41

Massentierhaltung Baugenehmigung für umstrittene Hähnchenmast in Eschelbach

Im Kreis Pfaffenhofen entsteht die wohl größte Hähnchenmast in Bayern. Das Landratsamt Pfaffenhofen hat die Genehmigung für den Erweiterungsbau der umstrittenen Mastanlage in Wolnzach-Eschelbach erteilt. Der Mastbetrieb wächst nun auf 145.000 Tiere.

Von: Susanne Pfaller

Stand: 11.07.2017

Von Anfang an haben eine Bürgerinitiative und der Bund Naturschutz gegen die Riesenanlage gekämpft. So viele Tiere in einem Mastbetrieb scheinen ihnen einfach zu viel.

Das Spektrum der Kritik ist weit: Da ist die Sorge der Anwohner vor einer massiven Lärmbelästigung durch den Lastwagenverkehr in dem kleinen Wolnzacher Ortsteil Eschelbach, da gibt es Bedenken gegen die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter. Allen voran steht aber Sorge um die Gefahren für die Umwelt, vor allem für das Grundwasser.

Tierschützer kritisieren zudem die Massentierhaltung. Neben Demonstrationen hatten die Gegner auch eine Landtagspetition auf den Weg gebracht.

Landratsamt: Alle Voraussetzungen erfüllt

Das Landratsamt hat die Genehmigung mit zahlreichen Auflagen versehen. Sie betreffen vor allem den Gewässer-, Lärm-, Natur- und Bodenschutz, enthalten aber auch arbeitsrechtliche Elemente. Dadurch, so die Behörde, sollen Nachteile und Belästigungen für die Allgemeinheit sowie schädliche Umwelteinwirkungen verhindert werden. Ansonsten habe man den Antrag aber genehmigen müssen.

"Da im Rahmen der Planung sowie durch Gutachten alle Voraussetzungen erfüllt werden können, hatten die Antragsteller einen Anspruch auf Genehmigung."

Landratsamt Pfaffenhofen

Bund Naturschutz prüft Klage gegen die Baugenehmigung

Nun erwägt der Bund Naturschutz, gegen die Baugenehmigung zu klagen, erklärte Micha Lohr vom Bund Naturschutz in Wolnzach dem Bayerischen Rundfunk. Vor einer endgültigen Entscheidung will der BN jedoch die Baugenehmigung und die mit ihr verbundenen Auflagen genau prüfen. Innerhalb eines Monats kann gegen den Bescheid des Landratsamts geklagt werden.


41

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Cadman, Mittwoch, 12.Juli, 16:54 Uhr

39. Ansichtssache

Offensichtlich macht man sich im Landratsamt Pfaffenhofen mehr Gedanken über die Ansprüche eines Mastanlagen Investors und dessen Rechtsanwälte, als über die Bürger, die man im Landkreis eigentlich vertritt. Man sollte von Seiten der Behörden ruhig mal etwas mehr Courage zeigen und nicht auf jeden Zug aufspringen, der durch den Landkreis rauscht. Sich auf Rechte zu berufen ist die eine Sichtweise, die andere ist die Meinung vieler Pfaffenhofener Bürger und eine Verantwortung gegenüber nächsten Generationen. Das Ganze hatte einen sehr faden Beigeschmack. Offensichtlich hat die Wirtschaftskraft im Landkreis weit mehr Einfluss, wie der Faktor Mensch und Natur. Schaut man auf die Webseite des Landratsamtes, dann laufen oben idyllische Bilder von Landschaften aus PAF, während darunter die Genehmigung einer riesigen Mastanlage steht.
Vielleicht sollte man das endlich mal durch Bilder von Mastanlagen, Gewerbehallen und Neubaugebieten ersetzen. Danke

SandraK, Mittwoch, 12.Juli, 12:05 Uhr

38. doch lieber billig

wie von einigen schon richtig erkannt wurde, wird gerne auf bio und tierlieb gemacht. Aber wer Fleisch isst, muss sich nun mal im klaren sein, dass es von irgendwo herkommen muss. Und solange der Verbraucher lieber sein Geld in Urlaub, Auto (das sieht ja alles der Nachbar!) und andere Konsumgüter anlegt und nicht mehr für gute Qualität bei der Ernährung ausgeben wird, so lange wird sich auch nichts ändern. Wir mästen auch Hähnchen, eine kleine Gruppe von max. 40 Tieren auf Vorbestellung/kostet halt auch das kg/10Euro. Aber wem das was wert ist, der bestellt es auch. Aber viele gehen doch lieber zum Discounter!

MünchnerBua, Mittwoch, 12.Juli, 09:13 Uhr

37. Steinzeit lässt grüßen!

Wir als deutsch sehen uns immer mit an der Spitze der Evolution. Gebildet, rational denkend, gepflegt, liberal und was man sich sonst noch gerne auf die Fahne schreibt. Gerne kritisieren wir andere Länder, die nicht einen Umgang mit Tieren pflegen, wie wir es gerne hätten. Schächten, Hunde essen, Wahlfang - alles barbarisch! Aber wenn es um Lebewesen in der Nahrungsmittelproduktion geht ist uns alles Recht, solange es schön billig ist. Jeder der sich schon mal ein tierisches Produkt beim Discounter oder einer der zahlreichen Fastfoodketten geholt hat, ist eben so verantwortlich für diesen Zustand, wie die Betreiber solcher Massenmordeinrichtungen, oder der Landrat in Pfaffenhofen. Also statt nächstes mal eine Petition zu unterschreiben, lieber das Fleisch bei der Metzgerei kaufen und ab uns zu mal vegetarisch essen!

Georg Hase, Dienstag, 11.Juli, 21:55 Uhr

36. Massentierhaltung - ein Zukunftsmodell ohne Gewissen und Hirn

das kann man kaum glauben - eine Stallerweiterung auf 145.000 Tiere. Wo gibt es eine Grenze? Haben Tiere nicht auch ein Recht auf Lebensqualität und artgerechte Haltung. In diesen Größenordnungen kann man dies sicher nicht behaupten, außer man stellt sich auf die Seite von gewissens- und skrupellosen Geschäftemachern, denen es weniger um die Versorgung der Bevölkerung, sondern um den Profit der Unternehmerschaft geht. Inzwischen gibt es sehr viele Menschen, die sich für ein gutes Tierwohl einsetzen und die gerne etwas mehr Geld für hochwertige Erzeugnisse ausgeben würden bzw. bereits tun.
Leider versteht es die hohe Politik immer wieder mit unklaren Sachverhalten (Auszeichnung für gesunde & auch artgerechte Haltung bzw. eine genauere Deklaration fehlt!) den Verbraucher zu täuschen. Das dient unter anderem auch dazu, die Massentierhaltung nicht zu begrenzen sondern wie in diesem Fall,
noch zu erweitern. Profiteur des Ganzen ist eine hocheffiziente und naturunfreundliche Agrarlobby.

Selim, Dienstag, 11.Juli, 20:00 Uhr

35. mageres, helles Fleisch.

Soll doch gesund sein, das magere, helle Fleisch und den gegrillten Broiler holt man sich auch da, wo er besonders billig ist und Exportüberschüsse braucht das Land, da verkauft man sogar die Hendlfüße als Delikatesse irgendwo nach Asien.
Mensch - konsumiert nicht so viel Fleisch!
Dann brauchen wir so etwas wie diese FLEISCHERZEUGUNGANSTALTEN nicht mehr.