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Anwalt tritt nach Im Kuhglocken-Streit von Holzkirchen unterliegt Kläger vor Gericht

Das Münchner Landgericht hat die Klage eines Unternehmers abgewiesen, der sich in Holzkirchen am Lärm von Kuhglocken auf der Weide vor seinem Haus stört. Damit ist der Streit aber noch nicht zu Ende. Und: Der Anwalt des Klägers tritt nach.

Stand: 14.12.2017

Almkuh mit Glocke um den Hals (Symbolbild) | Bild: dpa-Bildfunk/Matthias Balk

Der Mann hatte sowohl die Pächterin der Weide als auch die Marktgemeinde Holzkirchen, der die Wiese gehört, auf Unterlassung verklagt. Seine Ehefrau und er litten wegen des Lärms der Kuhglocken unter Schlaflosigkeit und Depressionen, erklärte der Unternehmer aus Holzkirchen (Landkreis Miesbach). Hinzu kämen der Wertverlust seiner Immobilie sowie Gestank und Gesundheitsgefahr durch Weidestechfliegen. Die Kühe, fünf bis sieben Tiere, weiden auf einer Wiese vor seinem Haus.

Klage scheitert wegen Vergleich in niedrigerer Instanz

Die Klage scheiterte vor allem daran, dass der Unternehmer und die Landwirtin im September vor zwei Jahren bereits einen Vergleich vor dem Amtsgericht Miesbach geschlossen hatten. Dieser sieht vor, dass die Kühe in 25 Metern Entfernung auf einer Hälfte der Wiese mit Glocken grasen dürfen.

"Anscheinend gibt es doch noch Richter, die das Hirn einschalten."

Die Bäuerin nach dem Urteil

Ehefrau hat auch Klage eingereicht

Deshalb habe der Nachbar nun kein Rechtsschutzbedürfnis mehr, entschied das Landgericht München II. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Anwalt des Klägers kündigte an, Rechtsmittel einzulegen.

Inzwischen hat auch die Ehefrau des Klägers eine eigene Klage in gleicher Sache eingereicht. Sie ist nicht mit einem Vergleich vorbelastet. Ein Termin für das zweite Verfahren steht laut Gericht aber noch nicht fest.

Anwalt spricht von "prekärer Bildungssituation" bei den Beklagten

Der Unternehmer hatte der Bäuerin angeboten, die Kühe auf seine Kosten mit GPS-Sendern auszustatten. Dass das Angebot ausgeschlagen wurde, bezeichnete der Anwalt des Paares als "irrational". Vielleicht liege es an der "prekären Bildungssituation der am Verfahren beteiligten bayerischen Landbevölkerung", sagte er.


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Thomas Spilker, Samstag, 16.Dezember, 10:51 Uhr

29. Anwalt tritt nach.

Schon in der Sache schlimm, das ein solcher Fall vor Gericht verhandelt wird. Als Großstädter muß ich dann wohl auch klagen wenn ein Auto hupt und mich stört. Lachhaft.
Hoffe eine Kuh tritt dem Herrn Anwalt mal kräftig in die Hinterseite.

highwayfloh, Freitag, 15.Dezember, 18:38 Uhr

28. JETZT weiss ich, "warum" die Glocken so sehr stören

Tja, man denkt ja gottseidank nicht 24h am Tag an die moderne Technik, aber durch einen Werbeprospekt macht es dann schon Sinn das Glocken (egal welcher Art) gewaltig stören: Dann funktionieren nämlich "Alexa" & Co nicht mehr und man muss sich wieder selbst um ein paar Dinge aktiv kümmern, die man neuerdings den elektronischen "Helferleins" überträgt und diesen Luxus geniesst (und sich aber im gleichen Atemzug über den zunehmenden Lieferverkehr in Wohngebieten usw. genüsslich beschwert).

