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Priester-Mangel Auch Laien sollen katholische Gemeinden leiten können

Die katholische Kirche zieht Konsequenzen aus dem zunehmenden Priester-Mangel. Im Erzbistum München und Freising können künftig auch Laien Gemeinden leiten. Der Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx will heute in München entsprechende Pilotprojekte vorstellen.

Stand: 20.03.2017

Kirche in Bautzen  | Bild: picture-alliance/dpa/Sebastian Kahnert

Demnach sollen Teams aus haupt- und ehrenamtlichen Laien an der Spitze von Pfarreien stehen. Bisher ist das geweihten Priestern vorbehalten. Die Folge dieser Vorgabe war, dass wegen sinkender Priesterzahlen die Gemeinden zu immer größeren Seelsorgeeinheiten zusammengelegt wurden. Zugleich mussten die Pfarrer immer mehr Organisationsaufgaben übernehmen, so dass ihnen weniger Zeit für die Seelsorge blieb.

Thomas Sternberg

Die Zahl der neu geweihten Priester sinkt in Deutschland seit langem. 2014 waren es 75, ein Jahr später nur noch 58. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, hatte Anfang März vor der Entwicklung gewarnt und mehr Verantwortung für Laien in den Gemeinden gefordert.

"Wir steuern auf eine Katastrophe zu, was die priesterliche Begleitung der Pfarrgemeinden betrifft."

Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg Anfang März

Kardinal Reinhard Marx

Marx hat am Wochenende bei der Vollversammlung des Diözesanrats seiner Erzdiözese betont, dass die Kirche vor Ort nicht zugunsten immer größerer Pfarrverbände weichen dürfe.

"Wir würden viele Chancen vergeben, wenn wir uns von den territorialen Wurzeln zurückziehen."

Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx

Auch die Frühjahrs-Vollversammlung der katholischen Bischöfe Anfang März hatte sich unter anderem mit dem Priestermangel beschäftigt - allerdings ohne eine konkrete Lösung


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