schippi, Montag, 19.Juni, 17:07 Uhr

5. Chaos

Ja, was man als Pendler zwischen Salzburg und München die letzten Monate mitmachen musste, spottet jeder Beschreibung. Die Züge müssen oft in Rosenheim den Gegenverkehr abwarten. Das sieht dann in der Regel so aus, dass man 20 Min steht, bis mal irgendein Güterzug vorbeitingel. So läuft das tagtäglich ab. Das Geld von den Pendlern hat man ja Dank Abo schon. In der Schweiz ist es dagegen so, dass der fahrplanmäßige Zug auf jeden Fall Vorrang hat. Dort würden die Pendler weitgehend pünktlich fahren, während die verspäteten Züge warten müssten. Ist auch aktuell so bei den österreichischen Railjets, die wegen der Baustelle verspätet kommen. Ich hoffe die Bahn bekommt von allen Seiten dafür auf den Deckel.

Wurf, Montag, 19.Juni, 11:33 Uhr

4. Berichterstattung über die DB

Lieber BR,

sie verunglimpfen indirekt mit Ihren Beiträgen regelmäßig alle rechtschaffenden Eisenbahner. Es sind nicht die Berichte selber (über dessen Qualität man sicherlich auch unterschiedlicher Meinung sein kann), es ist letztendlich die Kommentarfunktion. Es gibt nunmal bei uns im Land den Grundsatz "alle gegen die Bahn" bzw. genauer "alle gegen die DB". In der Folge muss man überwiegend Hasskommentare lesen, oft von Leuten geschrieben, die vermutlich noch nie einen Zug von innen gesehen haben. Es wäre wünschenswert, wenn in Zukunft auch in Berichten über Straßenbaustellen die Kommentarfunktion immer ermöglicht wird.

  • Antwort von Andrea, Montag, 19.Juni, 16:41 Uhr

    Voriges Jahr war das Baustellenmanagement der Bahn derart schlimm dass ich kurzfristig zehn einzelne ungeplante Urlaubstage nehmen musste. Ich habe ausserdem zusätzliche Kosten selber tragen müssen für durch die Bauarbeiten verursachte Umwege über den Hauptbahnhof. Auf eine höfliche Nachfrage bei der Bahn comfort Hotline bekam ich nur unverschämte Antworten. Ich bin Berufspendlerin aus dem Chiemgau nach München Ost. Dieses jahr immerhin noch mindestens eine halbe stunde verspätung pro fahrt. Das ist kein Hasskommentar. Bitte unterlassen Sie solche Unterstellungen. Den zugbegleitern des meridian kann ich nur Hochachtung aussprechen wie sie damit umgehen die üblen Auswirkungen für die meridian Fahrgäste trotz der durch die bahn verursachten erschwernisde noch so erträglich wie möglich zu machen.