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Nach Bahnchaos in München Alle S-Bahnen fahren wieder auf der Stammstrecke

Eine brennende IC-Lok hat in München ein Bahnchaos ausgelöst. Mitten im morgendlichen Berufsverkehr geriet die Lok des Fernzugs in Brand; dann ging nichts mehr. Inzwischen fahren alle S-Bahnen wieder auf der Stammstrecke.

Stand: 28.07.2015

Laut Bahn gibt es allerdings heute keinen 10-Minuten-Takt mehr bei den S-Bahnen; außerdem kommt es zu einzelnen Zugausfällen an den Außenästen. Nach Angaben der Bahn können alle Regional- und Fernzüge wieder in den Hauptbahnhof einfahren. Der Lokomotivbrand in der Nähe des Hauptbahnhofs konnte behoben werden. Auf den Schienen hatte sich ein immenser Stau gebildet. Laut Bahn hatte ein Transformator in der Lok Feuer gefangen. Nach der Ursache wird jetzt gesucht.

Am Montagvormittag hatte außerdem ein Güterzug am Münchner Ostbahnhof eine Oberleitung abgerissen. Wie die Bundespolizei berichtet, war eine E-Lok auf ein Gleis umgesetzt worden, das aber nicht elektrifiziert ist. Weil der Stromabnehmer nun mehr keinen Kontakt zu einer Oberleitung hatte, fuhr der Abnehmer mangels Gegendruck vollends aus und riss eine sich kreuzende Oberleitung ab. Der Zugverkehr am Ostbahnhof war für rund 20 Minuten unterbrochen, die Bahnsteige wurden geräumt. Vorübergehend konnten sämtliche Regional- und Fernzüge nur über Holzkirchen und den Nordring in den Hauptbahnhof einfahren. Die Gleise 1 bis 8 konnten anschließend wieder benutzt werden, die Gleise 11 bis 16 bleiben vorerst gesperrt.

Züge konnten nicht rausfahren

Wie Feuerwehr und Bundespolizei auf Anfrage berichten, hatte kurz vor 8 Uhr ein Intercity in Richtung Berlin den Bahnhof verlassen. Nach wenigen Kilometern entwickelte sich aus noch ungeklärter Ursache ein Brand im Maschinenraum der Lok. Der gesamte Gleisbereich vor dem Münchner Hauptbahnhof musste deshalb aus Sicherheitsgründen großräumig gesperrt werden. Eine Ersatzlok zog die rund 200 Passagiere wieder in den Bahnhof zurück. Verletzt wurde niemand. Der Lokführer und ein Polizist erlitten leichte Rauchvergiftungen.

Vollbesetzte Straßenbahn

Zwischenzeitlich konnten am Hauptbahnhof Züge und S-Bahnen nicht ein- oder ausfahren. Auf der parallel zu den Schienen verlaufenden Landsberger Straße bildeten sich regelrechte Menschenkarawanen und lange Staus Richtung Innenstadt. Viele versuchten, eine U-Bahn oder eine Tram zu erwischen.  

"Das ist gerade an der Stelle, wo wirklich die höchste Frequenz ist", erläuterte eine Bahnsprecherin die Situation mit Blick auf das Nadelöhr vor der Ein- und Ausfahrt in den Kopfbahnhof. In jedem Fall waren Zehntausende Fahrgäste betroffen, schon allein wegen der S-Bahn-Umleitung und der Verspätungen im Bahnnetz durch die Sperrung in München.

Das sagt Georg Kronawitter, ehemaliger Stadtrat und langjähriger Verkehrsexperte der Münchner CSU:

"Wieder einmal steht seit Stunden der gesamte S-Bahn-Verkehr zwischen Donnersberger Brücke und Pasing. Grund: Feuer bei einer Lokomotive auf der Fernbahn. Wieder ist der wichtige Knoten vom Zentrum abgehängt - auch eine 2. Stammstrecke wäre hier keine Abhilfe. Wohl aber eine U-Bahn-Anbindung Pasings. Das sollten einfach mal alle U-Bahn-Kritiker zur Kenntnis nehmen und nicht von überflüssigem Parallelverkehr faseln."

Georg Kronawitter (und Namensvetter des Alt-OB Georg Kronawitter)

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Rolf Weinmann aus Teningen, Dienstag, 28.Juli, 20:31 Uhr

23. Unglaubliche Zustände im Bhf Pasing - totale Konfusion - 4 Std Warten auf Anschl

Am 27.07. wollte ich mit meiner Frau mit der S-Bahn von Herrsching zum Hauptbahnhof München fahren und von dort mit der Tram nach Nymphenburg.
Im Zug der S8 wurden wir schon auf widrige Umstände aufmerksam gemacht (Lok-Brand etc.), jedoch in Pasing wurde durchgesagt, dass die Strecke wieder
frei sei (ca. 10.15 Uhr). Es gab mindestens 4 widersprüchliche Durchsagen (z.T. völlig unverständlich - akustisch und inhaltlich). dann durften wir nach ca. 1 Std.
in einen eingefahrenen Zug sitzen, der angeblich zum Hbf fahren sollte. Nach 20 Minuten "Aussteigen - der Zug hält hier !" Um ca. 12.00 Uhr entschlossen wir uns mit der Straßenbahn zu fahren. Es fuhr keine !!! (Angeblich Oberleitungsschaden !?) Jetzt wollten wir zurück nach Herrsching - es fuhr keine S8. Erst nach ca.
1 Std. wurde ein Zug angesagt , der 12.56 bzw. 13.13 Uhr fahren sollte, aber 20 Min Verspätung habe nicht vom Gleis 7 sondern v. Gleis 5. Keine Info !
S8 kam dann ganz plötzlich und wir fuhren bis Weßling - Ende. usw

Franz, Dienstag, 28.Juli, 13:22 Uhr

22. Eine brennende IC-Lok hat in München ein Bahnchaos ausgelöst

Unfassbar!
Unfähigkeit des Unfall-Management, sie gehören sofort entlassen, oder zum Akten sortieren verwenden.

