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Der neue Hbf-München Bürger diskutieren mit Vertretern der Stadt

Bisher ist er der Schandfleck der Stadt. In den nächsten Jahren soll der Münchner Hauptbahnhof sein Erscheinungsbild aber grundlegend ändern. Am Montagabend haben Bürger mit Vertretern der Stadt, der Bahn und den Architekten über die Pläne diskutiert.

Stand: 20.10.2015

So soll der Münchner Hauptbahnhof einmal aussehen: Neubau München EG und Starnberger Flügelbahnhof | Bild: Deutsche Bahn, Urheber: Architekten Auer Weber Assoziierte

Der künftige Hauptbahnhof soll ein futuristisch wirkender Riegel mit Glasfassade werden, dessen Zentrum eine lichtdurchflutete Empfangshalle bilden soll. Das Gebäude des Starnberger Flügelbahnhofs wird durch ein 20-geschossiges architektonisch reizvolles Hochhaus ersetzt. Außerdem will die Stadt die drei Bahnhofsvorplätze umgestalten und dabei die Verkehrsströme neu ordnen. Schließlich planen Bahn und Freistaat in einer Tiefe von 40 Metern unter der jetzigen Haupthalle einen neuen zweiten S-Bahn-Tiefbahnhof für die zweite Stammstrecke.

Bürger konnten Pläne sehen

In der Freiheizhalle an der Donnersbergerbrücke konnten die Bürger die Wanderausstellung "Der neue Hauptbahnhof: Eine Chance für München" sowie das Architekturmodell des Hauptbahnhofs nach dem Entwurf des Büros Auer Weber besichtigen. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten die Münchner Stadtbaurätin Prof. Dr. Elisabeth Merk, der Bauvorstand der DB Station&Service AG, Rolf Reh, der Architekt Moritz Auer vom Büro Auer Weber, der Bahnsprecher für die Zweite Stammstrecke, Michael Baufeld, mit Beate Bidjanbeg vom Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Erhard Thiel vom Referat Stadtplanung und Bauordnung und Prof. Dr. Fritz Wickenhäuser vom Verein Südliches Bahnhofsviertel e.V.

Der zuständige Vorstand der Deutschen Bahn André Zeug und die Münchner Stadtbaurätin Elisabeth Merk hatten die Planungen und Modelle im April vorgestellt. Oberbürgermeister Dieter Reiter zeigte sich beeindruckt von dem Vorhaben.

"Mit dem vorgelegten Konzept für das Empfangsgebäude des Münchner Hauptbahnhofs und dem Starnberger Flügelbahnhof bietet sich gerade im Zusammenhang mit dem wichtigen Infrastrukturprojekt Zweite Stammstrecke die Chance, die Bahnhofsgebäude und das Umfeld ganzheitlich neu zu entwickeln und aufzuwerten."

OB Dieter Reiter

Der Bahnhofsplatz als Foyer für die Innenstadt

Die Bahn spricht von "einem der attraktivsten Hauptbahnhöfe Europas". Der Bahnhofsvorplatz, der zur Innenstadt zeigt, soll durch den Neubau des Hauptbahnhofs und Verkehrsberuhigung wesentlich attraktiver werden. Er soll vor allem für die Fußgänger und Radler da sein, die sich dort den Platz teilen würden, außerdem soll dort weiterhin die Tram fahren.

Autos und auch Taxis sind auf dem Bahnhofsvorplatz nach dem Neubau nicht mehr vorgesehen. Die Taxistände werden an die Süd- und Nordseite des Bahnhofs verschoben. Der Platz selbst soll laut Bahn wie ein großzügiges Tor zur Fußgängerzone wirken und eine Art Entré oder Foyer der Innenstadt sein.

Hochhaus am Starnberger Flügelbahnhof

Für den Starnberger Flügelbahnhof ist unter anderem ein bis zu 75 Meter hoher "Hochpunkt" geplant, den die Bahn als weithin sichtbare "Landmarke" haben möchte: also ein Hochhaus, dessen Nutzung noch unklar ist – Büros oder ein Hotel sind dafür im Gespräch. Außerdem sind links und rechts vom Hauptbahnhof drei große unterirdische Fahrradparkhäuser vorgesehen – noch ist unklar, ob dafür die unterirdischen Bunker des Hauptbahnhofs genutzt und umgebaut werden.

Kosten: Bis zu einer Milliarde Euro

An der historischen Gleishalle soll sich nichts ändern, da sie denkmalgeschützt ist; sie muss jedoch technisch saniert werden. Die Bahn rechnet damit, dass allein die Eingangshalle mindestens fünfeinhalb Jahre Bauzeit in Anspruch nehmen wird – das Ganze wird bei laufendem Betrieb von statten gehen. Wann es losgeht, hängt allerdings von den Genehmigungsverfahren und vom Bauablauf der 2. Stammstrecke ab.

Laut Bahn wird das Projekt 500 Millionen bis zu einer Milliarde Euro kosten und soll von der Bahn selbst finanziert werden. Pläne, den Münchner Hauptbahnhof abzureißen und neu zu bauen, hat die Bahn bereits seit mehr als zehn Jahren verfolgt, allerdings konnten sich Stadt und Bahn nicht einigen und mangels Investoren war der Bau nicht zu realisieren.

