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Trauer um Klaus Kreuzeder Saxophonist, Kämpfer, Vorbild

Klaus Kreuzeder war ein gefragter Musiker, hat mit Eric Clapton, Gianna Nannini und Udo Lindenberg gespielt. Er war gesellschaftlich engagiert und hat für die Rechte behinderter Menschen gekämpft. Nun ist er in München gestorben.

Stand: 04.11.2014 | Archiv

Klaus Kreuzeder war eine Münchner Institution, ein Kämpfer und ein hervorragender Musiker. Oberbürgermeister Dieter Reiter erklärte, ihn habe die Todesnachricht "tief bewegt, weil ich ihn auch persönlich gekannt habe".

"Die Welt ist ohne ihn nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich ein Stück ärmer geworden."

Münchens OB Dieter Reiter

Auch die Grünen im Bayerischen Landtag haben Kreuzeder als Künstler von Weltrang gewürdigt. Die Fraktionsvorsitzende Margarete Bause sagte in einer Mitteilung, Kreuzeder habe sich für die Integration von Menschen mit Handicap engagiert, lange bevor der Begriff Inklusion in aller Munde gewesen sei. Bause betonte, Kreuzeder sei ein immer politischer Mensch gewesen, der seine Stimme gegen Ungerechtigkeit und für die Schwachen in der Gesellschaft erhoben habe.

"Wir hatten Glück, dass wir ihn hatten. Mit Klaus Kreuzeder geht einer, der fehlen wird"

. Grünen-Politikerin Margarete Bause

Der Kinderlähmung getrotzt

Der gebürtige Forchheimer war in seiner Kindheit an Kinderlähmung erkrankt und deshalb an den Rollstuhl gefesselt. Dennoch konnte ihn nichts von seinem Berufswunsch Saxophonist abbringen. Und da hatte er Erfolg, insbesondere als Jazz-Musiker, es folgten gemeinsame Auftritte mit Jazz- und Rockgrößen wie Eric Clapton, Al Jarreau, Stevie Wonder, Gianna Nannini, Konstantin Wecker und Udo Lindenberg.

Viele Preise und Ehrungen

Er vermochte es, seine Lebensfreude weiterzugeben: Klaus Kreuzeder.

Für sein musikalisches Wirken aber für sein Engagement für Behinderte wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Kulturpreis der Stadt München, der Kulturpreis der Bayerischen Landesstiftung und der Wilhelm-Hoegner-Preis.

Immer wieder hat er sich für behinderte Menschen eingesetzt. So geht es auch auf den Einsatz von Klaus Kreuzeder zurück, dass bei der Freilichtbühne Theatron im Münchner Olympiapark Rampen geschaffen wurden und Plätze, wo sich Rollstuhlfahrer aufstellen können.

Anfang 2013 musste Kreuzeder krankheitsbedingt mit dem Saxophon spielen aufhören. Am 3. November ist er im Alter von 64 Jahren in seiner Münchner Wohnung gestorben.


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Abby Heim, Samstag, 08.November, 09:53 Uhr

18.

"Ede" bleibt einzigartig und unvergesslich.

  • Antwort von Lisa Ohm, Sonntag, 09.November, 03:58 Uhr

    Ja Abby, das ist in der Tat so, er ist und bleibt unvergessen. Ich komme gerade von Buenos Aires nach Hause. War 12 Tage auf See. Und dann das. ....

Siegfried Eichler, Freitag, 07.November, 01:15 Uhr

17. Meine Teilnahme

Schaue gerade im Bayerischen Fernsehen . . . Aus Leidenschaft am Leben Klaus Kreuzeder dieser Bericht hat mein Herz sehr berührt. So ein netter für alles aufopfernder Mensch ist wahrlich ein ganz großer auf diesem Planeten Erde. Ich dr Sigi vom Allgäu wünsche Klaus in seinem zweiten Leben alles erdenklich Gute. Klaus du bist immer in unseren Herzen.

Clemens Hegler Volkach, Donnerstag, 06.November, 09:24 Uhr

16. Mitgefühl

Klaus Kreuzeder war ein sehr mitfühlender und überaus hilfsbereiter Mensch. Ich durfte einige Male seine Sicht der Dinge mitsehen und in bis heute tief beeindruckt, von seinem Sein. Machs gut, Klaus,
und Gutes, Euch Allen ,wünscht
Clemens aus Volkach

Hannes Beckmann, Mittwoch, 05.November, 20:09 Uhr

15. Gut gemacht, Klaus!

Talentiert und tapfer. Auch bis zu Deiner letzten eigenen Kreuzwegstation. Gut gemacht, Klaus!
Hannes

Max Widmann, Mittwoch, 05.November, 18:01 Uhr

14. K. K. wird bleiben

Kreuzeder, ein wahrer Tiger, ein Kämpfer für sich und vor allem für andere, die vielleicht nicht so viel Kraft haben.
R. I. P.