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Saal in München zu klein Bürgerversammlung zur zweiten Stammstrecke abgebrochen

Eigentlich wollte Innenminister Joachim Herrmann auf einer Bürgerversammlung in München-Haidhausen für die geplante zweite S-Bahn-Stammstrecke werben. Doch weil der Saal für den Andrang viel zu klein war, wurde die Veranstaltung vertagt.

Von: Anton Rauch

Stand: 23.02.2017

Vertreter der Bahn sowie Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann wollten den Planungsstand für das S-Bahn-Milliardenprojekt in München-Haidhausen vorstellen und mit den Bürgern diskutieren. Doch weil sich auf den Treppen und vor den Türen im Hofbräukeller noch etwa 150 Menschen drängten und der Saal bereits mit 500 Menschen voll besetzt war, wurde die Veranstaltung kurzerhand abgebrochen und verschoben.

Gekommen, um wieder zu gehen: Joachim Herrmann

Sie soll nun zu einem anderen Zeitpunkt in einem größeren Saal - möglicherweise außerhalb von Haidhausen - nachgeholt werden. Dafür hatte sich die Mehrheit der Anwesenden auf der Bürgerversammlung im Münchner Hofbräukeller ausgesprochen. Innenminister Joachim Herrmann hatte hierzu ebenfalls seine Bereitschaft erklärt.

Widerstand gegen Bau in Haidhausen besonders groß

Wiener Platz: Demo gegen die Stammstrecken-Pläne

Der Mittelabschnitt der Baustelle für den Tieftunnel der Zweiten Stammstrecke führt durch Haidhausen mit einem großen Bauabschnitt am Orleansplatz beim Münchner Ostbahnhof. Deswegen ist der Widerstand gegen die Pläne in diesem Stadtviertel besonders groß. Vielen graut es vor jahrelangen Behinderungen durch Lärm und Umleitungen. Allein rund um den Orleansplatz sind vier Baugruben geplant. Die Bauzeit ist hier auf sieben Jahre angesetzt. Rund 11.000 Kubikmeter Erdreich sollen über die Orleansstraße abtransportiert werden.

Demonstration gegen "Milliardengrab"

Zu einer Demonstration gegen die Pläne von Freistaat, Stadt München und Bahn AG waren zuvor mehr als 200 Menschen auf den Wiener Platz in Haidhausen gekommen. Aufgerufen hatten Grüne, Linke sowie verschiedene Vereine und Bürgerinitiativen. Sie bezeichneten die Zweite Stammstrecke in einem Tieftunnel als Milliardengrab und forderten stattdessen andere Entlastungsmaßnahmen für die bisherige S-Bahn-Stammstrecke - wie einen Ausbau des sogenannten Bahn-Südrings.

Erster Spatenstich am 5. April

Gleichwohl wollen Bahn, Freistaat und Stadt mit einem Bürgerfest am Münchner Marienhof am 5. und 6. April den offiziellen Spatenstich für das Großprojekt mit geschätzen Kosten von 3,8 Milliarden Euro feiern.


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Bernhard Wahr, Donnerstag, 09.März, 10:41 Uhr

6.

Ein weiteres Projekt der Zuschuss- und Lobbywirtschaft! Dabei hätten wir dringend Hilfe für Menschen und den Planeten nötig!

Dagmar Heidemann, Mittwoch, 08.März, 19:17 Uhr

5. 2. Münchner Stammstrecke = München 22?

Die Vorgehensweise von Herrn Herrmann erinnert mich fatal an Stuttgart. Es nennt sich Informationsveranstaltung , Bürgerforum, etc. Alles Beruhigungspillen. Alles längst beschlossene Sache. Schließlich verdient die DB an den Planungen mehr, als an der Fertigstellung. Oder hat Herrenknecht wieder seine politischen Verbindungen spielen lassen? Schaut nach Stuttgart, so könnte München dann auch bald aussehen.

Regina Luthardt-Fremd, Mittwoch, 08.März, 16:51 Uhr

4. " das Milliardengrab" in Haidhausen

Liebe Münchner , wenn Ihr sehen wollt , wie es aussieht wenn die Bahn nur ein bißchen bauen will , so schaut euch Stuttgart an !!! Uns wurde gesagt : das ist ja unter der Erde - Ihr merkt das garnicht !!!! Seit 10 Jahren ist es eine Großbaustelle dessen Hindernis sich im ganzen Stadtgebiet ausbreitet. Und wenn ihr die Bahn bauen laßt, kennt ihr Bautrieb keine Grenzen , und die Kosten schießen mit jedem Tag in die Höhe.--- Ich glaube die Bahn verdient ihr Geld nicht mit Zugangebote - sondern mit Baustellen. ( Wenn Ihr mehr wissen wollt - fragt die Parkschützer und /oder die Ingenieure 22 ). Grüße aus Stuttgart

Wilfried Bludau, Mittwoch, 08.März, 16:50 Uhr

3. Der Südring ist die bessere Strecke

München sollte sich ein Beispiel an Hamburg nehmen, wo eine Ringstrecke existiert und bestens von den Bürgern genutzt wird.
Wenn sich die Stadt weiter ausdehnt, wird München froh sein, mit dem Südring eine Querverbindung zu haben.
Die eklatante Kosteneinsparung, also 3 Milliarden bereits jetzt in der Planungsphase, die ja doch noch in der Bauphase überschritten werden wird, ist schon Grund genug, die Ringstrecke vorzuziehen.
Und wenn es stimmt, dass durch die Tunnelstrecke der 10 min Takt nicht realisiert wird, dann ist das ein Rückschritt, nicht akzetabel, der reinste Irrsinn.

Alfred Mayer, Mittwoch, 08.März, 16:13 Uhr

2. Arbeiten am Marienhof begonnen

Wie ich heute sah, wird der Mutterboden auf dem Marienhof bereits abgetragen.