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Enrico Pelocke, Freitag, 10.April, 00:07 Uhr

9. bessere Lösung

Man solle die 1 Mrd statt für Abriß und Neubau des Hbf für Besserungen im Schienenetz investieren, die den Reisenden zugute kommen: Bahnsteigtunnel in Höhe der Kopfbahnsteige des Holzkirchener und Starnberger Flügelbahnhofs, um die Wege der Reisenden zu kürzen und das Umsteigen zu erleichtern, 2. Stammstrecke, 2gleisige Begegnungsabschnitte für die S-Bahn auf den bisher eingleisigen Außenstrrecken. Wenn dann noch einige Mrd übrig sind: Neubaustrecke Regensburg - Pilsen - Prag.

Enrico Pelocke, Donnerstag, 09.April, 23:59 Uhr

8. rausgeschmissenes Geld

Als ish das öas, überlegte ich sofort, welches Datum wir heute haben. Heut ist nicht der 1. sondern schon der 9. April. Also ein 8 Tage verspäteter Aprilscherz. Ich las doch gerade von Umbauten am Münchner Hbf. Vor kurzem öffneten erst wieder die Geschäfte. Nun schon wieder viele Jahe Dreck und Zugangsbehinderungen durch die Baustelle. Warum man den jetzigen Hbf abreißen und neu bauen wiill, steht im Artikel nicht. Das sollte aber drin stehen. Ich sehe dafür keinen Grund. Die Vorteile des Neubaus für die Reisenden fehlen auch in dieser Meldung.Nur damit die Betonlobby Umsatz und Profit macht, muß man die Reisenden damit nicht belästigen. Wird hier nur sinnlos Geld verpulvert, was die Reisenden wieder blechen sollen? Die DB will das zwar selbst finanzieren. Aber vom Gehalt des Vorstands wird sie das sicher nicht bezahlen. Die nimmts von den Fahrgästen oder erhöht die Stationsgebühren, dann müssen die Länder Züge abbestellen, weil sie die Preissteigerungen nicht mehr bezahlen können.

Jan, Architekt, Donnerstag, 09.April, 23:14 Uhr

7. 7. Gut das was passiert...

Man muss den typischen ganztags Kritikern hier auch mal etwas entgegen setzen. Ich weiß nicht wer von denen in letzter Zeit mal den Ost-Eingang des Hbf benutzt hat, um festzustellen, dass dieses Gebäude und sein Umfeld dringend eine zeitgemäße Veränderung brauchen. Das die dafür anfallenden Kosten natürlich wie immer Kritikpunkt Nr.1 sind, verwundert ja nicht weiter. Da wird halt schnell vergessen, dass für ein solches Projekt höhere Kosten durch den Neu- und Umbau bei laufendem Betrieb und die Einhaltung von Denkmalschutzrichtlinien entstehen. Nebenbei wird die Infrastruktur eines halben Viertels neu geordnet. So etwas bekommt man halt eben nicht für 1,99 beim Discounter um die Ecke. Was man aber am Ende mit Sicherheit bekommt ist ist eine deutliche Qualitäts- und Aufenthaltssteigerung des Bahnhofumfeldes. Was den "Glaspalast" angeht, kann ich nur darauf hinweisen, dass in den Computerbildern der Anteil hoch glänzender und reflektierender Matrialien meist zu hoch ist ...mir gefällts.

Helmut Handwerker, Donnerstag, 09.April, 18:23 Uhr

6. Der neue Hauptbahnhof

Höchste Zeit, dass man den Münchner Hbf und sein Umfeld endlich aufwerten will!

Viel wichtiger als das (auch wichtige!) Erscheinungsbild ist die aber Funktion: Es werden also weiterhin die tollen 300 km/h schnellen Fernzüge auf der Magistrale Paris - Stuttgart - München - Wien -Budapest in München einen langen Halt haben, statt einfach weiter fahren zu können .... (Das Problem besteht natürlich nicht nur bei Paris - Budapest ...) Wer hat den Mut und die Einsicht zu einer funktionsgerechten Planung? Man kann es ja auch etwas geschickter als in Stuttgart machen .... ??

BirgitKlemm, Donnerstag, 09.April, 13:33 Uhr

5. Der Entwurf zum Hauptbahnhof

Das ist ein Glanzpunkt für München. Symbolträchtig für Nachhaltigkeit ist die Verbindung zum Olympiapark. Die Glaskonstruktion schreibt Zeitgeschichte, umso mehr muss Wert darauf gelegt sein, dass die umliegenden Gebäude mit ihren historischen Fassaden originalgetreu verbleiben und dem Gesamtbild zugeordnet bleiben.
Die zweite Stammstrecke würde ich gern verhindern, zum Zweck der Stabilität der Innenstadt. Ich sehe gute Entlastungen durch Verkehrsknoten wie den Scheidplatz im Norden. Der Weg zum Süden führt folglich über den Hauptbahnhof direkt zum Sendlinger Tor. Der Marienplatz mit Rathaus und Frauenkirche bleiben außen vor.
Das geplante Hochhaus am Hauptbahnhof könnte sehr bald beginnen. Um so schneller ist der Paul-Heyse- Unterführung abgeholfen und der Anschluss zum Holzkirchner Bahnhof hergestellt. Das Untergeschoss im Hauptbahnhof verbindet sehr angenehm U- S- Bahn, Bus und Tram. Es ist ein High- ligt, dass am Marienplatz die S- Bahnen manchmal im 2- Minuten- Takt ankommen.