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Neuer Münchner Hauptbahnhof Milliardenteure Baustelle bis zum Jahr 2029

Es wird eine Zerreißprobe für die Nerven der Pendler: Über zehn Jahre lang wird der Münchner Hauptbahnhof eine Großbaustelle. 2029 könnte das Gesamtareal nach Ansicht von Architekten, Deutscher Bahn und Stadt fertiggestellt sein. Vor dem Wirtschaftsbeirat Bayern informierten die Planer jetzt über die Neugestaltung des Hauptbahnhofs.

Von: Axel Mölkner-Kappl

Stand: 31.01.2017

Die Vision von Architekt Moritz Auer und seinem Architekturbüro Auer Weber Assoziierte GmbH hat zumindest die anwesenden Unternehmer begeistert: Im Zentrum des Hauptbahnhofs steht eine freundliche, von Tageslicht durchflutete Empfangshalle, von der aus man auch über den so genannten Nukleus 42 Meter in die Tiefe zu den dann beiden S-Bahn-Strecken gelangt.

3.000 Fahrradstellplätze

Das Gesamtprojekt wird aus heutiger Sicht 1,1 Milliarden Euro kosten und umfasst die Sanierung des Hauptgebäudes und des Holzkirchner und des Starnberger Flügelbahnhofs seitlich der großen Gleishalle, die unter Denkmalschutz steht und auch saniert wird. Seit 2010 steht auch der Starnberger Flügelbahnhof unter Denkmalschutz, der eigentlich auch abgebrochen werden und an dessen Stelle ein 80 Meter hohes Bürogebäude entstehen soll.

Architekt Moritz Auer und DB-Regionalchef Süd Günther Pichler.

Auch das gesamte Umfeld des Hauptbahnhofs und die Vorplätze werden von der Landeshauptstadt München völlig neu geplant. Vorgesehen sind auch rund 3.000 Fahrradabstellplätze, die auf dem Gelände untergebracht werden müssen.

 Planungen seit 20 Jahren

Die Planungen laufen seit fast 20 Jahren, schon 2004 gewann Architekt Moritz Auer mit seinen Kollegen den Wettbewerb zur Neugestaltung des Hauptbahnhofs. Durch die Planungen für den Transrapid und für die zweite S-Bahn-Stammstrecke verschob sich der Baubeginn immer wieder. Nachdem nun endlich Klarheit über den Bau der 2. S-Bahn-Stammstrecke herrscht, können die Planer auch endlich die Umgestaltung des Hauptbahnhofs in Angriff nehmen.

 Umbau während Vollbetrieb

Erschwert wird der Umbau durch die Tatsache, dass er während des laufenden Betriebes geschehen muss, betonte Günther Pichler, der bei der Bahn für die 1015 Bahnhöfe in Bayern zuständig ist. Zwischen 400.000 und 450.000 Menschen nutzen täglich den Hauptbahnhof und werden jeden Tag durch die Baustelle geleitet. Sie müssen jederzeit die Züge, S- und U-Bahnen erreichen können. Auf den 32 Gleisen des Hauptbahnhofs kommen täglich 900 Züge an, dazu kommen täglich 1.000 S-Bahn-Züge unterirdisch. 

Der genaue Baubeginn des Hauptbahnhofs hängt auch davon ab, wann der Bau der 2. Stammstrecke beginnt. Denn die Bauarbeiten müssen ineinander greifen – zwei Jahrhundertprojekte müssen koordiniert werden, betonten Bahn-Vertreter und der Architekt.

 Der größte, aber nicht der schönste Bahnhof

In der Bevölkerung und unter den Pendlern gibt es viele kritische Stimmen zum Ausbau. Die Unternehmer hingegen sind überzeugt davon, dass das Münchner Bahnhofsviertel durch die neue "Visitenkarte" Hauptbahnhof eine riesige Entwicklungschance hat, so Hans Hammer, Münchner Vorsitzender des Wirtschaftsbeirates Bayern. "Wir sollten uns was trauen, und es muss sich was tun", betonte er mit Blick auf den derzeitigen Hauptbahnhof, der zwar der größte, aber wahrlich nicht der schönste bayerische Bahnhof ist, wie Günter Pichler von der Deutschen Bahn betonte.


