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Der Weg ist das Ziel Meditationswandern zwischen Wieskirche und Schloss Linderhof

Der Meditationswanderweg in der Ammergauer Alpen ist landschaftlich ein Genuss, bietet aber auch für Geist und Seele eine echte Auszeit. Dabei geht es gar nicht darum, möglichst schnell ans Ziel zu kommen, sondern eher, sich selbst zu finden.

Von: Martin Breitkopf

Stand: 13.10.2017

Impressionen vom Meditationswanderweg in den Ammergauer Alpen | Bild: Thomas Bichler

Norbert Parucha ist der Erfinder des Meditationswanderwegs – von der Wieskirche bis zum Schloss Linderhof – gut 80 Kilometer ist der ganze Weg – doch Kilometer und Höhemeter schruppen ist zeitranigig; denn der Weg ist das Ziel.

"Beim Gehen haben wir das Gefühl, dass wir uns selbst bestimmen können – ich kann jederzeit stehen bleiben und inne halten…"

Norbert Parucha

Das Geheimnis des Pilgerschritts

Sich auf sich selbst einlassen ist schwierig. Zum Runterkommen hat der gelernte Körpertherapeut einen guten Trick -  den Pilgerschritt:  Zwei Schritt vor, einen innehalten…

"Der Pilgerschritt symbolisiert den Weg des Lebens, dass ich immer wieder vorwärts gehe, aber immer wieder auch Zeit brauche, um inne zu halten, um zu mir zu kommen, um meinen Standort wahrzunehmen, wo stehe ich gerade im Leben."

Norbert Parucha

Spirituelle Plätze

Norbert Parucha hat ganz besondere Plätze ausgewählt -  Kraftorte, spirituelle und mystische Plätze. Davon gibt es jede Menge in den Ammergauer Alpen. Aufgestellte Tafeln geben Denkanstöße wie etwa beim Ammerdurchbruch – der Scheibum…. Silbrige Felswände, türkisgrünes Wasser… Ein Ort zum Innehalten… Scheibum ist etwas für alle Sinne…

"Wenn das Wasser dahin kommt – dann dreht sich das Wasser wie um eine Scheibe – wir können das Wasser auch fühlen, welche Kraft es hat, da steckt wirklich Energie in dem Wasser."

Norbert Parucha

Die Augen schließen, das Wasser spüren, die Energie im Körper wirken lassen – kurze, meditative Momente - und dann wieder Bewegung.

Wunderbarer Blick auf die Alpen

Weiter geht's zur Fatimakappelle bei Saulgrub – von hier gibt's einen wunderbaren Blick auf die Ammergauer Alpenkette – und drinnen was Spirituelles: Marienbilder und Muttergottesfiguren. Die Fatimakappelle wurde erbaut von einem Saulgruber aus Dankbarkeit dafür, dass er die Kriegsgefangenschaft überlebt hat. Ein guter Platz, um sich selbst paar Gedanken über sein Leben zu machen.

"Das ist das Thema, dass wir es uns mehr bewusst machen -  dass wir dankbar sein können für das Leben, das wir haben. Und das ist möglich, am eigenen Körper zu spüren."

Norbert Parucha

Das Labyrinth des Lebens

Letzte Station auf der kleinen Etappe vom Meditationswanderweg ist jetzt noch Bad Kohlgrub – dort gibt es im Kurgarten ein begehbares Labyrinth.

"Das Labyrinth ist Symbol für das Leben – den Lebensweg, der Weg, der hineinführt, der um das Ziel rum, aber letztlich doch ohne Umwege in das Zentrum hineinführt."

Norbert Parucha

15 Stationen sind es insgesamt auf dem Meditationsweg in den Ammergauer Alpen – genug Zeit zum Abschalten und Sich-Selber-Finden.


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