Auf Gleis 12 brennt die Lok eines IC Zuges. Alle übrigen Ein -und Ausfahrgleise am Münchner Hauptbahnhof und S-Bahn werden gesperrt.

Zu Deutschen Bundesbahnzeiten unvorstellbar.

Es wäre völlig ausreichend gewesen, Einfahr-Gleis 10 und Einfahr-Gleis 13 zu sperren. Zugang der Rettungskräfte war über ICE Werk ausreichend möglich.

Alle anderen Gleise waren frei befahrbar. Alle Züge erhalten Vorsichtsbefehl. In dem Streckenabschnitt fahren sie mit höchstens 30 Km/h und auf Sicht und gegebenenfalls Sicherungsposten aufstellen.

Dass die S-Bahn-Stammstrecke auch noch gesperrt wurde.Das schlägt dem Fass den Boden aus

Ebert, Dienstag, 28.Juli, 08:49 Uhr

21. Randbemerkungen

Es ist, liebe Leser, absolut und völlig unverständlich, dass wegen des Brandes in dieser Lok der gesamte Verkehr zum erliegen kommt.

An der Brandstelle sind doch viele Gleise, warum um Alles zieht man die betroffene Lok nicht auf ein Abstellgleis; im Übrigen war der Brand in 30 Minuten unter Kontrolle. Warum muss der gesamte Verkehr den gesamten Vormittag aufgehalten werden wegen so einer Lappalie???

Wie heißt es bei den Münchnern? Fällt auch nur eine Schneeflocke oder eben ein Ereignis wie oben, dann geht gar nichts mehr und zwar stundenlang.

Welcher begnadete Hirni ist denn hier zuständig????

Ebert

  • Antwort von Pedant, Dienstag, 28.Juli, 12:15 Uhr

    Sehr geehrter Herr Ebert, ein Fragezeichen pro Satz ist vollkommen ausreichend.
    Aber ich denke, keiner hier kann bewerten, wie riskant die Lage war oder ob die nicht betroffenen, aber umliegenden Gleise einfach frei gehalten werden mussten, um Feuerwehr-Fahrzeugen Zugang zu der brennenden Lok zu ermöglichen. Darf ich Sie daher fragen, warum Sie diese nicht unberechtigte Frage einem Forum voller Laien stellen und nicht jemandem, der sie beantworten könnte?

Lacher, Dienstag, 28.Juli, 01:21 Uhr

20. Eine einzig brennende Lok legt kompletten Zugverkehr lahm?

Sorry, da muss ich lachen!

Die Lok steht nicht mitten im Bahnhof, sondern seitlich. Lässt es sich einrichten einen Einsatzraum so abzugrenzen, dass Rettungskräfte sicher agieren können und auf entfernteren Gleisen Züge trotzdem auf Sicht und mit geringster Geschwindigkeit die Einsatzstelle weit entfernt passieren können?
Das Szenario erinnert an den "TAG AN DEM MÜNCHEN STILLSTAND" oder war es die Erde? Auf den Bildern sind ein Häufchen Einsatzkräfte zu sehen. Muss deshalb alles still stehen?
Eine Verbindung zum verantwortlichen Fahrdienstleiter mit Feuerwehr ist immer gewährleistet. Mit Zugfunk wird jeder Zugführer informiert und entsprechenden Fahranweisungen informiert werden. Die Absperrung halte ich für übertrieben. Zumindest von der Dauer.

Dieser komplette Stillstand spricht nicht für die Qualität der Hilfeleistung.

S4Fahrer, Montag, 27.Juli, 22:36 Uhr

19. S-Bahn-Frankfurt

Die S-Bahn in Frankfurt/Mainz/Wiesbaden hat schon in den 80ern fast störungsfrei funktioniert. Und warum ? Weil man auf das, mit dem man sich in München so brüstet, verzichtet hat - AUF EINE STAMMSTRECKE ! Und statt dass man in München daraus lernt - wird eine zweite gebaut - für am Ende fast 4 Mrd. Euro, wie blöd ist das denn ? München wächst , aber die Infrastruktur ist bestenfalls 80er Jahre des 20.Jahrhunderts. Wie gut, dass ich nicht mehr so lange zu arbeiten hab...

  • Antwort von Mickel, Dienstag, 28.Juli, 08:42 Uhr

    Das die Stammstrecke mit ihrer engen Taktung das Hauptproblem der S-Bahn ist stimmt, bloss wie soll man das jetzt noch ändern?
    Außerdem bei solch einem Zwischenfällen hätten auch andere Konzepte nichts geholfen, es ging ja gar nix mehr weder S-Bahn noch normale Züge. Dazu müsste die S-Bahn vom restlichen Bahnverkehr komplett losgelöst fahren.

  • Antwort von Enrico Pelocke, Mittwoch, 29.Juli, 07:09 Uhr

    Stuttgart und Frankfurt /M haben auch Stammstrecken (Frankfurt-West - Hbf - Hauptwache - Frankfurt-Süd), auch wenn diese nicht so heißen und nicht so dicht im 2-min-Takt befahren werden wie in München, sondern nur im 2,5-min-Takt.