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Eisschwimmen-Meisterschaften in Burghausen Hinein in die eiskalten Fluten

In Burghausen im Landkreis Altötting haben am Freitag die Deutschen Meisterschaften im Eisschwimmen begonnen. 180 Schwimmerinnen und Schwimmer machen mit. Das sind 100 mehr als im Vorjahr.

Stand: 08.01.2016

Bernd-Uwe Gutknecht bei den 1. Ice Swimming German Open  | Bild: Ice Swimming German Open

Im Januar, wenn andere heißen Tee trinken und sich bestenfalls ins Hallenbad trauen, springen sie in den eiskalten Wöhrsee: 180 Schwimmerinnen und Schwimmer aus 15 verschiedenen Ländern. Sie stecken nicht in Neoprenanzügen, sondern tragen nur Badehose und Schwimmanzug – und das bei knapp 5 Grad Wassertemperatur.

Die Deutschen Meisterschaften im Eisschwimmen finden in Burghausen bereits zum zweiten Mal statt. Diesmal sind 118 Männer und 61 Frauen dabei. Viele der Athleten kommen aus Deutschland und Österreich, aber auch Teilnehmer aus Südafrika, Großbritannien, Dänemark, Finnland, Bulgarien und der Türkei sind dabei.

Die Meisterschaften wurden am Nachmittag mit dem Einzug der Nationen eröffnet. Am Abend finden die ersten Wettkämpfe der Frauen und Männer über 200 Meter Freistil statt. Die kürzeste Strecke, die bewältigt werden muss, ist 25 Meter pro Teilnehmer in der 4-köpfigen Staffel und bis zu 1000 Meter für Einzelschwimmer. Zum ersten Mal gibt es auch einen Staffelwettbewerb.

Lokalmatador ist Langstreckenschwimmer Christof Wandratsch, der zusammen mit der Stadt Burghausen die German Open im Eisschwimmen ins Leben gerufen hat. Der gebürtige Franke war ein Pionier des Langstreckenschwimmens, 1991 wurde er erstmals Europameister über die 25 km, später mit der Mannschaft Weltmeister. Er war Weltrekordler bei der Überquerung des Ärmelkanals und schwamm 2013 in gut 20 Stunden die knapp 67 Kilometer durch den Bodensee. Vor wenigen Jahren hat er nach einer neuen Herausforderung gesucht und sie gefunden. Christof Wandratsch will das Eisschwimmen salonfähig machen, trotzdem warnt er: Gesund sollten die Schwimmer sein, die sich wie er ins eiskalte Wasser wagen und ihre Bahnen ziehen.

"Bei unter fünf Grad Wassertemperatur zu schwimmen, das ist schon eine extreme Belastung. Da wird dem Körper schon was abverlangt. Man sollte sich davor schon mal durchchecken lassen, ob der eigene Körper überhaupt dazu in der Lage ist."

Christof Wandratsch, Weltrekordhalter im Eisschwimmen.

Der 49-Jährige hält derzeit noch mit 13 Minuten den Weltrekord über 1000 Meter, den er im März vergangenen Jahres in Murmansk aufgestellt hat. In diesem Jahr ist die Konkurrenz groß: der Bulgare Petar Stojtschew könnte ihm sogar den Weltrekord abjagen. Stojtschew ist Gewinner der Goldmedaille über 25 Kilometer Freiwasserschwimmen bei den Schwimmweltmeisterschaften 2011 in Shanghai und bei den Freiwassereuropameisterschaften 2012 in Piombino. Bei den German Open in Burghausen werden wieder zahlreiche Zuschauer im Wöhrseebad erwartet.

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