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Kurz und bündig Die Meldungen aus Oberbayern

Stand: 27.09.2016

Münchner Prozess um Darlehensbetrug

München: Wegen Kreditbetrugs mit einem Gesamtschaden von knapp 2,3 Millionen Euro steht ein Mann von Mittwoch an vor dem Münchner Landgericht. Der mutmaßliche Schwindler ging laut Anklage immer auf die selbe Weise vor: Er behauptete gegenüber den Opfern, eine Erbschaft in Millionenhöhe gemacht zu haben. Die Auszahlung sei noch nicht erfolgt, er benötige aber sofort Bargeld. Mal ging es um Gebühren oder die Erbschaftssteuer, dann wieder gab er vor, er sei schwer krank und müsse operiert werden. Einige der Opfer ließen sich sogar mehrmals Geld abschwatzen. Für den Prozess sind sechs Termine geplant

1860-Bosse um Ismaik wollen in Stadionfrage mit Stadt nachverhandeln

München: Für sein neues Stadionprojekt will der TSV 1860 München die Rahmenbedingungen mit der bayerischen Landeshauptstadt nachverhandeln. Dazu soll es an diesem Donnerstag im Rathaus ein kurzfristiges Treffen von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) mit Vereinspräsident Peter Cassalette und Investor Hasan Ismaik geben. Das berichtete das Internetportal "dieblaue24.de" am Dienstag. Der Fußball-Zweitligist will als Mieter von Erzrivale FC Bayern aus der Allianz Arena raus und im Osten der Stadt eine eigenes Stadion bauen. Geldgeber Ismaik schwebt eine Arena für rund 50.000 Zuschauer vor, das auf dem Messegelände Riem angebotene Grundstück lasse dem Bericht zufolge aber nur ein halb so großes Stadion zu. Die Lösung sei "uns zu klein", sagte Cassalette dem Portal. "Wir wollen jetzt mit dem OB nachverhandeln, ob wir noch ein angrenzendes Grundstück dazubekommen und dann mehr Fläche für einen Neubau hätten." Nach monatelanger Standortsuche bietet Riem den Sechzigern die beste Ausgangslage für das Vorhaben. Der exzentrische Geldgeber Ismaik hatte unter anderem mit dem Vorschlag für Aufsehen gesorgt, neben der neuen Arena ein Zoogehege für echte Löwen bauen zu wollen.

Taxifahrer schleift abgelehnten Fahrgast mehrere Meter mit

München: In der Nacht von Freitag auf Samstag hat ein Taxifahrer im Münchner Westend einen abgelehnten Fahrgast verletzt. Der 25-Jährige hatte sich laut Polizei in das Auto gelehnt und gefragt, ob der Fahrer ihn nach Laim bringen könne. Das verneinte der Taxler und fuhr los - obwohl der Mann noch halb in seinem Auto hing. Dadurch schlug der 25-jährige Ingenieur zunächst gegen die Karosserie des Autos, hielt sich dann daran fest und wurde mehrere Meter mitgeschleift. Nach einigen Metern konnte sich der Fahrgast nicht mehr halten und stürzte auf die Straße. Den Taxifahrer schien all das nicht zu interessieren - er fuhr weg, ohne sich um den 25-Jährigen zu kümmern. Der Fußgänger schürfte sich den Körper ziemlich auf, er musste durch den Rettungsdienst an der Unfallstelle versorgt werden. Der Taxifahrer wird wie folgt beschrieben: orientalisches Erscheinungsbild, dunkle, kurze Haare und ein südländischer Akzent. Er war in der Heimeranstraße in einem beigen Mercedes unterwegs, das Kennzeichen ist nicht bekannt. Gegen ihn wird nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Körperverletzung und Unfallflucht ermittelt. Wieso der Taxler so rabiat gehandelt hat und ob etwa Alkohol im Spiel war, kann die Polizei derzeit nicht sagen.

