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Tödliche Trekkingtour Verfahren gegen Himalaya-Bergführer eingestellt

Im "Himalaya-Prozess" hat das Garmischer Amtsgericht das Verfahren gegen einen Bergführer wegen fahrlässiger Tötung eingestellt. Begründung: Die Schuld des 48-Jährigen sei nur sehr gering, so das Gericht.

Von: Elmar Voltz

Stand: 23.09.2016

Ein einzelner Wanderer steht im Nebel unter dem Gipfel des Macchapuchhare im Annapurna-Massiv im Himalaya.  | Bild: dpa/Chad Ehlers

Bei der zweiwöchigen Tour im Jahr 2012 hatten zwei Teilnehmer den Anschluss an die Gruppe verloren und waren beim Abstieg erfroren. Gleichzeitig musste der Bergführer sich um eine Frau kümmern, die kurz darauf an der Höhenkrankheit starb.

Das passierte bei der Tour im Jahr 2012

Die Trekkinggruppe bestand aus insgesamt zwölf Personen. Diese hatten mit einem deutschen Reiseunternehmen die zweiwöchige Tour durch die Kali-Gandaki-Region in Nepal unternommen. Ruhig, konzentriert und glaubhaft schilderte der 48-jährige Angeklagte zu Prozessbeginn, was sich auf der Tour ereignet hatte.

Eine Teilnehmerin konnte die Trekking-Tour in teilweise 5.000 Metern Höhe nicht aus eigener Kraft fortsetzen. Er habe daraufhin eine Hubschrauberrettung veranlasst, so der Bergwanderführer. Doch der Helikopter sei erst einen Tag nach dem Notruf eingetroffen. Die Gründe für diese Verzögerung sind bis heute nicht nachvollziehbar. Die Frau starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Hier wird dem Bergwanderführer aus Garmisch-Partenkirchen kein Fehlverhalten vorgeworfen.

Zwei Teilnehmer erfrieren bei Abstieg mit Sherpas

Die weiteren Tourteilnehmer habe er den ortskundigen Sherpas und Trägern anvertraut. Sie sollten den Weg ins Tal schon mal fortsetzen, während der Bergwanderführer mit der Frau auf den Hubschrauber wartete. Auch habe er zwei leistungsstarke Trekker angewiesen, dafür zu sorgen, dass die Gruppe geschlossen mit den ortskundigen Trägern absteigt. Doch zwei Teilnehmer der Gruppe überlebten den Abstieg nicht: Eine Frau und ein Mann waren aus unerklärlichen Gründen entkräftet zurückgefallen und hatten den Anschluss verloren. Die beiden wurden später erfroren aufgefunden.

Keine technisch anspruchsvolle Tour

Aus Sicht der Verteidigung waren die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft haltlos, seinem Mandanten sei keinerlei Fahrlässigkeit vorzuwerfen, so Anwalt Stefan Beulke. Auch gebe es keinen Anlass, an der Qualifikation seines Mandanten für diese Tour zu zweifeln. Es habe sich zwar um Trekking in großen Höhenlagen gehandelt, das aber technisch keineswegs anspruchsvoll gewesen sei.

"Wenn man fit ist, kann man die ganze Route auch mit dem Mountainbike fahren."

Angeklagter Bergwanderführer

Die Vorfälle liegen bald vier Jahre zurück. Offenbar war es lange Zeit fraglich, ob überhaupt Anklage gegen den 48-Jährigen erhoben werden kann. Letzten Endes war es ein kurzer Prozess. Dem Bergführer war keine fahrlässige Tötung nachweisbar.

Gandaki Region in Nepal


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