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Bertl, Dienstag, 31.Januar, 19:45 Uhr

5.

es gibt immer was zu meckern

  • Antwort von Hannah, Dienstag, 31.Januar, 23:01 Uhr

    Dann teilen sie uns doch mit, was sie an dem neuen Bauwerk so wunderbar
    und überzeugend finden.
    Ich freue mich schon auf ihre Antwort.

  • Antwort von Bertl, Mittwoch, 01.Februar, 06:48 Uhr

    Ich meckere ja nicht über diesen Bau,weilst sowieso nichts ändern kannst,
    es gibt ja andere genug denen das nicht paßt. @ Hannah

andante, Dienstag, 31.Januar, 17:26 Uhr

4. neuer Münchner Hauptbahnhof

Nein, eine Schönheit ist der Bahnhof wahrhaft nicht, und die Verkehrsverhältnisse davor eher eine Zumutung. Fußgängerareal und viele Fahrradstellplätze ist schon mal was, viel Licht im Inneren auch.
Aber der sichtbare Entwurf: fast nur Glas und Beton, Beton, Beton und unfreundlichen Formen - globalisierte Architektur-Langeweile. Ist das "sich was trauen"?? So schade um die Möglichkeiten, die es da theoretisch gäbe - wenn man schon so viel Geld verbretzelt und so länge lärmt und nervt: sollte dabei nicht was Interessanteres und Schöneres herauskommen?

  • Antwort von Hannah, Dienstag, 31.Januar, 18:00 Uhr

    andante gebe ihnen nur Recht.
    Da gab es im SZ Magazin einen wunderbaren Artikel zu dem Thema Beton.

    BRUTALISTISCHE BETONBAUTEN sind in !
    Das ist Architekturstil !

    Jeder Architekt muss da einfach mitmachen .
    Wir anscheinend auch.
    Die Bauten des Brutalismus sollten wie Skulpturen für eine klassenlose Gesellschaft sein.

    Egal wie sehr ein solches Bauwunder seine Umgebung erschlägt :-) !

    Bin selbst moderner Architektur nicht abgeneigt, aber es soll dann schon etwas Besonderes sein, z.B. Calatrava.

Werner Schmillner, Dienstag, 31.Januar, 14:39 Uhr

3. BER lässt grüssen

Man fragt sich einfach nur, was dies dem einfachen Bürger dann am Ende tatsächlich bringen soll? Gut, es schaut natürlich alles schöner aus, aber es wird nicht ein Zug mehr fahren oder pünktlicher am Ziel sein. Und die Kleinunternehmer die sich da so freuen werden sich noch wundern: Erst 10 Jahre Baulärm, Dreck, Gerüste und dann die Mieterhöhung für das Ladengeschäft!

  • Antwort von Stefan, Donnerstag, 02.Februar, 20:19 Uhr

    Was das dem einfachen Bürger bringt? ...Dass ihm beim täglichen Gang durch den Hauptbahnhof nicht irgendwann ein Stahlträger auf die einfache Rübe knallt, vielleicht?

Philipp, Dienstag, 31.Januar, 13:50 Uhr

2.

Finde es schön das endlich was passiert. Der aktuelle Bahnhof ist echt eine Schande für München!!!!!!!!

  • Antwort von Gaudibrezn , Dienstag, 31.Januar, 17:42 Uhr

    Und so 1 Glaskasten im Stile der 90er Jahre schaut auch gleich viel besser aus.
    Also bitte, wenn ich so durch die Welt fliege, dann fragt man sich schon ob die Architekten hier in den 90ern stecken geblieben sind.

websaurier, Dienstag, 31.Januar, 11:10 Uhr

1. "Zwei Jahrundertprojekte"


Na, das kann ja was werden...
Gut ,dass ich kein Münchner bin.