Nobelpreisträgerinnen beim Literaturfest München

München: Mit Lesungen von Nobelpreisträgerinnen wartet das 7. Literaturfest München vom 10. bis zum 27. November auf. "Das Literaturfest ist heuer im verflixten siebten Jahr", sagte Kulturreferent Hans-Georg Küppers am Dienstag, "das macht uns keine Sorgen. Jetzt erst recht wollen wir unser Publikum verführen." Rund 100 Autoren und Künstler werden in der Landeshauptstadt auftreten. Die Literaturnobelpreisträgerinnen Swetlana Alexijewitsch und Herta Müller tauschen sich über Sprache und Poesie in Diktaturen aus. Bei der 57. Münchner Bücherschau sind bekannte Autoren aus den Sparten Klassik, Krimi, Fantasy sowie Sach- und Unterhaltungsbuch geladen, darunter Cornelia Funke oder Bachtyar Ali. Unter dem Motto «Die Welt erzählen» präsentiert das Literaturhaus ein Programm mit deutschsprachigen und internationalen Autoren. "Wer den Blick weitet, versteht besser, was vor der eigenen Haustür passiert", so Literaturhausleiterin Tanja Graf. Unter anderem berichtet der ARD-Korrespondent Ingo Zamperoni über das "fremde Land" Amerika. Im Rahmen des Literaturfests München werden auch drei Auszeichnungen verliehen, darunter am 21. November der mit 10.000 Euro dotierte Geschwister-Scholl-Preis.

Asylbewerber in Mühldorf festgenommen

Mühldorf am Inn: Die Kripo ermittelt gegen einen 23-jährigen Asylbewerber, der am vergangenen Dienstag offenbar versucht hat, eine Frau in der Innstraße sexuell zu nötigen. Er soll bei einer Unterhaltung mit der ehrenamtlichen Betreuerin zudränglich geworden sein und sie geschlagen haben. Weil das Opfer sich zu Wehr setzte und auch Passanten einschritten, ließ er alledings wieder von der Frau ab. Wenig später wurde der Tatverdächtige durch Beamte der Polizeiinspektion Mühldorf a. Inn festgenommen.

Drei Tote bei schwerem Verkehrsunfall bei Hohenkammer

Hohenkammer (Lkr. Freising): Bei einem schweren Verkehrsunfall am Montagabend auf der B 13 bei Hohenkammer sind insgesamt drei Menschen ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, kam das Auto aus noch ungeklärte Ursache ins Schleudern und prallte gegen einen Baum. Zwei Männer erlagen noch am Unfallort ihren schweren Verletzungen. Dabei handelt es sich um zwei Polen im Alter von 44 und 46 Jahren. Eine weitere Person wurde zunächst mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht, dort verstarb der Mann aber. Seine Identität ist noch nicht geklärt. Aufgrund des Unfalls war die Straße für mehrere Stunden komplett gesperrt.

Raub und schwere Körperverletzung nach Wiesn-Besuch

München: Ein 45-jähriger Engländer ist in der Nacht auf Sonntag von drei Männern ausgeraubt worden. Der Mann war auf dem Heimweg von der Wiesn, als die Männer ihn ansprachen und plötzlich auf ihn einschlugen. Dabei verlor der 46-Jährige zwei Zähne. Einer der Schläger riss dem Engländer dann eine Goldkette vom Hals. Die Täter flüchteten. Weil der Mann ziemlich betrunken war, gibt es keine Täterbeschreibung.

Zwei Maßkrugschlägereien auf der Wiesn

München: Am Samstagabend ist es auf der Wiesn zu zwei Maßkrugschlägereien gekommen. Besonders schwer hat es einen 19-Jährigen getroffen, der vor dem Weinzelt von einem Mann mit einem Maßkrug geschlagen und schwer an einem Auge verletzt wurde. Der junge Mann war mit seinem Cousin unterwegs, als sie auf drei andere Männer trafen, mit denen sie ein Armdrücken vereinbarten. Der Verlierer sollte dem Gewinner 200 Euro zahlen. Es traten an der Cousin und der spätere Täter. Der Cousin gewann, doch es kam zu seinem Streit wegen des Auszahlens der vereinbarten Siegesprämie. Der 19-Jährige schubste den Verlierer - daraufhin nahm der einen leeren Maßkrug von einem Tisch und schlug ihm ins Gesicht. Der 19-Jährige wurde am linken Auge getroffen - es ist immer noch nicht klar, ob er auf dem Auge erblinden wird. Der Täter und seine Begleiter flüchteten. Die Polizei sucht nach einem circa 25 Jahre alten Mann, er ist stämmig, hat blonde kurze Haare und spricht Bayerisch. Getragen hat er eine kurze Lederhose und ein grün-weißes Karohemd. Ebenfalls am Samstagabend, im Hofbräuzelt, hat ein 26-jähriger Schweizer einen Maßkrug auf zwei Männer geworfen: Der Steuerberater verletzte einen der beiden, einen 18-Jährigen Azubi, am Kopf - er trug eine Platzwunde davon. Den anderen, einen 20-Jährigen, erwischte er am Handgelenk. Der Mann muss sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Auf der Wiesn heuer wurde bisher 21 mal mit Maßkrügen zugeschlagen, das sind elf Fälle weniger als bei der letzten Wiesn.

