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Ampel-Plan Tirol und Bayern - gemeinsam gegen Maut-Ausweichler

Auf der Bundesstraße zwischen Kiefersfelden und Kufstein ist eine steuerbare Ampel aufgestellt. Dieses Wochenende beginnt der achtwöchige Probebetrieb. Die Anlage soll Maut-Flüchtlinge abschrecken, die die Autobahn umgehen wollen.

Stand: 16.01.2016

Kiefersfelden und Kufstein haben seit der Autobahn-Vignettenpflicht ab der Landesgrenze auf ihren Ortsstraßen massiv mit Maut-Ausweichverkehr zu kämpfen. Hinzu kommen jetzt noch die Verkehrsteilnehmer, die den durch Grenzkontrollen verursachten Stau auf der A 93 umgehen wollen.

Gegenmaßnahme

Auf der Bundesstraße finden Grenzkontrollen eher selten statt - und das spricht sich herum, beklagt Hajo Gruber, Bürgermeister von Kiefersfelden. Ebenso ist das auch in Kufstein der Fall.

Jetzt haben sich beide Orte zu einer gemeinsamen Maßnahme entschlossen: Ab Samstagfrüh soll eine spezielle Ampel helfen, die einen künstlichen Stau verursacht. Sie wird auf der B 171 kurz vor dem Ortsbeginn von Kufstein aufgestellt. Außerdem werden drei Kameras installiert. Die Ampel wird sich einschalten, wenn auf der Bundesstraße mehr als 500 Autos in der Stunde fahren. Das ist beispielsweise an Skifahrer-Samstagen der Fall. Die Anlage soll in den nächsten acht Wochenenden eingesetzt werden. Dann wollen die Grenz-Kommunen Bilanz ziehen.  

"Es ist vorgesehen, die Verkehrsspitzen an insgesamt acht Samstagen zwischen dem 16. Januar und dem 5. März jeweils in der Zeit von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr zu puffern, um den Kufsteiner Stadtteil Zell zu entlasten."

Sprecher des Baubezirksamts Kufstein

Begleitend wurde auf der Inntalautobahn die Ausfahrt Kufstein Süd um 600 Meter verlängert, um die Abfahrt zu erleichtern. Auch Kiefersfelden erhofft sich eine Entlastung vom Durchgangsverkehr.

Kein schlechtes Gewissen, sondern "Notwehrreaktion"

"Wenn Mautflüchtlinge an dieser Ampel im Stau stehen, kaufen sie sich vielleicht doch die Vignette und fahren auf die Autobahn", sagt Hajo Gruber. Ein schlechtes Gewissen habe man bei dieser Aktion nicht, betont der Bürgermeister. Es sei eine Notwehrreaktion.

Der hohe Durchgangsverkehr im Ort bringe inzwischen wirtschaftliche Einbußen mit sich. Nun bleibt abzuwarten, ob die "Pförtnerampel" den gewünschten Erfolg bringt, denn den Initiatoren kamen nach eigenen Angaben die Grenzkontrollen dazwischen. "Als wir uns das System ausgedacht haben, wussten wir noch nicht, dass Deutschland einmal Grenzkontrollen zu Österreich machen wird", so der Sprecher des Kufsteiner Baubezirksamtes. Diese Kontrollen sorgen auch auf der Autobahn zeitweise für lange Staus.


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Defaetist, Sonntag, 17.Januar, 01:19 Uhr

14. unfassbar

Ich empfinde es als eine arge Schwachstelle unseres Rechts, dass man diesen Bürgermeister nicht für den von ihm vorsätzlich herbeigeführten Schaden persönlich zur Rechenschaft ziehen und haftbar machen kann.

Die Österreicher lachen sich schon ins Fäustchen, dass die depperten Deitschen den Mautrittern ihre Beute schon selber eintreiben.

'Günter Lang, Sonntag, 17.Januar, 00:39 Uhr

13.

Österreichischer Schwachsinn Nr.1: man baut eine Autobahn und verlangt Maut. Dadurch zwingt man grenznahen Verkehr grundsätzlich in die Ortschaften und beglückt seine armen Bürger; es ist doch klar, daß man wegen 5 km kein Raubritterpickerl kauft! Ich nehme mir seit 1 Jahr 10 min mehr Zeit und fahre über Ebbs und durch Kufstein, damit die Bewohner auch eine Freude haben! Die Ösis sollten endlich gegen die Asfinag protestieren und bis Kufstein-Süd die Maut wieder streichen!
Soll man ein Pickerl kaufen, damit man nach dem Skifahren 1 Std. auf der Autobahn steht? Die notleidenden deutschen Skigebiete nehmen Söll/Scheffau und Kitzbühel hoffentlich viele Skifahrer ab!
Die Ampel ist sicherlich sehr umweltfreundlich, weil keiner im Winter seinen Motor abstellen wird und trifft auch die Anwohner von Kiefersfelden- eine blödsinnige Lösung. Stammt die Idee von Karl Valentin?

Robert, Samstag, 16.Januar, 12:48 Uhr

12. Verwerflich

Das ist ein höchst verwerflicher Plan! Der Staat verschwendet mutwillig die Lebenszeit seiner Bürger um sie zu zwingen, eine Autobahn-Benutzungsgebühr zu zahlen, ich kann nicht ausdrücken, wie minderwertig dieses Denken ist.
Hajo Gruber sollte mal ein paar Wochen bei der Müllabfuhr Dienst tun damit er wieder zur Vernunft kommt!
Schafft lieber die Pickerl ab, dann gibt's auch keine Flüchtlinge!

Hastenrath, Freitag, 15.Januar, 19:37 Uhr

11. Lösung

wäre wie früher mautfrei bis Kufstein Süd..

Manfred, Freitag, 15.Januar, 14:10 Uhr

10.

Mann-o-mann, wenn sich Politiker was ausdenken...

Wenn ich den Text richtig verstanden habe (@BR: etwas klarer könnte man das formulieren) soll der Verkehr Richtung Österreich ausgebremst werden. Abgesehen davon, dass man dann halt über Ebbs fährt (Florian's Prinzip): Der Grenzstau ist Richtung Norden, also dürfte der wesentlich größere Ausweichverkehr auch RIchtung Norden stattfinden.