4

Auch das ist Kunst! Dieser Mann hat eine Leinwand in Notzing versenkt

Der Erdinger Künstler Rudolf L. Reiter hat seine neueste ungewöhnliche Kunstaktion gestartet: In einem Maisfeld nahe dem Notzinger Weiher hat der 72-Jährige mit Unterstützung von Helfern drei große Leinwände im Boden vergraben.

Von: Birgit Grundner

Stand: 21.06.2016

Erst Mitte August will Reiter die Leinwände wieder herausholen. Der Künstler geht davon aus, dass sich auf der Leinwand Wasser und Erde abzeichnen, dass Erde daran kleben wird, und dass vielleicht auch Maispflanzen durch das Material gewachsen sind. Er werde die Leinwände danach nur "abschütteln, aber nicht saubermachen", betonte er:

"Und was dran klebt, soll kleben bleiben und wird eingearbeitet."

Rudolf L. Reiter

Das Bild "befiehlt"

Der Künstler beobachtet seine Helfer.

Denn Reiter will "der Schöpfung den Vorrang lassen" und die Leinwände erst danach bemalen – wie, das kann er derzeit noch nicht sagen. "Die informelle Malerei bei Großformaten vereigenständigt sich", sagt er: Irgendwann "befiehlt das Bild", zu welchen Farben man greifen oder ob man Verdünnung, Lumpen und Terpentin einsetzen solle. Das gehe "wie im Operationssaal schnell" und werde gesteuert von "purer Kraft und Energie aus dem Jenseitigen".

Später will Reiter er auch noch unbemalte Leinwände ins Wasser und in Bäume hängen. Er knüpft damit an eine frühere Kunstaktion an, bei der er umgekehrt vorgegangen war: Er hatte damals großformatige informelle Bilder gemalt, die er gewissermaßen von der Natur vollenden ließ: Sie waren zeitweise im Münchner Olympiapark vergraben ("Erde") , wurden der Hitze eines isländischen Vulkans ausgesetzt ("Feuer") , hingen als Leinwandfahnen in der Hallertau ("Luft") oder wurden im Ozean vor Miami versenkt ("Wasser").

Drei der Arbeiten wurden anschließend der Bayerischen Staatsgemäldesammlung übergeben. Werke von Reiter befinden sich auch in zahlreichen weiteren öffentlichen Sammlungen – nicht nur in Deutschland, sondern etwa auch in den USA, in Norwegen und in Island.


4

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Bernd L., Mittwoch, 22.Juni, 23:19 Uhr

1. Geschmacksverirrung erhält mediale Aufmerksamkeit.

Sowas nennt man heutzutage "Kunst"? Denn Sie geben ja den Versenker einer Leinwand als Künstler an. Ein Zeichen für den schleichenden Niedergang. Wir waren mal ein Volk der Dichter und Denker, aber auch der Künstler...

  • Antwort von Franz, Donnerstag, 23.Juni, 12:37 Uhr

    Kunst ist, in einem runden Zimmer in die Ecke zu....