Gefährliche Körperverletzung durch Fußtritte

München: Am Sonntagabend hat im Hackerzelt ein 30-Jähriger einen 24-jährigen Mechaniker schwer verletzt. Der Mann trat laut Polizei mehrmals mit dem Fuß auf das Gesicht des 24-Jährigen aus dem Landkreis Kehlheim. Möglich war das, weil der 24-Jährige auf den Boden gefallen war, als die beiden Männer sich stritten. Er wurde mit erheblichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Der 30-Jährige, ein Verkaufsmann aus dem Landkreis Freising, muss sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Wiesn-Streit zwischen zwei Flüchtlingen eskaliert

München: In der Nacht auf Montag ist auf dem Oktoberfest ein Streit zwischen zwei Flüchtlingen aus Untergießing eskaliert. Ein 24-jähriger Afghane hatte laut Polizei mit den Fäusten auf einen 19-jährigen Landsmann eingeschlagen. Als der zu Boden ging, trat er noch mehrmals gegen seinen Kopf. Die Schläge waren so arg, dass dem Mann mehrere Zähne ausfielen und sein Nasenbein gebrochen wurde. Er musste ins Krankenhaus gebracht werden. Der 24-Jährige war extrem aggressiv, gegen ihn wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Sachbeschädigung an Autos durch betrunkenen Wiesnbesucher

München: Ein betrunkener Wiesnbesucher ist in der Nacht auf Montag von der Polizei vorläufig festgenommen worden, weil er eine ganze Reihe von Autos beschädigt hatte. Der 29-Jährige war auf seinem Nachhauseweg in Neuhausen gegen die Seitentüren von parkenden Autos getreten. Außerdem stieß er Seitenspiegel mit seinen Füßen ab. Auch ein Motorrad warf er um, so dass die Feuerwehr zum Binden von Benzin ausrücken musste. Insgesamt beschädigte der Mann 17 Autos. Der Schaden liegt bei mehreren Tausend Euro. Der 29-jährige Rumäne aus Augsburg konnte von der Polizei aufgegriffen werden.

Kein Führerschein, aber geklaute Fahrräder an Bord

Raubling: Schleierfahnder der Rosenheimer Polizei haben auf der Autobahn München-Salzburg (A8) bei Raubling ein Fahrzeug kontrolliert und gleich mehrfach den richtigen Riecher gehabt. Nach Angaben der Beamten vom Montag war das bulgarische Kennzeichen des Wagens gefälscht, der Fahrer - ein 42-jähriger Rumäne - konnte weder einen Führerschein noch die passenden Fahrzeugpapiere vorweisen und außerdem waren sechs gestohlene Mountainbikes in dem Auto geladen. Die Räder im Gesamtwert von 4000 Euro und der Pkw wurden nach der Kontrolle am vergangenen Freitag sichergestellt, der Fahrer und sein 24-jähriger Beifahrer festgenommen. Am Samstag erging gegen das Duo Haftbefehl.

Betrunkener Wiesnbesucher hat großes Glück bei Verkehrsunfall

München: Ein betrunkener Wiesnbesucher hatte am Sonntag unheimliches Glück. Der 23-jährige Azubi aus Landsberg am Lech überquerte auf dem Heimweg vom Oktoberfest im Stadtteil Laim eine Straße bei rot geschalteter Ampel. In dem Augenblick kam ein Auto, der 20-jährige Fahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Mit voller Wucht knallte der 23-Jährige auf die Motorhaube und gegen die Frontscheibe. Glücklicherweise wurde er jedoch nur leicht verletzt. Der Azubi hatte einen Alkoholpegel von 3,4 Promille. Der Schaden am Auto liegt bei 3.500 Euro.


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