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Hornschlittenrennen in Partenkirchen Wintergaudi auf Kunstschnee

Das ist nur was für wagemutige Männer und Frauen: In Garmisch-Partenkirchen laufen die Bayerischen Meisterschaften im Hornschlittenrennen. Hinter der Traditionsveranstaltung stand bis vor wenigen Tagen ein Fragezeichen. Doch dann hieß es heute doch: Bahn frei.

Stand: 07.01.2016

Vor dem Vergnügen stand diesmal besonders viel Arbeit - weil auf der Piste am Hohen Weg zur Partnachklamm nur ein paar Millimeter Schnee lagen. "Wir haben den Schnee raufbracht, dann ist er uns wieder weggeflossn. Dann haben wir wieder einen raufgefahren", beschrieb Peter Strodl, der erste Vorsitzende des Hornschlittenvereins Partenkirchen, den Aufwand.

Normalerweise beträgt die Länge der Strecke nahe der Partnachklamm 1.000 Meter bei einem Höhenunterschied von 160 Metern und einem durchschnittlichen Gefälle von 18 Prozent. Wegen des Schneemangels musste die Distanz dieses Jahr aber um 200 Meter verkürzt werden. Bei nicht idealen Pistenbedingungen waren die Schlitten zwar langsamer unterwegs als sonst, kamen aber wegen der kürzeren Strecke früher ins Ziel.

Erst später zogen Wolken auf

An die 6.000 Zuschauer, so die Veranstalter, feuerten die Teilnehmer bei zunächst sonnigem Wetter und milden Temperaturen lautstark an. Erst später zogen Wolken auf. Am Start waren 67 Viererbesatzungen, darunter sieben Frauenteams, jeweils aus einem Lenker und drei Fahrern bestehend.

Bei den Männern gewann "Volkssport Trusetal" mit der Zeit von einer Minute und elf Sekunden. Bei den Frauen war das Team "Vögelfreunde Herz is Trumpf" aus Schlehdorf (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) am schnellsten. Es brauchte eine Minute und 21 Sekunden. Bis auf einige Schürfwunden und Prellungen kamen alle Teilnehmer heil ins Ziel, wie der zweite Vorstand Christian Herzog sagte.

Wieder war der Wettbewerb eine riesen Gaudi. Erst am Sonntag fiel die Entscheidung, das Rennen stattfinden zu lassen. "Des is des 47. Rennen. Es ist noch nie ausgefallen. Es ist noch nie verschoben worden", freute sich Strodl. Eine Wette war der Anlass für das erste Hornschlittenrennen 1970 gewesen. Gestoppt wurde damals mit zwei normalen Armbanduhren, sieben Schlitten waren am Start.

Finanzieller Druck

So sah die Piste am Wochenende aus.

Die Vorbereitungen für das Rennen liefen seit Wochen: Neue Kabel für die Videoübertragung wurden verlegt, die Schutzbanden zur Begrenzung der Rennstrecke installiert. Auch ein gewisser finanzieller Druck veranlasste den Hornschlittenverein zu seiner mutigen Entscheidung. "Ein Absage oder eine Verschiebung wäre kostenintensiv für uns", sagte Christian Herzog, zweiter Vorstand des Vereins.

"Wir müssen die große Videoleinwand bezahlen, egal, ob wir sie nutzen oder nicht. Auch unsere Sponsoren erwarten ein tolles Rennen. Und das werden wir auch schaffen."

Peter Strodl


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