Gebirgsbewohner, Freitag, 15.Dezember, 13:21 Uhr

27. Unverständlicher Streit unter Sturköpfen

Gleich vorweg - ich mag auch keine zugezogenen Preißn oder sonstige Gscheidmeier - aber Rücksichtnahme hängt mit gesundem Menschenverstand zusammen und weniger mit Paragraphen! Kuhglocken auf einer eingezäunten Weide sind ein Blödsinn - hat bei uns in Berchtesgaden im Tal auch keiner; nur auf der Alm aus bekannten Gründen. Wer sich aber über Fliegen und Weidevieh generell aufregt soll da bleiben wo er herkommt. Es gibt aber auch in der Landwirtschaft Arbeiten, die Lärm machen und aufschiebbar sind; z.B. Brennholzschneiden oder Bauarbeiten; das muss nicht am Sonntag oder Abends sein. Ich glaube generell, dass der Egoismus zunimmt - wenn in einer Wohnung Handwerker Reparaturen durchführen dann beschweren sich auch die Nachbarn auch wenn dieselben auch mal Handwerker brauchen könnten und es für die Nachbarn dann ähnlich laut ist.

Thomas K., Freitag, 15.Dezember, 10:02 Uhr

26. Kuhglocken-Streit

Als ehemaliger Landwirt muss ich sagen Kuhglocken im Dorf müssten eigentlich nicht sein.
Diese sind nämlich wirklich sehr laut. Egal wer hier als erstes hier war, jeder Mensch hat Anspruch auf Ruhe - soweit möglich. Kuhglocken waren eine Art Ortungsmöglichkeit auf der Alm. Diese Tradition muss ja nicht zum Nachteil der Menschen verwendet werden. Auch wenn hier oft das Prinzip noch gilt, wer war als erster da.....

  • Antwort von steamtrain, Freitag, 15.Dezember, 11:14 Uhr

    Lautstärke hat auch etwas mit der Größe der Glocken zu tun. Nur Weidevieh hat eben nicht jene Glocken um den Hals wie sie beim Viehscheid, und eben auch nur da üblich sind. Da waren die (Monster)Glocken in früheren Zeiten notwendig, da in Ermangelung von Handy udgl. mehr die Bauern im Tal über den Abtrieb und anschließenden Viehscheid der Almviecher hingewiesen wurden. Ansonsten trugen die Tiere im Tal wie auf der Hochweide, allein schon aus Kostengründen, nur kleine Glocken, wobei im Tal zumeist nur die Leitkuh mit einer solchen "Bimmel" versehen wurde.

  • Antwort von Wolf, Freitag, 15.Dezember, 17:33 Uhr

    Das Haus war zuerst,dann kamen die Kühe.

gerhard anton, Freitag, 15.Dezember, 09:50 Uhr

25. brauchen wir im gesamten Oberland nicht

Der Herr Unternehmer und seine Ehefrau sollen doch bitte dort hinziehen, wo keine Kuh- oder Kirchenglocken läuten und kein Hahn auf dem Mist kräht. Und den Herrn Advokaten der die "prekären Bildungssituation der am Verfahren beteiligten bayerischen Landbevölkerung" beklagt, soll er ebenfalls gleich mitnehmen. So ein "herein geschmecktes Gschwerl" von irgendwoher oder sogar aus München brauchen wir im gesamten Oberland nicht. Übrigens, kann ich mich noch an einen Fall von Querulantentum in Lkr. Rosenheim erinnern, denen wurde das Wohnzimmer zugeodelt, ab dem nächsten Tag waren die einfach unbekannt verzogen. .

  • Antwort von Wolf, Freitag, 15.Dezember, 16:57 Uhr

    Wie man auch an ihrem Kommentar entnehmen kann hat der Anwalt offenbar absolut ins Schwarze getroffen....und ja,ich bin auch der Meinung,sturschädelige und tierquälerische Bauern die Ihre Nachbarn mit Fleiß ärgern braucht man im ganzen Oberland nicht.